th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home
news.wko.at

Gesundes Essen für Kinder und Senioren

Innerhalb von 13 Jahren krempelte Bernd Grasser „Toni’s Essen auf Rädern“ komplett um. Heute werden beim Gemeinschaftsverpfleger täglich hunderte Essen frisch, hochwertig und mit regionalen Lebensmitteln gekocht. Für modernen Schwung in der Küche sorgt ein junges, internationales Team.

Lehrling Philipp Breschern und Bernd Grasser, Geschäftsführer von „Toni’s Essen auf Rädern“, kochen mit Schwung und Leidenschaft für Kindergärten und Senioren.
© Marion Lobitzer Lehrling Philipp Breschern und Bernd Grasser, Geschäftsführer von „Toni’s Essen auf Rädern“, kochen mit Schwung und Leidenschaft für Kindergärten und Senioren.

Gastronomie, wie sie früher gedacht wurde, funktioniert heute nicht mehr. Wer erfolgreich sein will, muss offen sein für Neues. Einer, der das seit Jahrzehnten unternehmerisch lebt, ist Bernd Grasser. Als externer Nachfolger stieg er 2005 bei dem Essenszusteller „Toni’s Essen auf Rädern“ ein und machte daraus einen modernen Gemeinschaftsverpfleger. Heute beliefert er Kindergärten und Senioren mit täglich frisch gekochtem Essen, abgestimmt auf ihre Bedürfnisse.

Die Kunden können sich verschiedene Menüs aussuchen, für diese werden die Lebensmittel regional eingekauft. Als gelernter Koch will Grasser seinen Kunden nur das bieten, was er auch selbst gerne essen würde. Schnelles und billiges Essen wie Fertigprodukte ist nicht seines. Es muss gesund und hochwertig sein. Deshalb macht er auch ständig Weiterbildungen und ist unter anderem Gesunde-Küche-Partner des Landes. 

Jede Zielgruppe habe ihre eigenen Wünsche. Für die Senioren sind die Gerichte prothesentauglich und manchmal ein wenig deftiger, für die Kinder sind die Menüs abwechslungsreich und vollwertig. Um halb zehn am Vormittag sind die Zustellautos bestückt und von Klagenfurt bis nach St. Veit unterwegs. Das Team in der Küche ist jung, international und der beste Beweis dafür, dass Integration funktionieren kann. Denn unter den Lehrlingen ist auch ein Flüchtling aus Afghanistan. „Anfangs gab es noch ein paar sprachliche Barrieren, aber jetzt funktioniert alles wunderbar“, erzählt Grasser. Das multikulturelle Team kommt gut miteinander aus. 

Gemeinsam mit den Mitarbeitern wachsen

Aber als Unternehmer müsse man sich auch auf die junge Generation einstellen. Diese ticken ganz anders. „Bei den jungen Leuten liegt das Hauptaugenmerk nicht mehr auf der Arbeit, sondern im Privatleben. Als Unternehmer muss man darauf reagieren und ihnen auch dieses Privatleben bieten, zum Beispiel mit fixen Dienstplänen und planbaren freien Tagen“, erklärt Grasser. Sich selbst sieht er in der Rolle des Chefs nicht als Befehlsgeber. „Ich beziehe meine Mitarbeiter mit ein und wir wachsen gemeinsam im Unternehmen.“

Aufgrund der Betriebsgröße kann Grasser flexibel und kundenorientiert reagieren. Er springt auch kurzfristig ein, wenn ein ­Familienmitglied krank oder auf Urlaub ist oder ein Kindergarten aufgrund der Sommerpause schnell einen Ersatzzusteller braucht. Nicht immer geht es dabei ums große Geld. „Ich denke da mehr an die Gemeinschaft. Außerdem glaube ich daran, dass im Leben alles zurück kommt.“ 

In der Zukunft möchte Grasser noch ein wenig wachsen. „Ich möchte gerne noch mehr Kindergärten beliefern, weil mir die Ernährung der Kinder so wichtig ist“, verrät er. Deshalb sind auch immer wieder Kindergartengruppen zu Besuch im Unternehmen. So sehen sie, wie ihr Essen zubereitet wird, und lernen die Wertigkeit der regionalen Lebensmittel sowie gesunden Gerichte zu schätzen.

