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Wirtschaftsparlament: Mandl bricht Lanze für Pflichtmitgliedschaft

Vor rund 120 Wirtschaftsdelegierten stellt WK-Präsident Mandl klar: „Wir sind Teil der Lösung, nicht des Problems!“

Mandl Herk EuroSkills Graz Präsentation
© WKK Präsidiale Vorfreude auf die Eliten Europas: Jürgen Mandl und Josef Herk läuten die Vorbereitung auf die Berufseuropameisterschaft EuroSkills 2020 in Graz ein.

Mit der Bedeutung des Kärntner Mittelstands und der aktuellen Kampagne der Wirtschaftskammer Kärnten (Mittelstand – Fit fürs Land) begann heute Nachmittag Kärntens Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl seine Rede zur Kärntner Wirtschaftspolitik: „Mehr als 70 Prozent der Arbeitsplätze und drei Viertel der Wertschöpfung erwirtschaftet der Mittelstand in Kärnten – mit Kraft, mit Kreativität und mit Kontinuität, oftmals über Familiengenerationen aufgebaut. Ich bin sehr stolz darauf, dass wir solche Unternehmerinnen und Unternehmer in Kärnten haben.“ 

Kärnten-Wachstum über dem Schnitt

Mandl prophezeite der Kärntner Wirtschaft zur Freude der Wirtschaftsdelegierten aus allen Kärntner Sparten eine Rückkehr stabiler Wachstumsraten. Eine brandaktuelle Aussendung des WIFO sehe den Süden mit einem Wachstum von 1,5 % für 2016 sogar deutlich über dem Österreich-Schnitt. Doch auch für die Alpenrepublik gebe es nach vier Jahren Wirtschaftswachstum unter einem Prozent für 2017/2018 erstmals wieder Prognosen um die 1,5 %. Auch die Konjunkturumfrage der Wirtschaftskammer sowie jene der Industriellenvereinigung zeige positive Rückmeldungen aus der Elektro-/Elektronikbranche, aus der Chemie- und Holzindustrie. Mandl: „Auch Kärntens stärkste Industriesparte, die Maschinen- und Metallindustrie, blickt wieder optimistischer in die Zukunft.“ 

Wirtschaftskammer drängt auf Reformen

Die aktuelle politische Situation in Österreich verband Mandl mit einigen Fragezeichen, aber auch „vielen Chancen, die im absehbaren Ende einer zuletzt spürbar lustlos ausgelebten Verlängerung der Nachkriegsordnung in Österreich liegen.“ Weil die Wirtschaftskammer oft in einem Atemzug mit dem überholten Föderalismus und einer angeblich obsolet gewordenen Sozialpartnerschaft genannt werden, stellte Mandl klar: „Wir als Vertreter der Wirtschaft – und wie wir heute hier alle sitzen: Wir sind die Wirtschaft – sind keineswegs Teil des Problems, als das sich manche bemühen, uns hinzustellen. Wir sind Teil der Lösung, mit unserem steten Drängen nach Reformen, mit unseren substantiellen Programmen für ein stärkeres Unternehmertum, mit unseren Vorschlägen, Projekten und Initiativen. Lassen wir uns nicht hinstellen, als würden wir zu jenen gehören, die in der anbrechenden neuen Zeit keinen Platz mehr hätten: Wer, wenn nicht wir, wird zum Beispiel die enormen Veränderungen aufgrund der Digitalisierung bewältigen?“

Regierungsarbeit nicht bis zu den Neuwahlen auf Eis legen

Die Wirtschaft könne allerdings nicht warten, nur weil Neuwahlen anstehen würden. Bevor die Bundesregierung beschlossen habe, in vorzeitige Neuwahlen zu gehen, habe sie noch ein ambitioniertes Programm vorgelegt. „Aus unserer Sicht sind bis zum Herbst noch möglichst viele Punkte davon zu realisieren!“ Konkret nannte Mandl die Anhebung der Forschungsprämie von 12 auf 14 %, die Investitionszuwachsprämie für große Unternehmen und die Flexibilisierung der Arbeitszeiten. Zur Entbürokratisierung müsse das Anlagenrecht der Gewerbeordnung noch umgesetzt werden. Dazu bedürfe es einer Verfassungsmehrheit über den One-Stop-Shop und über das Prinzip „Beraten statt strafen“. Mandl: „Wichtig für die Wirtschaft wäre es auch, die bereits ausgearbeitete Bildungsreform rasch umzusetzen.“

