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Kärntner IT-Know-how in allen Ländern der Welt

Was haben die New York Times, Red Bull, RTL und Pro7 gemeinsam? Sie alle setzen auf das Kärntner Know-how von Bitmovin, wenn es um das Abspielen ihrer Videos im Internet geht.

Bitmovin Lederer Müller
© Peter Just Christopher Müller und Stefan Lederer sind die Köpfe hinter der Software von Bitmovin.

Früher hat man an der Fernseh-Antenne geruckelt und sich geärgert, wenn der Bildschirm unscharfe Bilder gezeigt hat oder gar ein paar Minuten schwarz geblieben ist. Heute, in Zeiten von Breitband-Internet und Hightech-Geräten, erwartet man sich immer mehr: Top-Empfang, 3D-Bilder, Virtual Reality, perfektes „Buffering“ und High-Performance beim Abspielen von Videos im Internet.

Ein Kärntner Start-up hilft hier weltweit mit seinem Know-how weiter. Bitmovin heißt das Klagenfurter Unternehmen, das seit 2013 für ruckelfreie Videos in der ganzen Welt sorgt. „Bitmovin bietet die weltweit leistungsfähigs­ten Produkte für hocheffizientes Bereitstellen und Streaming von Multimediadaten über kosteneffiziente Internetinfrastruktur“, erklärt Geschäftsführer Christopher Müller. In einfachen Worten: Startet man auf online auf seinem Rechner, Tablet oder Smartphone ein Video, erwartet man sich, dass es schnell geladen, ohne Pausen abgespielt wird und die Qualität gleichbleibend gut bleibt. „Dahinter steckt Bitmovin-Technologie.“ Zwar nicht in jedem Fall, aber Kunden hat das Kärntner IT-Unternehmen in über hundert Ländern. „Unsere Endkunden sitzen aber in der ganzen Welt“, betont Müller. Diese sehen die Klagenfurter Technologie zwar nicht, freuen sich aber sicherlich über ein reibungsloses Streaming-Erlebnis.

Universität als Inspiration

Gemeinsam mit seinem Stu­dien­freund Stefan Lederer hat der Informatiker bereits in der Universität bei der Entwicklung des aktuellen Video-Standards mitgearbeitet, dem damals ersten Player für adaptives Streaming im Netz.  „Wir haben über unsere Ergebnisse gebloggt und hatten viele Interessenten.“ Daraus entstand die Idee für Bitmovin und zahlreiche Patente im IT-Sektor. Gemeinsam mit ihrem Universitätsprofessor Christian Timmerer starteten sie das Projekt – mit Hilfe vom build!-Gründerzentrum und vielen Start-up-Förderungen. „Da ist Kärnten top! So viel Unterstützung von Land und Bund gibt es in Amerika nicht.“ Der Einsatz von Risikokapital sei dahingegen in Kärnten weitaus geringer. Mit Investments kennen sich die jungen IT-Experten aus. Seit der Gründung konnte Bitmovin 16 Millionen US-Dollar in mehreren Finanzierungsrunden erzielen.  Den Umsatz konnten wir von einem ins nächste Jahr meist verdrei- oder sogar vervierfachen“, sagt Müller. Auch im renommierten Inkubatoren-Programm „Y-Combinator“ in San Francisco, von dem schon Erfolgs-Start-ups wie Dropbox und Airbnb profitieren durften, ergatterten die Kärntner einen Platz. „Eine bestimmte Zeit wird man intensiv betreut, bekommt Tipps und Unterstützung. Die Kontakte und das Netzwerk nutzt man aber für immer.“ Der Erfahrungsschatz der Amerikaner sei dabei, so Müller, weitaus größer als jener in Österreich. „Oft wird der Begriff Start-up auch missverstanden. Es geht nicht immer nur um eine Idee und dann um einen schnellen und möglichst profitablen Verkauf“, betont er. „Wir wollen vielmehr noch weiter wachsen.“

Von Klagenfurt in die Welt

Wachstum ist das Stichwort und auch der anscheinend größte Antrieb für Müller und Lederer. „Wachstum und Entwicklung machen es aus. Ohne das würde uns das Unternehmen keinen Spaß mehr machen.“ Grenzen sind in ihrer Nische kaum gesetzt. „Es gibt kein Leader-Unternehmen im Video-Bereich. Das wäre ein Ziel. Aber auch dann könnten wir in andere Richtungen weiterwachsen“, erzählt Müller.