Nachhaltig bei Strom und Lebensmitteln

Im Sinne der Nachhaltigkeit plant der Unternehmer gerade eine Photovoltaikanlage, um eigenen Strom zu produzieren. Seit Jahren achtet er darauf, keine Lebensmittel zu verschwenden. Und falls doch mal Salatabschnitte abfallen, bekommen diese die Hühner hinter der Halle. Die Eier können die Mitarbeiter für sich privat mitnehmen.


Interview mit Geschäftsführer Bernd Grasser

Der gelernte Koch Bernd Grasser ist seit seinem 24. Lebensjahr in der Gastronomie selbstständig.
© Marion Lobitzer Der gelernte Koch Bernd Grasser ist seit seinem 24. Lebensjahr in der Gastronomie selbstständig.

Erfolgreiches Unternehmertum bedeutet ...
Bernd Grasser: ... zu 100 Prozent hinter dem zu stehen, was man macht, und sein Unternehmen leben. Man muss sich ständig weiterentwickeln und darf nicht stehen bleiben. Schließlich trägt man sehr viel Verantwortung, auch für die Mitarbeiter.

Wie wichtig sind Unternehmerpersönlichkeiten für eine Region?

Für eine Stadt oder Region sind sie sehr wichtig, weil sie Zugpferde und Vorbilder für andere sind. Sie zeigen, wie es gehen kann, und inspirieren.

Welche Werte leben Sie in Ihrem Betrieb besonders?

Ich will mein Bestes geben und ein zuverlässiger Arbeitgeber sein. Beständigkeit, gleichbleibende Qualität, Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem und das Kaufen von regionalen Lebensmitteln gehören auch dazu.

Ihr Wunsch an die politischen Entscheidungsträger?

Die Vereinfachung von Bestimmungen und Auflagen sowie der Abbau von Bürokratie. Kleine Betriebe können sich für die Umsetzung keine eigenen Mitarbeiter leisten. Früher bin ich mit zwei Bürotagen in der Woche ausge-kommen, heute sind es schon fünf Tage. Der Aufwand ist immens gewachsen. 

Wie empfinden Sie die Wertschätzung für unter­nehmerische Leistungen in der Öffentlichkeit?

Früher hast du als Unternehmer in der Öffentlichkeit mehr dargestellt, da warst du jemand. Heute ist die Wertschätzung geringer geworden – außer man ist ein hippes Start-up. Aber man muss auch sagen, in der Gastronomie ist das oft ein hausgemachtes Problem. Es gibt immer weniger kleine Betriebe und immer mehr große Konzerne.

Welche Herausforderungen sehen Sie für Ihren Betrieb?

Zum einen sind es gesetzliche Auflagen, zum anderen das Finden von Personal. Die Jugend hat andere Ansprüche an die Arbeit, darauf müssen wir uns künftig als Arbeitgeber einstellen.

Würden Sie im nächsten Leben wieder Unternehmer werden?

Jetzt schon. Aber es hat Zeiten gegeben, in denen ich dachte, ich mache es nicht noch einmal. Ich habe viel Lehrgeld bezahlt. Mit dem Wissen und dem Netzwerk von heute würde ich mir viel leichter tun.

Das könnte Sie auch interessieren

  • Guten Tag
Wir sagen "Guten Tag, Christof Gspandl".

Guten Tag Christof Gspandl

Der 21-jährige Klagenfurter Christof Gspandl betreibt das Spielwaren­geschäft Infeoz in der Klagenfurter Innenstadt und einen Onlineshop. mehr

  • Guten Tag
Tamara Böhm (32) ist seit 2016 selbstständig als Hausverwalterin tätig.

Guten Tag Tamara Böhm

Tamara Böhm (32) ist seit 2016 selbstständig als Hausverwalterin tätig. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten mit Lebensgefährten Daniel sowie Freunden und Familie. mehr