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"Gastro 2020": Zukunftskonzept für Kärntens Gastronomie

Seit 2005 ist die Zahl der Gasthäuser in Kärnten um 30 Prozent gesunken, betroffen sind vor allem Betriebe im ländlichen Raum. Um das Ruder herumzureißen, hat die Fachgruppe Gastronomie das Zukunftskonzept „Gastro 2020“ erarbeitet. Ziel ist es, durch gemeinsame Initiativen von Wirtschaftskammer und Land Kärnten die Kärntner Gastronomie fit für die Herausforderungen der Zukunft zu machen.

Fachgruppengeschäftsführer Guntram Jilka und Fachgruppenobmann Stefan Sternad mit dem visualisierten Zukunftskonzept
© WKK/Peter Just Fachgruppengeschäftsführer Guntram Jilka und Fachgruppenobmann Stefan Sternad mit dem visualisierten Zukunftskonzept "Gastro 2020".

1147 Gasthäuser gab es am Stichtag, dem 31. Dezember 2004, noch in Kärnten. Zwölf Jahre später ist die Bilanz ernüchternd: 30 Prozent der Betriebe haben geschlossen. Heute gibt es noch 803 Gasthäuser (Stichtag: 31. Dezember 2016), das sind um 344 Betriebe weniger. „Wir warnen seit Jahren vor dieser Entwicklung, wurden aber von der Politik ignoriert“, bilanzierte Stefan Sternad, Obmann der WK-Fachgruppe Gastronomie beim heutigen Pressegespräch. Fakt ist: Der hohe bürokratische Aufwand und die unlautere Konkurrenz durch Vereine sind ursächlich dafür, dass Gastronomiebetriebe aus betriebswirtschaftlicher Sicht kaum noch zu führen sind. Dazu kommen hohe Lohnnebenkosten und starre Arbeitszeitmodelle.

 

Sternad fordert ein sofortiges Umlenken und Umdenken der Politik: „Die Bedeutung der Gastronomie für Kärnten wird eindeutig unterschätzt. Und das in einem Land, das sich als Genuss-Destination am Tourismusmarkt etablieren will“. Repräsentative Umfragen unter Gästen haben ergeben, dass die Kulinarik einer der Hauptgründe für einen Urlaub in Kärnten ist. Trotzdem wird weiter sukzessive an diesem wichtigen Standbein der Kärntner Wirtschaft gesägt. „Eigentlich ist es absurd, dass wir ständig auf die Bedeutung der Gastronomiebetriebe für Kärnten hinweisen müssen. Aber die Botschaft ist bei den Verantwortlichen noch nicht angekommen“, so Sternad.

 

Um die Situation nachhaltig zu verbessern, hat die Fachgruppe Gastronomie das Zukunftskonzept „Gastro 2020“ erarbeitet, welches Landeshauptmann Peter Kaiser bereits gestern im Rahmen der GAST-Eröffnung überreicht wurde. Das Ziel ist es, durch gemeinsame Initiativen von Wirtschaftskammer und Land Kärnten die Kärntner Gastronomie fit für die Herausforderungen der Zukunft zu machen. Hier die Punkte im Überblick:

 
  • Investitionen: Maßgeschneiderte Förderpakete für Kärntens Gastronomi
  • Förderberatung: Mehr Überblick über die Förderlandschaft durch punktgenaue Beratungen
  • Nachwuchs: Lehrlingsoffensive - mit vereinten Kräften den Nachwuchs fördern
  • Fair Play: Kooperation zwischen Gemeinden, Vereinen und Gastronomen stärken
  • Von den Besten lernen: Neue Aus- und Weiterbildungsangebote für Kärntens Wirte am Puls der Zeit
  • Kulinarische Netzwerke: Vom Produzenten zum Teller - kulinarische Wertschöpfungsketten sichtbar machen und unterstützen
  • Bürokratie: Schluss mit sinnlosen Auflagen und Schikanen
  • Coaching für Wirte: "Digi-Coach" & "Cash-Coach": Gut beraten in eine erfolgreiche
    Unternehmenszukunft
  • Gastro-Image: Öffentliche Wahrnehmung der Gastronomie stärken und verbessern
  • Work @ Gastro: Bessere Rahmenbedingungen, um das Arbeiten in der Gastronomie wieder attraktiver zu machen

Durch die Umsetzung dieses Zukunftskonzeptes will die WK-Fachgruppe Gastronomie - gemeinsam mit dem Land Kärnten – die Abwärtsspirale in Kärntens Gastronomie beenden. Diese zehn Punkte können die Basis für eine stabile Aufwärtsentwicklung einer Schlüsselbranche sein, die enorme Bedeutung für das gesamte Land hat: Kärntens Tourismus ist mit mehr als 29.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in rund 4.700 Unternehmen ein wahrer Beschäftigungsmotor. Die Kärntner Tourismusbetriebe schaffen Arbeitsplätze vor Ort, investieren in die Zukunft der Region und generieren Wertschöpfung im Land. So erwirtschaften die Kärntner Tourismus- und Freizeitbetriebe jährlich einen Umsatz von 3,7 Milliarden Euro und sorgen für 940 Millionen Euro Nettoeinkommen im Land.

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