th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home
news.wko.at

Eder Blechbau verbindet Tradition und Moderne

Von der kleinen Spenglerei zu einem der Top-Blechbau-Betriebe in Kärnten – Eder Blechbau aus Völkermarkt setzt seit den 1960ern auf traditionelles Handwerk und moderne Technologie.

Der Ingenieur Reinhard Werbitsch kommt aus der Baubranche, fühlt sich als neuer Geschäftsführer von Eder Blechbau aber auch beim Metall zu Hause. Auch Lüftungssysteme nach Maß stehen da auf der Produktionsliste.
© Florian Mori Der Ingenieur Reinhard Werbitsch kommt aus der Baubranche, fühlt sich als neuer Geschäftsführer von Eder Blechbau aber auch beim Metall zu Hause. Auch Lüftungssysteme nach Maß stehen da auf der Produktionsliste.

Aus den Visionen eines Architekten oder Bauherren ein konkretes Produkt erstellen, ist nicht immer die einfachste Aufgabe. Eder Blechbau setzt genau hier tagtäglich an. „Vom Auftrag bis zur Montage einer Fassade bieten wir ein Rundum-Paket aus Metall“, erklärt Geschäftsführer Reinhard Werbitsch. Jahrelange Erfahrung im „Engineering“ ist das Steckenpferd des Blechbau-Unternehmens in Völkermarkt.

Aus einer kleinen Spenglerei, die 1962 in der Bezirksstadt von Reinhard Eder gegründet wurde, ist ein Unternehmen mit 70 bis 100 Mitarbeiter geworden. Der Ein-Mann-Betrieb setzte schon damals auf moderne Technik, kaufte etwa die erste 6-Meter-Abkantmaschine Kärntens, installierte ein eigenes Laserschneidezentrum und wechselte bald den Standort innerhalb Völkermarkts, weil der Platz schnell zu eng wurde. „Eigentlich war der Gründer Oberkärntner. Er hat sich aber schlau gemacht, wo in Kärnten sein Gewerk gebraucht werden könnte, und die Firma in Völkermarkt aufgemacht“, erzählt Werbitsch. Der ausgebildete Bauingenieur, der bereits im Hoch- und Tiefbau tätig war, ist erst seit kurzem an der Unternehmensspitze.

Zusammenarbeit wird groß geschrieben

Eine Philosophie verbindet ihn besonders mit dem Traditionsbetrieb: „In der Wirtschaft müssen immer drei zufrieden sein, hat mir der Gründer Reinhard Eder einmal erklärt: der Kunde, der Unternehmer und der Mitarbeiter.“ Ohne qualifizierte und zufriedene Mitarbeiter könne kein Betrieb bestehen. In Zukunft setzt der Neo-Geschäftsführer deshalb auch vermehrt auf die Weiterbildung und Ausbildung von Lehrlingen. Drei beschäftigt Eder Blechbau aktuell in den Bereichen Metallbau- und Blechtechnik und als Technische Zeichner. Viele der Mitarbeiter sind seit Jahren im Betrieb, einige sogar bereits seit ihrer Spenglerlehre in den 1970ern.

Weltweit mit Aufträgen unterwegs

Für die vier Bereiche Fassadenbau, Lüftungssysteme, Auftragsfertigung und Einfassungen für Solar- und Photovoltaik-Kollektoren, die das Unternehmen abdeckt, ist die Praxis­erfahrung bei allen gefragt. Werbitsch: „Wir versuchen jeden Mitarbeiter am Beginn in allen Bereichen der Produktion mitarbeiten zu lassen. So hat jeder, egal ob an der Maschine oder später im Verkauf, einen besonderen Bezug zum Produkt und einen ganzheitlichen Blick auf die Möglichkeiten.“
Das meiste wird im Haus gefertigt, einiges mit regionalen Partnern entwickelt. „Das bringt uns einen klaren Vorteil in Sachen Flexibilität und Pünktlichkeit, immerhin müssen wir nicht etwa erst ins Ausland und wieder retour, um dann erst wieder zu einer Baustelle zu fahren.“

Geliefert wird für Aufträge weltweit. Im Bereich des Fassadenbaus, der zwei Drittel des Umsatzes ausmacht, liegt der Fokus auf Österreich. „Die Fassade des Klagenfurter Seepark Hotels oder des Hauptbahnhofes in Klagenfurt sind Referenzen“, sagt Werbitsch. Hinter solchen Projekten steckt hohe Ingenieurskunst. „Wir bauen in solchen Fällen Modelle bei uns.“ Meist entwickle sich aus einer groben Idee des Kunden erst das fertige Projekt. „Ganz nach dem Prinzip, eine individuelle Verbindung von traditioneller Handwerkskunst und moderner Technologie herzustellen.“


Interview mit dem Geschäftsführer Reinhard Werbitsch


Der studierte Bauingenieur Reinhard Werbitsch ist seit  Februar 2018 Geschäftsführer.
© Florian Mori Der studierte Bauingenieur Reinhard Werbitsch ist seit Februar 2018 Geschäftsführer.

