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Ein Familienbetrieb, der immer in Bewegung ist

Von kleinen Schichtfahrten bis zu einem der größten privaten Busreiseanbieter Kärntens: Familie Bacher beweist seit 51 Jahren unternehmerisches Geschick und beschäftigt 100 Mitarbeiter in Radenthein, Feldkirchen, Gmünd und Klagenfurt.

Ulrich Bacher mit seinem Vater Hubert, Bruder Martin und seiner Frau Marlene, seiner Mutter Hildeburg und die nächste Generation Markus und Matthias halten zusammen.
© KK Ulrich Bacher mit seinem Vater Hubert, Bruder Martin und seiner Frau Marlene, seiner Mutter Hildeburg und die nächste Generation Markus und Matthias halten zusammen.

In den 1970er Jahren war Radenthein ein wichtiger Wirtschaftsstandort und viele Menschen pendelten in das Magnesitwerk. Damals führten Hubert und Hildeburg Bacher den Gasthof „Gartenrast“ in der zweiten Generation und erkannten den Bedarf an Transportdienstleistungen. Sie übernahmen erste Schichtfahrten und Lifttransfers.

Was damals als Einzelunternehmen begann, entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem großen Busbetrieb. Chauffeure wurden eingestellt, der Fuhrpark erweitert. Heute beschäftigt der Familienbetrieb in allen Tochtergesellschaften rund 50 Mitarbeiter, hat über 40 Fahrzeuge und Reisebürostandorte in Radenthein, Feldkirchen, Klagenfurt und Gmünd. 

„Trotz unserer Größe sind wir kein anonymes Unternehmen wie ein Konzern. Die Unternehmer­familie ist immer greifbar. Wir sind rund um die Uhr für unsere Mitarbeiter und Kunden da“, erzählt Martin Bacher. Er führt den Reise- und Busbetrieb seiner Eltern weiter, seine Frau Marlene kümmert sich ums Marketing. 

Die Familie arbeitet zusammen

Sein Bruder Ulrich Bacher hat die „Gartenrast“ übernommen und sich mit seinem selbst gebrauten Bier „Shilling“ einen Namen gemacht. Jeder aus der Unternehmerfamilie hat seinen eigenen Aufgabenbereich und packt mit an. So fährt Martin Bacher in der Früh selbst einen Schülerbus. „Ich schätze diese Abwechslung und es ist gut, wenn man als Busfahrer in der Praxis bleibt“, verrät er. Sein Arbeitstag beginnt meist um fünf Uhr morgens und endet um acht Uhr abends. 

Obwohl er mit dem Reisebüro an der Quelle sitzt, gönnt er sich nur ein paar Tage Urlaub im Jahr. Sein Herzblut hänge am Unternehmen und dieses ist in den vergangenen Jahrzehnten stetig gewachsen. Vieles habe sich einfach ergeben, ohne das es vorher lange geplant war. Für einen Familienbetrieb waren das große Schritte, die jetzt gefestigt werden müssen. Denn Expansion ist nicht immer einfach.

Im vergangenen Jahr hat Bacher auch den gesamten öffentlichen Linienverkehr im Lieser- und Malta­tal übernommen und dort zehn Fahrzeuge im Einsatz. „Da sind wir schon sehr gefordert und haben sicher auch Fehler gemacht. Das sei der Kurzfristigkeit und des Umfangs des Projekts zuzuschreiben. Aber wir sind dran und bemühen uns, besser zu werden“, sagt Bacher.

Fachkräfte fehlen

Ein echtes Problem ist der Engpass an Mitarbeitern. „Du brauchst sieben Fahrer und keiner meldet sich, das ist für Unternehmen hart.“ Aber nicht nur im Busbereich, ähnliches spiele sich im gesamten Dienstleistungsbereich ab, auch in der Gastronomie. „Am Wochenende arbeiten ist in unserer freizeitorientierten Gesellschaft nicht mehr so gefragt“, sagt Bacher. Das macht das Wachstum für Betriebe schwieriger. Für ihn seien verlässliche Mitarbeiter das Fundament. „Ich ziehe die Fäden im Hintergrund und unser Team leistet im Vordergrund tolle Arbeit. Darauf sind wir stolz.“

Bei Bacher werden Lehrlinge in verschiedenen Bereichen ausgebildet, auch als Lehre mit Matura. Neben qualifizierten Mitarbeitern setzt Familie Bacher schon lange auf Zusammenarbeit statt Konkurrenzdenken. „Kooperation heißt, dass man ab und zu auf etwas verzichten muss, um unterm Strich mehr zu haben.“ Das bedeute Kompromisse, aber für den, der das Gesamte im Blick hat, lohnt sich das. Damit die Zusammenarbeit wie zum Beispiel mit den Buspartnern langfristig funktioniert, brauche es die richtigen Partner. „Man muss den anderen akzeptieren, so wie er ist, mit all seinen Stärken und Schwächen“, weiß Bacher. Wie bei einer guten Ehe bedeute eine Kooperation immer permanente Arbeit. Dazu braucht es Raum für Weiterentwicklung, Ehrlichkeit und Offenheit.


Interview mit Martin Bacher von Bacher Reisen

Martin Bacher steuert nicht nur den Betrieb, sondern auch Busse.
© KK Martin Bacher steuert nicht nur den Betrieb, sondern auch Busse.

Was bedeutet erfolgreiches Unternehmertum für Sie?

Martin Bacher: In all das, was man tut, sein ganzes Herzblut legen und Aufgaben mit Begeisterung, Fleiß und Konsequenz anzugehen. Das Fundament unseres Unternehmens sind die Mitarbeiter.

Ihr Wunsch an die Politik?

Entbürokratisierung. Es gibt so viele unsinnige Bestimmungen, die einem das Leben schwer machen, und es bleibt fast keine Zeit mehr für Kunden, weil man mit der Bürokratie ständig ausgelas­tet ist. Die Auflagen werden immer mehr. Wenn das so weitergeht, braucht jeder Buslenker eine Sekretärin, die sich unterwegs um den Papierkram kümmert.

Ihr Tipp für Jungunternehmen?

Sich nicht vom Weg abbringen lassen, an sich glauben und sich nicht von Anfangsschwierigkeiten demotivieren lassen. Konsequentes Arbeiten lohnt sich auf lange Sicht. Als Unternehmer ist man selbst und ständig, das muss jedem klar sein.

Im nächsten Leben ...

... würde ich wieder Unternehmer werden.


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