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Altrichter: "Gründer müssen durch das Tal der Tränen"

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© KK/Kulmer Auch in Kärnten hält Michael Altrichter Ausschau nach spannenden Start-ups und gibt ihnen Tipps.

Warum machen Sie bei der TV-Show „2 Minuten, 2 Millionen“ mit?

Michael Altrichter: Die Fernsehshow hat eine enorme Breitenwirkung und damit kann das Thema Start-up in Österreich weiter nach vorne gebracht werden. Aktuell erleben wir einen Aufschwung in der ganzen Start-up-Szene. Und natürlich ist das auch für mich eine Quelle an neuen, interessanten Start-ups.

Wie viele der TV-Deals kommen tatsächlich zustande?

Wir sind sehr stolz darauf, dass die Mehrheit der Deals, die vor der Kamera geschlossen werden, tatsächlich umgesetzt werden. Natürlich kann es aufgrund falscher oder fehlender Information vorkommen, dass ein Deal nicht zustande kommt. Aber der Großteil der Deals in Österreich hält und das ist weltweit einzigartig. Denn  in Deutschland oder in den USA
ist es nicht so.

Als Business Angel haben Sie in 32 Unternehmen inves­tiert. Mit Erfolg?

Was mein Portfolio betrifft, lässt sich das gut dritteln: Bei einem Drittel der Start-ups läuft es nicht so gut, ein Drittel entwickelt sich okay und das letzte Drittel wird richtig groß und rockt am Markt. Das bringt auch den finanziellen Erfolg.

Entscheidungen treffen Sie recht schnell.

Ja, das kommt vor. Ich habe ge-merkt, je länger eine Entscheidung dauert, umso mehr lässt man sich von rationalen Gründen leiten. Wenn sich eine Entscheidung über Wochen hinzieht oder ein Meeting dem anderen folgt, ist das meist kein gutes Vorzeichen. Grundsätzlich sollte man viel weniger Businesspläne lesen, stattdessen einfach mehr auf sein Bauchgefühl hören. Das stellt sich rasch ein und ist noch immer das beste Entscheidungskriterium.

Wann ist es an der Zeit, eine Idee fallen zu lassen?

Dafür gibt es zwei wesentliche Gründe: Erstens, wenn das Geschäftsmodell nicht funktioniert, was des Öfteren vorkommt, aber auch kein anderes Geschäftsmodell gefunden wird. Zweitens, das ist der häufigste Fall, wenn es Unstimmigkeiten, Streitereien oder private Gründe zwischen dem Gründerteam gibt. Dann ist es aussichtslos, das Start-up weiterzuführen. Abgesehen davon, ob das Produkt gut oder der Markt vorhanden ist.

Was können sich gestandene Unternehmen von Start-ups abschauen?

Viele Unternehmen haben noch nicht erkannt, dass wir uns gerade in der digitalen Disruption, der größten Umwälzung der Menschheitsgeschichte, befinden. Ohne festgefahrene Strukturen können junge Leute leichter einfach einmal etwas Neues ausprobieren. Familienbetriebe, die es seit Generationen gibt, können sich eine gewisse Flexibilität und einen neuen, beschwingten Arbeitsstil mit Rücksicht auf die Work-Life-Balance abschauen.

Ihre Botschaft an Gründer?

Nicht so schnell aufgeben. Auch durch das Tal der Tränen wandern und wenn es einmal schiefgeht, aufstehen, Krone richten, weiter- gehen. Das gehört zu einem natürlichen Entwicklungszyklus. Und das Start-up-Leben genießen. Es ist besser als jeder MBA.

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