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Wirtschaft fordert faire Verteilung von Rechten und Pflichten

WK-Präsident für offene Diskussion über Krankenstandsmissbrauch, Freizeitunfälle  und fiktive Sozialversicherungsbeiträge: „Kein Mitarbeiter soll krank zur Arbeit kommen, aber auch keiner sollte gesund zuhause bleiben“. 

Mandl Krankmeldung Entgeltfortzahlung
© WKK

Zufrieden mit der Diskussion um die unausgewogene Lastenverteilung bei den Krankenständen zeigte sich Kärntens Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl. Die Heftigkeit der Reaktionen vor allem auf Seiten der SPÖ zeige, dass der Vorstoß einen wunden Punkt getroffen habe. Mandl: „Krankenstände verursachen in Österreich Kosten von fast sechs Milliarden Euro, die ausschließlich die Wirtschaft zu tragen hat. Das ist eine Größenordnung, bei der man selbstverständlich auch vermeintlich wohlerworbene Rechte auf den Prüfstand der Zukunftstauglichkeit stellen muss.“

Kein medialer Aufschrei bei Registrierkassenpflicht

Dies gelte umso mehr, als sich um die wohlerworbenen Rechte der Unternehmer in diesem Land auch niemand sonderlich schere, unterstrich Mandl. Er habe beispielsweise den öffentlichen und medialen Aufschrei vermisst, als mit der Registrierkassenpflicht jeder Unternehmer unter den Generalverdacht der Steuerhinterziehung gestellt worden sei. Mandl: „Wenn Unternehmer von Politik und Verwaltung immer mehr gegängelt und drangsaliert werden, ist es völlig legitim, auch andere heute gängige Praktiken zu hinterfragen. Dazu gehört auch der Krankenstandsmissbrauch. Selbstverständlich sind wir stolz auf unsere engagierten, hochqualifizierten Mitarbeiter, die sich im Falle einer Erkrankung natürlich auskurieren sollen. Um es klar zu sagen: Kein Mitarbeiter soll deshalb krank zur Arbeit kommen, aber auch keiner sollte gesund zuhause bleiben, nur weil er keine Lust hat. Jeder Unternehmer kann heute ein Lied singen von Leuten, die das System, ihre korrekten Kollegen und den Betrieb ausnutzen: Nichts anderes ist Krankenstandsmissbrauch.“

Zeit für eine faire Verteilung

Es sei hoch an der Zeit, eine faire Verteilung von Rechten und Pflichten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu diskutieren. Dazu gehöre der nun auf dem Tisch liegende Vorschlag, der Erkrankte solle sich an den Kosten seines Krankenstandes beteiligen. Mandl: „Ich kann mir auch eine Regelung mit Wahlfreiheit vorstellen: Entweder man trägt die ersten beiden Krankenstandstage selbst oder man bringt ab dem ersten Krankenstandstag ein ärztliches Attest, wie es ohnehin gesetzlich vorgesehen ist.“ Auch die Ärzte lud Mandl ein, sich an der Debatte zu beteiligen; sie müssten sich der Verantwortung für die wirtschaftlichen Folgen ihrer Krankschreibung stärker bewusst sein.

Sozialabgaben für das Weihnachtsgeld?

Eine weitere Skurrilität, die in diesem Zusammenhang zu klären sei, seien die Sozialversicherungsbeiträge, die Unternehmer auch für das 13. und 14. Monatsgehalt ihrer Mitarbeiter zahlen müssen. Mandl: „Das soll mir einmal jemand zeigen, wie man im 13. und 14. Monat des Jahres krank wird.“ Auch an der Neuregelung der Freizeitunfälle will Mandl festhalten: „Da geht es natürlich nicht um Fitness und Gesundheitssportarten. Aber wenn jemand sich am Wochenende beim Downhill-Mountainbiken, beim Sportklettern oder beim Drachenfliegen verletzt, dann muss die Frage erlaubt sein, warum der Arbeitgeber des Verunfallten sechs Wochen lang das volle Entgelt fortzahlen muss, obwohl der Mitarbeiter nicht zur Arbeit kommen kann. Hier wird man über einen angemessenen Selbstbehalt wohl nachdenken dürfen.“

Kosten nicht allein tragen

Zur Kritik der SPÖ („Generalangriff auf die arbeitende Bevölkerung“) meinte Mandl nur, er zähle sich auch zur arbeitenden Bevölkerung: „Selbstverständlich hat jeder Arbeitnehmer das Recht, sich von Krankheiten und Verletzungen erholen zu dürfen, wie Herr Seiser das formuliert. Aber wieso er das in jedem Fall auf Kosten und zu Lasten seines Arbeitgebers tun soll, kann ich nicht nachvollziehen. Wir müssen aufhören, zu glauben, der Unternehmer ist die Melkkuh der Nation, und eine offene Debatte über die Pflichten der Unternehmer, aber auch der Arbeitnehmer führen. Dass es hier nicht nur Engel, sondern auch Bengel gibt, zeigt doch aktuell der Fall der Wiener Stadtwerke, deren Beamte sage und schreibe 28 Tage pro Jahr krank sind – doppelt so viel wie in der Privatwirtschaft. Um deren Gesundheit sollte sich Herr Seiser sorgen.“

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