Aus dem Drei-Mann-Team wurde immerhin in wenigen Jahren ein international agierendes Unternehmen. Und auch bei einem kleinen Büro in Klagenfurt ist es nicht lange geblieben. 60 Mitarbeiter sitzen heute in Büros in Wien, Hongkong, New York, Palo Alto, São Paolo, Amsterdam, Seattle, Chicago und Klagenfurt. Müller: „Um die Märkte besser bedienen zu können und auch auf kulturelle Eigenheiten eingehen zu können, versuchen wir überall vor Ort zu sein. Wobei die Entwicklung hauptsächlich in Klagenfurt und Wien passiert.“

Auf Wachstum getrimmt

Die Segel sind für weiteres Wachstum gehisst. „Im nächsten Jahr wollen wir zusätzliche 60 Mitarbeiter einstellen. Bis heute haben wir unsere Mitarbeiterzahl jährlich verdoppelt. Wir brauchen dann allerdings wirklich bald ein größeres Büro“, sagt der 32-Jährige. Die richtigen Experten zu finden, die auch in das Team passen, ist für Bitmovin nicht einfach. „Viele Mitarbeiter kommen nicht aus Kärnten, die Stadt bietet ihnen aber nicht besonders viel. Eine internationale Schule in Klagenfurt wäre ein Anfang. Die Infra­­struktur muss passen.“ Auch weitere internationale Unternehmen sieht Müller nicht als Konkurrenz, sondern eher als Anreiz für Fachkräfte, sich anzusiedeln. „International aufgestellte Unternehmen generieren einen Strom an Fachkräften.“ Wobei er versichert, ein Studium ist bei Bitmovin nicht unbedingt ein Muss: „Viele starten während der Schulzeit mit dem Programmieren, beginnen ein Studium und machen es nicht fertig oder kommen aus einem anderen Bereich zu uns.“


Interview mit den Geschäftsführern

Bitmovin Müller
© KK/Bitmovin Christopher Müller führt seit 2014 gemeinsam mit ...
Bitmovin Lederer
© KK/Bitmovin ... Stefan Lederer das IT-Unternehmen Bitmovin.

Wie schätzen Sie die Start-up-Szene Kärntens ein?

Christopher Müller: In keinem Land gibt es so viele staatliche Förderungen und Unterstützungen wie in Österreich. In Amerika gibt es dahingegen einen stärkeren Einsatz von Risiko­kapital und der Erfahrungsschatz ist größer.

Stefan Lederer: Mittlerweile ist der Begriff hochgejubelt und auch das Verständnis von ­einem Start-up ist anders als in den Staaten: Hier arbeitet man schnell auf einen Verkauf hin, das ist aber gar nicht unser Ziel. Die Rolle des Gründers wird aber immer stärker und positiver in der Gesellschaft wahrgenommen.

Was macht erfolgreich gelebtes Unternehmertum aus?

Christopher Müller: Selbst etwas zu gestalten sollte einem liegen. Zu jedem Unternehmen gehört Wachstum, und das
ist auch die Aufgabe. Spannend ist, dass man in Kärnten oft Angst hat vor zu schnellem Wachstum. So etwas gibt es
in Amerika nicht.

Stefan Lederer: Ein gutes Management sollte auch mit schnellem Wachstum ­zurechtkommen.

Warum sind Unternehmer wichtig für das Land?

Stefan Lederer: Unternehmer schaffen Arbeitsplätze, nur durch sie wird aber auch die Infrastruktur und die Kultur einer Stadt erhalten.

Welche Werte sind wichtig?

Christopher Müller: Uns treibt sicherlich die Neugier an – die Neugier, etwas Neues zu entdecken und uns immer weiter zu entwickeln.

In meinem nächsten Unternehmerleben würde ich ..

Christopher Müller: ... wieder meiner Idee folgen und niemals den Weg des gerings­ten Wiederstandes oder des größten ­Geldes gehen! Und ich würde sicher ­wieder in der Technikbranche arbeiten.

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