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Kurzarbeit, Entlastung, Öffnungszeiten: Worauf es für Wirte jetzt ankommt

Kärntens Gastronomen scharren in den Startlöchern und hoffen auf eine baldige Öffnung. Das wird aber nicht reichen: Um diesen „Shutdown“ betriebswirtschaftlich zu überleben, wird die Branche ein Paket begleitender Maßnahmen benötigen.

Wann Gastronomiebetriebe wieder öffnen dürfen, steht noch nicht fest.
© pixabay/PublicDomainPictures
Wann Gastronomiebetriebe wieder öffnen dürfen, steht noch nicht fest. „Natürlich hoffen wir, dass das so bald als möglich sein wird. Jeder Tag, an dem wir nicht arbeiten dürfen, macht die Situation für unsere Branche schwieriger“, sagt Stefan Sternad, Obmann der WK-Fachgruppe Gastronomie. Er warnt aber auch vor unsinnigen Regelungen: „Was wir auf keinen Fall brauchen können, sind beispielsweise Öffnungszeiten nur über die Mittagszeit. Das wäre auch nur schwer zu argumentieren: Warum sollte man nur zu Mittag essen dürfen – und abends nicht?“ Außerdem hofft er, dass es zumindest im Sommer wieder möglich sein wird, Familienfeiern in etwas größerem Rahmen abzuhalten. „Jetzt ist wohl nicht der richtige Zeitpunkt, um über Großveranstaltungen mit Tausenden Besuchern nachzudenken. Für die Wertschöpfung der heimischen Klein- und Mittelunternehmen wäre es wichtiger, zumindest private Feiern mit 50 bis 100 Personen wieder zu ermöglichen“, gibt er zu bedenken.

Experten in Sachen Hygiene

Dass die Wirte in der Lage sind, sich an schwierige Situationen anzupassen, habe sich bei der vorbildhaften Umsetzung von Liefer- und Abholservice gezeigt. „Aber man muss uns die Chance geben, unsere Betriebe profitabel führen zu können. Sonst wird sich die Coronakrise zu einer Wirtschaftskrise entwickeln“, mahnt Sternad.

Für eine zeitnahe Öffnung der Gastronomiebetriebe spreche außerdem, dass Gastronomen über Hygiene-Know-how verfügen wie es in kaum einer anderen Branche üblich ist: „Hygieneschulungen gehören zum gastronomischen Einmaleins. Die Gastronomie hat in Österreich enorm hohe Standards im Hygienebereich zu erfüllen, deren Einhaltung schon bisher laufend kontrolliert wurde. Gastronomen sind also Profis in Sachen Hygiene! Und wir werden unseren Gästen auch in Zukunft größtmögliche Sicherheit bieten.“ In diesem Zusammenhang zeige sich auch, wie wichtig Meister- und Befähigungsprüfungen im Gastgewerbe sind: Gut ausgebildete Unternehmerinnen und Unternehmer haben das Know-how, um solch schwierige Situationen gut zu meistern.

Kurzarbeitsmodell überarbeiten

Die Betriebe wieder öffnen zu lassen, werde aber nicht ausreichen, um die Branche wiederzubeleben. Besonders wichtig sei, dass das Kurzarbeitsmodell auf die Bedürfnisse der Gastronomiebetriebe angepasst wird, fordert der Wirtesprecher: „Wir brauchen ein Modell, das auch für jene Mitarbeiter gilt, die nach ‚dem Hochfahren‘ neu eingestellt werden. Niemand weiß, wie die Gäste auf die Öffnung der Gastronomiebetriebe reagieren werden. Wenn die Personalkosten dann die erwirtschafteten Umsätze übersteigen, ist niemandem geholfen.“

Außerdem müsse die Kurzarbeit dringend entbürokratisiert werden. Derzeit ist vorgesehen, dass Unternehmer bei jedem Anstieg der Arbeitszeiten neue Formulare und Einverständniserklärungen der Mitarbeiter einreichen müssen. „Der Aufwand ist gewaltig! Damit blockiert man gerade jene, die sich engagieren und deren Betriebe gut anlaufen. Und jedem muss klar sein: Das kostet viel Geld. Die Anträge sind so kompliziert, dass man sie ohne Lohnverrechner oder Steuerberater de facto nicht ausfüllen kann“, ärgert sich Sternad. Damit das Geld nicht in einem bürokratischen Kreislauf zu versickern beginne, sei dringend mehr Flexibilität nötig: „Dasselbe Formular ständig neu ausfüllen zu müssen, kann doch nicht im Interesse der Politik sein. Diese Vereinbarung mit den Mitarbeitern einmal auszufüllen, muss genügen“, fordert er.

Entlastungen dringend nötig

Um die Branche in eine erfolgreiche Zukunft führen zu können, müsse die Politik nun endlich erkennen, dass Entlastungen dringend nötig sind. Dass der Großteil der Betriebe nur wenige Wochen ohne Umsätze überlebensfähig ist, habe nämlich vor allem einen Grund: die enorme Abgaben- und Steuerbelastung. „Diese Krise zeigt uns, wie gering die Rücklagen in unserer Branche sind. Uns wird aber auch nicht die Möglichkeit gegeben, mit dem Geld zu arbeiten. Schon lange fordern wir, Gewinne über einen Zeitraum von fünf Jahren steuerfrei entnehmen zu können – beispielsweise für Investitionen, oder um Rücklagen bilden zu können“, so Sternad.
Das zeige, wie dringend die Rahmenbedingungen geändert werden müssen. „Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Die Gefahr ist groß, dass viele Betriebe diesen Shutdown nicht überstehen werden, sollte sich nicht rasch etwas ändern. Mein Appell an die Politik: Wir brauchen bessere Rahmenbedingungen – schnell und unbürokratisch. Wann, wenn nicht jetzt?!“

Auch die langjährige Forderung „mehr Netto vom Brutto“ müsse endlich umgesetzt werden, fordert er: „Wir brauchen mehr Möglichkeiten und mehr Flexibilität. Sehr wichtig wäre beispielsweise ein pauschaliertes Besteuerungsmodell für Aushilfen, damit sich ein Zweitjob in der Gastronomie rentiert“, erklärt der Fachgruppenobmann.

Rückfragen:
Wirtschaftskammer Kärnten
Fachgruppe Gastronomie
Mag. Guntram Jilka
T 05 90 90 4 - 610
Eguntram.jilka@wkk.or.at

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