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Wurst-Pioniere mit 120 Jahren an Erfahrung

Sein Vater war Lederfabrikant, aber Rudolf Frierss hatte andere Pläne: 1898 wurde er zum ersten Wurst-erzeuger Villachs. Damit begann eine 120-jährige Erfolgsgeschichte. Heute ist Frierss einer der führenden Wurstspezialisten Österreichs –mit „Feinem Haus“.

Rudolf, Kurt junior und Kurt Frierss im „Feinen Haus“, einem Mix aus Restaurant, Imbiss und Feinkostladen.
© Peter Just Rudolf, Kurt junior und Kurt Frierss im „Feinen Haus“, einem Mix aus Restaurant, Imbiss und Feinkostladen.

Im „Feinen Haus“ von Frierss ist Ruhe eingekehrt. Noch vor einer Stunde herrschte hier rege Betriebsamkeit, wie immer zur Mittagszeit. Seit das Restaurant vor fünf Jahren gegenüber der Frierss-Zentrale am Villacher Stadtrand eröffnet wurde, ist es ein Fixstern am Villacher Gastronomiehimmel. Das Team rund um Chefkoch Stefan Lastin erkochte sich unter anderem bereits zwei Hauben im Gault Millau sowie 96 Punkte und die Maximalbewertung von fünf Sternen im „À la Carte“.

Eine Entwicklung, auf die Geschäftsführer Rudolf Frierss stolz ist: „Wir hatten schon lange das Ziel, ein hochwertiges Restaurant mit Feinkostgeschäft zu eröffnen. Aber es hat räumlich nie gepasst. Als dann das Haus gegenüber frei wurde, haben wir gesagt: Das passt genau!“ Die Kombination aus Produktion und Veredelung sei ideal, „denn so können wir zeigen, was mit unseren Produkten alles möglich ist – und warum es sich auszahlt, manchmal ein paar Euro mehr für ein Stück Fleisch auszugeben“.

Bevor man in den Restaurantbereich kommt, geht man einige Schritte durch das Frierss-Feinkostgeschäft. Mehrere Mitarbeiter beraten die Kunden hier, erklären die Unterschiede zwischen den Schinkensorten und machen auf die neues­ten Produkte aufmerksam – wie beispielsweise die Fenchel­salami oder die Trüffel-Mortadella. Für beide erhielt das Unternehmen erst vor kurzem Gold-Medaillen vom Lebensmittel-Testzentrum der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft. „Das ist die höchste Auszeichnung, die man als Lebensmittelproduzent bekommen kann“, erklärt Frierss.

Neue Wurstprodukte von Frierss

Innovationen, die einige Monate zurückliegen, will er aber gar nicht groß thematisieren. „Am spannendsten sind immer die ganz neuen Produkte: Da will man wissen, wie sie bei den Kunden ankommen.

Ganz neu haben wir zum Beispiel Fleisch und Würste vom Duroc-Schwein. Das ist eine seltene Rasse in Österreich, die im Freiland gehalten wird. Das Fleisch ist zart marmoriert, etwas ganz Besonderes“, schwärmt er. Viele andere Produkte befinden sich derzeit in der Frierss’schen Forschungspipeline, zu viel erzählen will er davon aber nicht. Denn man könne nicht sagen, welche man tatsächlich auf den Markt bringen werde. Eines sei aber sicher: Dass es schon bald wieder etwas Neues von Frierss geben wird.

„Ideen zu entwickeln sehen wir als eine der wichtigsten Aufgaben der Geschäftsführung“, sagt Kurt Frierss. Er führt gemeinsam mit seinem Bruder Rudolf sowie seinem Sohn Kurt Frierss junior die Geschäfte. Die Aufgaben sind dabei klar verteilt und verschwimmen doch ineinander: Rudolf kümmert sich im Büro um Einkauf und Organisatorisches, Kurt und Kurt junior um die Produktion.

Fast täglich tüfteln sie an neuen Produkten. „Bei der Wurst gibt es genauso Trends wie in anderen Bereichen“, sagt Rudolf Frierss. Die Frierss-Klassiker wie Prosciutto Castello oder Mortadella, die beide nach familieneigenem Geheimrezept hergestellt werden, sind zwar nach wie vor starke Umsatzbringer, „aber man kann nicht stehen bleiben. Die Kunden erwarten sich Innovationen“, so Rudolf Frierss.

Frierss Kunden übernehmen die Marktforschung in Villach

Kurt Frierss junior, der sich als Jüngster im Bunde stark mit dem Thema Innovationen auseinandersetzt, sagt: „Wir entwickeln pro Jahr etwa 100 neue Produkte, davon schicken wir etwa zehn Prozent in den Testlauf – und schluss­endlich bringen wir ein oder zwei davon auf den Markt.“

Der Testlauf befindet sich übrigens im „Feinen Haus“, womit sich der Kreis zwischen Produktion, Entwicklung und Verkauf schließt: Hier werden Kunden zum Kosten der neuesten Kreationen eingeladen. Und ihre Reaktion zeigt meist schon auf den ers­ten Blick, ob der neueste
Schinken oder die ausgefallene Wurst ein Kassenschlager werden könnte. „Andere Firmen investieren viel Geld in die Marktforschung, wir haben unsere eigene kleine Marktforschung direkt vor der Haustür. Das bringt beiden Seiten Vorteile: Den Kunden gefällt es, wenn sie die neuesten Produkte probieren können und so mittendrin im Geschehen sind – und wir profitieren vom direk-ten Feedback“, so Rudolf Frierss.


Interview mit Geschäftsführer Rudolf Frierss

Rudolf Frierss ist einer der Geschäftsführer von Frierrs.
© Peter Just Rudolf Frierss ist einer der Geschäftsführer von Frierrs.

Was ist die größte ­Herausforderung?

Rudolf Frierss: Ständig auf gleichbleibend hohem Niveau zu produzieren. Die Kunden erwarten sich, dass unsere Produkte immer gleich gut sind. Fehler darf man sich da keine erlauben, darum investieren wir viel in das Qualitätsmanagement.

Wie wichtig sind Innovationen bei Ihrer Arbeit?

Gerade bei Produkten sind sie sehr wichtig. Egal, wie erfolgreich man ist, man muss auch immer wieder Neues auf den Markt bringen.

Ihr Mitarbeiterstand wächst. Wie einfach ist es, gute Leute zu finden?

Es ist wirklich sehr schwierig. Wir bilden deshalb selbst aus: Derzeit haben wir drei Lehrlinge im Betrieb.

Wenn Sie einen Wunsch an die Politik frei hätten – welcher wäre das?

Da gibt es einiges. Unternehmen wird das Geld, das sie erwirtschaften, regelrecht aus der Tasche gezogen. Steuern und Lohnabgaben sind viel zu hoch. Von mir aus könnte man Förderungen streichen und dafür die Abgaben senken. Und wir brauchen mehr Gerechtigkeit.

Was ist ungerecht?

Unsere Mitarbeiter sind brav und fleißig, aber einen großen Teil ihres Gehalts müssen sie an den Staat abgeben. Andererseits gibt es Leute, die nicht arbeiten wollen und trotzdem gut leben können. So ein System ist ungerecht und fördert die Arbeitsmoral überhaupt nicht.

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