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Kärntens Wirtschaft präsentiert Eckpfeiler der Energiewende

In der Transformation der Energieversorgung setzt die Wirtschaft vor dem großen Kärntner Energiegipfel am 28. Juli auf einen erneuerbaren Energiemix und warnt: Mit den aktuellen Rahmenbedingungen ist die Wende nicht zu schaffen.

Setzen sich für erneuerbaren Energiemix ein: Wirtschaftspolitik-Leiter Herwig Draxler, Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl und Energieexperte Christoph Aste
© WKK/Studiohorst

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine und die damit verbundenen Verwerfungen in der europäischen Energieversorgung haben die durch den Klimawandel bedingte Notwendigkeit einer Transformation von fossilen hin zu erneuerbaren, heimischen Energiequellen weiter dramatisch erhöht. Ziele eines künftigen Energiemasterplans müssen die Reduktion des CO2-Ausstoßes, die Verringerung der Abhängigkeit von Energieimporten und die Verstärkung der heimischen Wertschöpfung im Energiebereich sein, erklärte heute Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl bei einem Pressegespräch in Klagenfurt: „Kärnten hat dabei besonders günstige Voraussetzungen durch die nötigen Rohstoffe und die zum Teil international führenden Unternehmen. Aber es geht auch um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe, die derzeit etwa im Vergleich mit den USA fünfmal höhere Energiekosten haben.“ Kärnten müsse also ebenso auf politischer Ebene rasch und entschlossen handeln, sonst verpasse man die Energiewende, lautet seine Botschaft vor dem in einer Woche stattfindenden Kärntner Energiegipfel.

Zu wenig Strom im Winter

Auch Christoph Aste, Leiter des Gremiums „Energieexperten“ in der Wirtschaftskammer und selbst seit Jahrzehnten Planer und Betreiber von Alternativenergieanlagen, sieht eine „prekäre Situation“. Kärnten sei zwar bilanziell, also bei der Jahresenergieproduktion, noch gut aufgestellt, im Winter könne man den Verbrauch aber nicht decken und müsse Strom zukaufen: „Diese Lücke müssen wir in den Griff bekommen.“ Wenn nun laut EU 15 Prozent des Energieverbrauchs eingespart werden sollen, dann müsse die Wirtschaft auch die Möglichkeit zur Kompensation bekommen, verlangt Aste. Dazu sei allerdings ein Ausschöpfen aller Alternativen nötig, unterstrich der Experte und nannte an erster Stelle die Windkraft: „Dafür kämpfen wir seit zehn Jahren, jetzt werden uns offenbar 50 Windkraftanlagen zugestanden. Die stehen nur deshalb an der steirischen Grenze, weil dort aus Kärntner Sicht offenbar die Welt aufhört.“

Dass Kärnten kein Windland sei, bezeichnete Aste aus technischer Beurteilung als verfehlt: Vor allem im Winter könne der Wind die jahreszeitlich geringere Stromgewinnung aus Wasserkraft ausgleichen. Es brauche dafür allerdings — „von uns seit langem eingefordert, vom Land sträflich vernachlässigt“ — eine Energieraumplanung, wie sie etwa die Steiermark seit langem verfolge. „Windkraft ist dort besonders sinnvoll, wo die Infrastruktur zur Netzeinspeisung vorhanden ist und es auch die Verbraucher gibt.“ Als Beispiel nannte er die Nutzung von volatiler Windkraft zur Spitzenstromabdeckung über ein Pumpspeicherkraftwerk, wie es etwa auf der Soboth geplant sei.

Ausbau der Wasserkraft

Bei der Wasserkraft müsse neben der Investition in neue Pumpspeicherkraftwerke auch die bestehende Kleinwasserkraft ausgebaut werden, fordert Aste: „Schon heute versorgen 344 anerkannte Kleinwasserkraftwerke in Kärnten 233.000 Haushalte mit grünem Strom. Wir hätten sogar die Möglichkeit, diese Produktion durch Maßnahmen zur Effizienzsteigerung um 20 Prozent zu erhöhen. Doch man lässt uns nicht.“ Einschränkungen ortet Aste vor allem bei der Restwasservorschreibung — „50 Prozent sind zu viel“ — und jahrelangen Wasserrechtsverfahren. Solarthermie und Photovoltaik würden zwar in der öffentlichen Debatte gerne in den Mund genommen, spielten aber in der Wirklichkeit kaum eine Rolle, kritisiert Aste: „In unserem Flussbild, das grafisch alle Energieströme in Kärnten zeigt, findet man Solar und PV nur mit der Lupe.“

Bei Biomasse sei Kärnten führend in Österreich, man arbeite jetzt bereits an der Versorgung der Industrie, beispielsweise mit Dampf: „Das ist technisch aufwändiger, schwieriger, aber machbar.“ Wichtig sei auch der Bereich Biogas, da hat Kärnten laut dem Experten Aufholbedarf. Sein Appell: „Wir arbeiten in der Expertengruppe seit langem an Lösungen, stehen parat, haben die Expertise im Haus. Aber wenn man etwas will von der Wirtschaft, muss man uns auch die Möglichkeiten geben, sonst schaffen wir das nicht!“

Auch Herwig Draxler, Leiter der wirtschaftspolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer, unterstützt diese Forderung nach Einsetzung einer Taskforce unter starker Expertenbeteiligung: „Kärnten muss in diesem wichtigen Thema dringend Fahrt aufnehmen, sonst wird uns die Zeit überholen und wir werden die Energiewende nicht rechtzeitig umsetzen können!“

Rückfragen:
Wirtschaftskammer Kärnten
Wirtschaftspolitik
Ing. Mag. Herwig Draxler
T 05 90 90 4 – 220
Eherwig.draxler@wkk.or.at

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