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In dieser Werkstatt wird an Gesundheit gearbeitet

An innovativen und traditionellen Lösungen wird in der Gesundheits- und Sportwerkstatt Hudelist in Klagenfurt gearbeitet. Einlagen und Sport sind die Schwerpunkte, aber auch Handschuhe sind gefragt.

Nachdem der Einlage-Rohling erwärmt wurde, wird er von Hannes Hudelist am entspannten Fuß der Patientin angepasst. Weil dazu viel Handwerkskunst gefragt ist, spricht er von „Rohlingsveredelung“.
© Marion Lobitzer Nachdem der Einlage-Rohling erwärmt wurde, wird er von Hannes Hudelist am entspannten Fuß der Patientin angepasst. Weil dazu viel Handwerkskunst gefragt ist, spricht er von „Rohlingsveredelung“.

Als Sanitätshaus hat die Geschichte des Familienbetriebs ­Hudelist in Klagenfurt begonnen, später hieß es „Hudelist – der Bandagist“. Doch den Beruf des Bandagisten kennt man nicht mehr und spätestens als ein Kunde einen Dichtungsring für die Waschmaschine kaufen wollte, weil er sich in einem Sanitärfachhandel wähnte, war Anita und Hannes Hudelist klar, dass ein neuer Firmenname her musste. „Wir sind nun die ‚Gesundheits- und Sportwerkstätte‘, denn das beschreibt das, was wir tun: Wir arbeiten mit den Kunden an ihren Wünschen oder der Lösung ihres Problems“, sagt Anita Hudelist.

Das Kerngeschäft, um das sich Hannes Hudelist in seiner Werkstätte kümmert, ist die klinische Orthopädie, ein Spezialgebiet sind Einlagen. „Ich habe hier die Philosophie meines Vaters übernommen, nämlich die Einlagen am entspannten Fuß anzupassen“, erklärt er. Dafür werde der Rohling mit einem Fön erwärmt und dann händisch angepasst. „Da geschieht viel intuitiv, was es natürlich schwierig macht, diese Fähigkeit einem anderen beizubringen.“ Bei den sensomotorischen Einlagen gehe es oft nur um den richtigen Millimeter an der richtigen Stelle, der die Beschwerden des Kunden mildert und schließlich verschwinden lässt.

Eigener Sportbereich bei Hudelist

80 Prozent der Kunden kommen erst, wenn es schmerzt, dabei seien Einlagen auch ohne Schmerzen eine Unterstützung. Das wüss­ten viele Sportler zu schätzen, worauf Hannes Hudelist besonders stolz ist. „Ich mache viel für das Eishockeyteam von Red Bull Salzburg, habe aber auch die ehemaligen Kärntner Schispringer Thomas Morgenstern oder Martin Koch betreut“, erzählt er. Doch nicht nur Profi­sportler zählen zu den Kunden.

Im zertifizierten Lauflabor können alle Sportler ihren Laufstil analysieren und sich entsprechend beraten lassen. Der Sportschwerpunkt ist zu einem Teil dem Hobby von Hannes Hudelist geschuldet, dem Traillauf. Deshalb gibt es auch eine Auswahl an Sportprodukten – vom Schuh bis zum Rucksack, in dem die Trinkflasche verstaut wird.

Orthopädische Technik aus Klagenfurt

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Fertigung von Maßhandschuhen – ein Geschäftsfeld, das das Unternehmen seit 1976 bedient. Rund 300 Aufträge werden pro Jahr abgearbeitet, pro Auftrag handelt es sich um ein bis zehn Handschuhe, die dann europaweit versendet werden – an Kunden,
die an Missbildungen leiden oder Teile der Hand verloren haben. 

Neben den neun Mitarbeitern, die im Unternehmen beschäftigt werden, ist auch Seniorchef Johann Hudelist mit seinen knapp 86 Jahren regelmäßig in der Werkstätte, um auszuhelfen oder an seinem eigenen Oberschenkel-Stützapparat zu arbeiten – „ganz nach der alten Methode“, wie er sagt. „Seine Frau Erika ist ebenso als guter Geist im Hintergrund tätig“, erzählt Anita Hudelist. „Sie hilft in der Administration oder betreut brustoperierte Frauen, zu denen sie ins Krankenhaus fährt und sie dort berät.“


Interview mit Geschäftsführerin Anita Hudelist

Anita Hudelist unterstützt ihren Mann Hannes seit 2007 in der Geschäftsführung.
© Marion Lobitzer Anita Hudelist unterstützt ihren Mann Hannes seit 2007 in der Geschäftsführung.
Was macht erfolgreich gelebtes Unternehmertum aus?

Anita Hudelist: Begeisterung, Verantwortungsbewusstsein, Kontinuität, ein positiver Blick nach vorne, ein langer Atem, schnelle Reaktionsfähigkeit auf Anforderungen, eine gesunde Risikobereitschaft, aber auch das richtige Netzwerk, um nur einige Dinge zu nennen.

Warum sind Unternehmerpersönlichkeiten wichtig für das Land?

KMU tragen einen wesentlichen Teil zu Wachstum und Beschäftigung einer Region bei und haben eine bildungspolitische Funktion. Auch auf EU-Ebene werden Kleinunternehmen als Rückgrat der Wirtschaft bezeichnet. Aber welche Persönlichkeiten kleiner Unternehmen kennt man denn schon? Meist sind es nur die, die gern im Rampenlicht stehen.

Wie bringen Sie sich in ­Ihrer Region ein?

Als Arbeitgeber, als Ausbildungsbetrieb, als Fachbetrieb vor Ort, als Initiator und Unterstützer sozialer Projekte oder als Unterstützer Kärntner Sportler.

Für welche Werte hat ein Unternehmen zu stehen?

Werte bieten Orientierung und sind ein Wegweiser für unser Unternehmen, unsere Mitarbeiter, unsere Kunden. Die Mitarbeiter müssen diese Werte auch leben können, um einen gemeinsam erfolgreichen Weg zu gehen. Wichtig sind uns Zuverlässigkeit, Integrität, Wertschätzung, Qualität durch Kompetenz, Innovation und Aufrechterhalten von altem Wissen, die Loyalität der Belegschaft und ein starkes Umweltbewusstsein.

Werden Rolle und Bedeutung des Unternehmertums auch in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen?

Durch geringeres Marketing- und Kommunikationsbudget stehen KMU weniger in der Öffentlichkeit, haben einen bedeutend geringeren Markteinfluss, sind schwerer sichtbar für Kunden und weniger sichtbar für Stellensuchende als ein Konzern.

Was sind die größten ­Gefahren für einen Familienbetrieb?

Zum einen muss der Geschäftsführer eines KMU viele Funktionen in einer Person vereinen. Zum anderen gibt es viele Regeln, Gesetze, Auflagen und Abgaben, die es uns schwer machen. Auch eine Nachfolge zu finden ist nicht einfach.

Mein wichtigster Wunsch an die politischen Entscheidungsträger ist ...

... die Auflagen und Gesetze der Betriebsgröße anzupassen.




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