„Kärntner Wirtschaft“: Was macht erfolgreich gelebtes Unternehmertum aus?

Reinhard Werbitsch: In einem Unternehmen müssen alle – die Führungsetage und die Mitarbeiter – an einem Strang ziehen. Alle müssen an einer gemeinsamen Vision arbeiten, um ihre Kunden und Auftraggeber zu begeistern. Und alle sollten das, was sie tun, gerne tun. Das Unternehmen muss dazu die optimalen Rahmenbedingungen schaffen.

Für welche Werte muss ein Unternehmen stehen?

Stabilität, Vertrauen und Engagement! Und alles das den Kunden, Geschäftspartnern und vor allem den Mitarbeitern gegenüber. Fairness gegenüber allen Beteiligten sowie Transparenz sind mir persönlich sehr wichtig. Und dabei müssen Führungskräfte mit gutem Beispiel vor­angehen. Ich kann nicht von meinen Mitarbeitern erwarten, Überstunden zu machen, und selbst zu Mittag nach Hause gehen.

Warum sind Unternehmen wichtig für die Region und das Land?

Unternehmen schaffen Wertschöpfung, Arbeitsplätze und sorgen für die Ausbildung und Qualifizierung der Menschen in der Region. Zusätzlich braucht es im Land selbstverständlich auch Ausbildungsstätten, wie die HTL oder Fachhochschulen und Universitäten. 54 Prozent der Wertschöpfung in Kärnten kommen aus der Industrie, 45 Prozent der Beschäftigten arbeiten in einem Industriebetrieb – Kärnten hat in diesem Bereich bereits eine nicht zu unterschätzende Wirtschaftskraft, die es aber noch auszubauen gilt.

Haben Sie einen Wunsch an die politischen Entscheidungsträger?

Die Politik muss sicherlich zu­allererst Rahmenbedingungen schaffen, damit die Wirtschaft wachsen kann. Dazu bedarf es eines gewissen Weitblicks, abseits von einzelnen Wahlergebnissen. Investitionen in die Infra­struktur machen das Land attraktiver für Betriebe und Fachkräfte. Kärnten fehlt ein wichtiger wirtschaftlicher Ballungsraum entlang der Achse Klagenfurt–Villach–St. Veit. Hier könnten sich Cluster bilden, wie man sie in Oberösterreich kennt, die Fachkräfte im Land halten

Womit kämpft die Kärntner Wirtschaft außerdem?

Wir müssen wettbewerbsfähig bleiben – was im Vergleich mit Billiglohnländern oder auch Italien und Deutschland nicht immer einfach ist. Die Lohnnebenkosten sind zu hoch. Wir punkten aber mit unserer Qualität und Erfahrung, traditionelles Handwerk, klassische Industrie und Hightech zu verbinden.


Das könnte Sie auch interessieren

  • Erfolg aus Kärnten
Zwei Generationen an Rosenzüchtern: Christian und Arthur Prinz.

Mit Beeren fing bei Rosen Prinz alles an

Rosen sind die Leidenschaft von vier Prinz-Generationen in Wolfsberg. Die Zeiten waren aber nicht immer leicht. Dass das Unternehmen seit 82 Jahren existiert, verdankt es vor allem seiner Wandlungsfähigkeit. mehr

  • Guten Tag
Tamara Böhm (32) ist seit 2016 selbstständig als Hausverwalterin tätig.

Guten Tag Tamara Böhm

Tamara Böhm (32) ist seit 2016 selbstständig als Hausverwalterin tätig. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten mit Lebensgefährten Daniel sowie Freunden und Familie. mehr

  • Erfolg aus Kärnten
Marko Taferner ist in Sachen Wasser Experte. Bevor er die MTA Messtechnik GmbH gründete, war er in Schweden selbstständig.

Sie kümmern sich um das Gold der Zukunft

Den Mitarbeitern von MTA Messtechnik fließt Wasser durch die Adern: Das Team aus St. Veit lebt weltweit für die Optimierung und Inspektion von Rohrleitungen jeder Art. mehr