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Wirtschaft und Landwirtschaft gegen Lkw-Maut, für regionale Lebensmittel

Bauern und Betriebe befürchten zusätzliche Belastungen und verlangen Bestbieterprinzip bei Lebensmittelausschreibungen.

Eine deutliche Warnung vor weiteren Belastungen für Wirtschaft und Landwirtschaft sprachen heute LWK-Präsident Johann Mößler und WK-Präsident Jürgen Mandl aus. So werde etwa die immer wieder ins Spiel gebrachte flächendeckende Bemautung auch auf Landesstraßen zu einer Verteuerung der Produkte für Konsumenten, zu einer Belastung der Transporteure und zu einer weiteren Einkommensverschlechterung der bäuerlichen Produzenten führen. Mandl: "Wer angesichts der enormen Belastung der Betriebe, aber auch der sinkenden Wettbewerbsfähigkeit Österreichs und der steigenden Arbeitslosenzahlen den Ernst der Lage nicht erkannt hat und glaubt, die öffentliche Hand könne mit der flächendeckenden Lkw-Maut noch mehr zulangen, der gefährdet den Wirtschaftsstandort, der in aktuellen internationalen Rankings ohnehin immer weiter zurückfällt."

Landwirtschaftskammerpräsident Mößler und Wirtschaftskammerpräsident Mandl sind gegen Lkw-Maut und für regionale Lebensmittel.
Landwirtschaftskammerpräsident Mößler und Wirtschaftskammerpräsident Mandl sind gegen Lkw-Maut und für regionale Lebensmittel. Foto wkk/fritzpress

Bauern befürchten niedrigere Preise
Doch nicht nur das: "Die geplante Einführung einer flächendeckenden Maut auf Gemeinde- und Landesstraßen ist ein Frontalangriff auf den ländlichen Raum und seine Menschen!", kritisiert auch Landwirtschaftskammerpräsident Mößler. Er befürchtet eine Steigerung der Lebenshaltungskosten für die Menschen am Land, Betriebsabsiedelungen durch eine Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaftstreibenden im ländlichen Raum und damit einhergehende, steigende Arbeitslosigkeit am Land. Starker Verlierer wäre aber auch insbesondere die Land- und Forstwirtschaft, die ihre Produktion nicht verlegen kann. "Die Abfuhr von Milch, Holz oder Getreide würde sich verteuern – das schlägt auf die Preise für die Bauern", so Mößler.


So würde die Bewirtschaftung einer zwei Hektar großen Wiese in fünf Kilometer Entfernung vom Hof zusätzlich 70 Euro pro Jahr kosten, der Festmeter Holz würde um zwei Euro, die Fuhre Milch eines Kärntner Milch-Lkw um 110 Euro teurer. Mößler: "Das macht keinen Sinn, das macht uns nur noch zornig. Die Politiker sollen mit diesem Thema aufhören, sonst werden wir dieses Thema mit der ländlichen Bevölkerung noch viel intensiver diskutieren."

Öffentliche Hand soll regionale Lebensmittel forcieren
Einig sind sich Landwirtschaft und Wirtschaft auch bei der stärkeren Verwendung regionaler Lebensmittel im öffentlichen Bereich. Mößler: "Wo die öffentliche Hand im Einkauf von Lebensmitteln tätig ist, von der Kabeg über den Pflegebereich bis zu den Schulen, soll das Regierungsprogramm endlich umgesetzt werden und regionale Lebensmittel zum Einsatz kommen." Diese seien hinsichtlich der artgerechten Haltung, der Gentechnikfreiheit und des Klimaschutzes aufgrund kurzer Lieferwege im Zuge eines Bestbieter- statt des bisherigen Billigstbieterprinzips zu forcieren. Mößler: "Mit jedem Einkauf unterstützt man jemanden – wir wollen, dass die heimischen Produzenten und Veredelungsbetriebe unterstützt werden."

Auch für Mandl ist die Verwendung gesunder heimischer Lebensmittel eine Selbstverständlichkeit: „Da sollte man nicht nur bei jedem Erntedankfest darüber reden, das muss auch der öffentlichen Hand und jedem Einzelnen einen kleinen Beitrag wert sein. Hier geht es nicht nur um die Interessen der Produzenten, sondern um einen Impuls für den vorwiegend regionalen Bereich, was neben der ökologischen Komponente von kurzen Transportwegen auch die Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen im Land Kärnten bedeutet.“

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