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Wörtherseeautobahn: Konflikt um Tempo 100 spitzt sich zu

Für Verkehrslandesrat Köfer ist die Diskussion um die Geschwindigkeitsbegrenzung auf der A2 eine „Privatinitiative“ vom Umweltreferent Holub. 22 Kilometer Lärmschutzwände um rund 30 Millionen Euro wären damit „hinausgeschmissenes Geld“. Auch die Wirtschaftskammer ist dagegen.

Landesrat Verkehr Köfer
© WKK

„Tempo-100-Schikane – Nein danke!“ steht auf den bereits zu tausenden verteilten Autoaufklebern, mit denen Verkehrslandesrat Köfer gegen den umstrittenen Vorstoß seines grünen Regierungskollegen Rolf Holub kämpft. Er hat mit der Idee, ein generelles Tempolimit von 100 km/h für Pkw und 60 km/h für Lkw auf der Südautobahn im Wörtherseeabschnitt durchzusetzen, eine Protestlawine losgetreten. Für Köfer handelt es sich dabei lediglich um eine „Privatinitiative“ Holubs, denn das Thema sei weder mit der für Autobahnen zuständigen ASFINAG noch mit den zuständigen Landesabteilungen von LR Köfer (Lärmschutz) oder LR Darmann (Straßenverkehrsordnung) abgestimmt. Köfer: „Hier geht es nur um Profilierung auf Kosten der Autofahrer, da wird gegen Pendler und Bürger Politik gemacht.“

30 Millionen für den Lärmschutz

Darüber hinaus würde eine generelle Tempobremse alle bisherigen Lärmschutzmaßnahmen wie die Errichtung von 22.000 Laufmetern Lärmschutzwänden – bis zu sechs Meter hoch - unnötig machen. In Summe sind  bisher laut Schätzungen des zuständigen Referates mehr als 30 Millionen Euro in Lärmschutzmaßnahmen in diesem Streckenabschnitt investiert worden – „kommt Tempo 100, war das hinausgeschmissenes  Geld“, kritisiert Köfer.

Auch der Kärntner FPÖ-Obmann und Verkehrssicherheitsreferent Landesrat Gernot Darmann forderte von Landeshauptmann Peter Kaiser die Einberufung einer außerordentliche Regierungssitzung und die Vorlage des von Holub in Auftrag gegebenen „Geheim-Gutachtens“. Es dürfe nicht sein, dass Holub hier weiter nach eigenem Gutdünken ein ganzes Land und alle Autofahrer sowie die Wirtschaft in Geiselhaft nehme, so Darmann.

Staub wird durch Tempolimit zur Gefahr

Er und der Leiter der Straßenbauabteilung des Landes, Volker Bidmon, warnen bei Tempo 100 vor vermehrter Staubildung durch langsam fahrende Lkw, der erhöhten Gefahr von Auffahrunfällen und der Mautflucht auf die B83: „Da befürchten wir massive Auswirkungen, das kann nicht im Interesse der betroffenen Gemeinden sein.“ Die Lärmverminderung von drei Dezibel, auf die sich Holub beruft, sei lediglich das Ergebnis einer Computersimulation und in der Realität kaum wahrnehmbar. Zur Umsetzung des Tempolimits sei überdies die Errichtung einer Section Control zwischen der Klagenfurter Nordumfahrung und Warmbad Villach nötig – „das kostet viel Geld und ist eine reine Schikane für die Autofahrer.“

Wirtschaftskammer gegen Tempo 100

Mit neuen Gutachten will sich Köfer jetzt gegen diesen Akt grüner politischer Willkür zur Wehr setzen. Die Wirtschaftskammer hat sich bereits klar gegen Tempo 100/60 ausgesprochen: Elisabeth Rothmüller-Jannach, Obfrau der Sparte Transport und Verkehr, nannte das Vorhaben schlicht eine „Häkelei der Kärntner“, die auf die sommerlich hohen Temperaturen zurückzuführen sei.

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