124 Millionen Euro weniger Belastungen

Zum Abschluss betonte Mandl, dass sich selbstverständlich auch die Kammer anzupassen und weiterzuentwickeln habe: „Aber wer weiß besser als wir Unternehmer, dass das einzig Beständige der Wandel ist?“ Deshalb habe man auch eine engagierte Wirtschaftskammerreform vorgeschlagen, um mit gutem Beispiel voranzugehen. In ganz Österreich werde diese Reform eine Entlastung von 124 Millionen Euro pro Jahr für die Mitgliedbetriebe und viele neue Leistungen bringen. Wo sich für Mandl der Spaß der selbsternannten Kammerjäger aufhört, ist die Pflichtmitgliedschaft: „Ihren Gegnern, und das muss man klar erkennen, geht es keineswegs um Freiheit, Liberalisierung und Wettbewerb, sondern nur ums liebe Geld!“ Mandl: „Die Pflichtmitgliedschaft ist kein Anachronismus, sondern die Voraussetzung für unternehmerische Solidarität zwischen Groß und Klein, zwischen Arm und Reich. Gäbe es sie nicht - man müsste sie zum Wohl der Unternehmen glatt erfinden!“

Europas Elite kommt nach Graz

Schon vor Mandls Rede hatte sein steirischer Amtskollege Josef Herk das Großprojekt der Wirtschaftskammer Steiermark vorgestellt, die den Zuschlag erhalten hat, 2020 die Berufseuropameisterschaften „Euroskills“ in 40 Berufen und mit rund 100.000 Besuchern in Graz abzuhalten. Diese Präsentation war der Startschuss für eine Österreich-Tour Herks, um die Veranstaltung bei den Lehrbetrieben und Lehrlingen bekanntzumachen: „Wie können wir die jungen Leute finden, wie können wir sie motivieren, mitzumachen?“ Österreich sei amtierender Europameister mit 14 Medaillen - allerdings sehr stark in den traditionellen  Berufen, wie Herk mahnend anmerkte: „Wir dürfen den Anschluss in den neuen Berufsbildern nicht verlieren!“ Herks Ziel ist es, Österreich als Land der Fachkräfte zu positionieren und zu festigen. Die Anmeldefrist läuft nur bis Juni 2018, nach den Berufsstaatsmeisterschaften im Herbst 2018 werden schon die Kandidaten für die Euroskills nominiert.

Effizientes Kostenmanagement greift

Der vom Wirtschaftsparlament einstimmig beschlossene Rechnungsabschluss der Kammer für das Jahr 2016 weist ein ausgeglichenes Ergebnis aus. Die Gesamteinnahmen inklusive dem Finanzerfolg belaufen sich auf Euro 28.862.090. Davon entfallen auf die Finanzierung aus Kammerumlagen 68,3 %.  Die gesamten betrieblichen Aufwendungen inklusive der Bewegungen über zweckgebundenen Rücklagen betragen Euro 28.862.090. 

Die Kammer konnte durch effizientes Kostenmanagement die strategische Zielvorgabe, die laufenden Ausgaben durch laufende Einnahmen zu decken, erfüllen. Teilweise konnten auch die Investitionen gedeckt werden. Trotzdem wird es weiterer Anstrengungen bedürfen, die Zukunftsvorhaben im Rahmen des Projektes WKO 4.0 umzusetzen. 

Die Rechnungsabschlüsse der Fachgruppen weisen insgesamt einen Bilanzgewinn von 84.941,56 Euro aus. Sie wurden geprüft und vom Erweiterten Präsidium der Wirtschaftskammer Kärnten genehmigt.

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