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Wirtschaft: Getrübte Aussichten

Noch ist die Auftragslage gut, aber die Sorgen um Teuerung und Gasversorgung werfen ihre Schatten auf die Konjunkturerwartungen der Kärntner Unternehmen.

Gemeinsam Herausforderungen bewältigen: Landeshauptmann Peter Kaiser, Landeshauptmannstellvertreterin Gaby Schaunig, WK-Präsident Jürgen Mandl, Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig und WK-Wirtschaftspolitik-Leiter Herwig Draxler
© WKK/Studiohorst
Die 16. Kärntner Investitions- und Konjunkturkonferenz (KIKK) spiegelte heute Vormittag die unsichere Situation der europäischen Wirtschaft wider. Bei diesem Format informieren Vertreter aller Kärntner Branchen die Spitzen der Landespolitik über die aktuelle Situation der Betriebe und die Erwartungen für die nächsten Monate. Noch ist die Auftragslage bis in den Herbst hinein gut, aber das Wirtschaftsklima für die kommenden zwölf Monate wird deutlich negativ eingeschätzt und liegt auf demselben Niveau wie zum Ausklang der Finanzkrise 2009 und während der Corona-Pandemie 2021.

„Den Unternehmerinnen und Unternehmern in diesem Konglomerat von hohen Energie- und Rohstoffpreisen, Lieferkettenproblemen und Arbeitskosten Perspektiven zu geben, ist sehr herausfordernd“, fasste Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl die Ergebnisse der Konjunkturumfrage in der Kärntner Wirtschaft zusammen. Eine Reduktion der Gasversorgung und die weitere Verteuerung von Energie werde lediglich zu einer Abschwächung der Wirtschaftsleistung in letzten Quartal heuer und im ersten Quartal 2023 führen, ein völliger Gasstopp führe hingegen zu einer „extremen Herausforderung“, warnte Mandl.

Aufträge für die Bauwirtschaft und Energiewende

Bei der Landespolitik ist die Botschaft angekommen. „Wir müssen uns auf die Situation einstellen, damit wir diese neue Ära gut durchtauchen“, betonte Landeshauptmann Peter Kaiser nach der Konferenz. Er zählte eine Reihe von Maßnahmen auf, mit der die Politik durch verstärkte öffentliche Aufträge etwa im Baubereich und bei der Energiewende gegensteuern will: „Wir müssen den Energiemix schneller verändern und neben der Fotovoltaik ebenso bei der Windkraft klare Akzente setzen.“ Auch die Koralmbahn werde man als Chance in einer immer engeren Zusammenarbeit mit der Steiermark nutzen. Kaiser: „Die Landesregierung wird sich gemeinsam mit den Sozialpartnern und den Bürgerinnen und Bürgern mutig und mit offenem Visier den Herausforderungen stellen!“

Landeshauptmannstellvertreterin Gaby Schaunig unterstrich, man gehe aus der Konferenz mit einer eindeutigen To-do-Liste — „nicht mit einer kärntnerischen Tua-du-Liste“ ­— heraus. Sie nannte Forschung und Entwicklung mit einem Fokus auf Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung als Schwerpunkte. Dazu werde man auch entsprechende Fördermodelle anbieten, um die Transformation zu unterstützen. Im Bereich Arbeit gelte es, möglichst viele Menschen fit für den veränderten Arbeitsmarkt zu machen. In der Bauwirtschaft setzt das Land verstärkt auf öffentliche Investitionen etwa im Hoch- und Straßenbau, kündigte Schaunig an: „Die Zeiten werden uns viel abverlangen, was wir im Schulterschluss aller relevanten Kräfte in Kärnten bewältigen werden."

Prinzip Hoffnung keine Alternative

Auf klare Konzepte und offene Kommunikation setzt Wirtschafts- und Tourismuslandesrat Sebastian Schuschnig: „Wir können uns angesichts der Unsicherheiten nicht auf das Prinzip Hoffnung verlassen: Wenn es nicht funktioniert, gibt es ein wirtschaftliches Desaster, und ich möchte nicht, dass wir eine Zeit erleben, in der der soziale Friede in Frage gestellt wird.“

Herwig Draxler, der Leiter der wirtschaftspolitischen Abteilung der WK, fasst die Ergebnisse der Konjunkturumfrage zusammen: Das Wirtschaftswachstum schwäche sich zunehmend ab, WIFO und IHS würde im kommenden Jahr nur mehr mit 1,5 Prozent rechnen. Als positives Zeichen wertete Draxler die anhaltende Stärke des privaten Konsums und die stabilen Exporte. Außerdem würden zwei Drittel der Unternehmen an ihren geplanten Investitionen in den kommenden zwölf Monaten festhalten.

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