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Wirtschaft bildet

Neben der Interessenvertretung und dem Unternehmerservice ist die Wirtschaftskammer einer der wichtigsten Bildungsakteure in Kärnten. Das Erfolgsmodell der dualen Ausbildung soll nun der zentrale Bildungsstandard in Österreich werden.

Mag. Andreas Görgei, Leiter des WIFI Kärnten und Präsident Jürgen Mandl
© WKK/fritzpress

Die WK Kärnten bringt sich dabei nicht nur mit ihrem Know-how aktiv in die Gestaltung der Kärntner Bildungslandschaft ein, sondern übernimmt mit ihren Bildungsinstitutionen eine breite Verantwortung für die Entwicklung des Humankapitals am Wirtschaftsstandort. WK-Präsident Jürgen Mandl: „Seit der Jahrtausendwende hat die Wirtschaftskammer aus Mitgliedsbeiträgen mehr als 50 Millionen Euro in Kärntner Bildungseinrichtungen investiert.“ Allein die laufenden Aufwendungen der WK für den Bildungsbereich betragen ohne Berücksichtigung der Großinvestitionen (so kostet nur der regelmäßig fällige Austausch der computergesteuerten Drehmaschinen eine Million Euro) mehr als zwei Millionen Euro pro Jahr.

WIFI Technikzentrum 12,0
WIFI Haupthaus Erweiterung 10,0
WIFI Villach 5,0
WIFI Spittal 3,0
WIFI Wolfsberg 2,8
Test- und Ausbildungszentrum TAZ 5,8
Gastrozentrum 2,7
Fräskompetenzzentrum 0,5
Fleischkompetenzzentrum 0,4
Friseurwerkstätte 0,2
Drehmaschinen CNC 0,8
Ausstattung und  Modernisierung 2001 bis 2015 7,2
GESAMTINVESTITIONEN 50,4



Das Selbstverständnis und der Auftrag der gesetzlichen Unternehmervertretung sind Interessenvertretung, Service und Bildung. In allen drei Aufgabenstellungen erfüllt die Wirtschaftskammer ihre Mission. Im Bereich der Bildung bietet die WK eine Vielzahl von Services und Bildungsmöglichkeiten, die ohne die Beiträge der Wirtschaft nicht denkbar wären. Zu diesen Leistungen gehören: 

  • WIFI Kärnten
  • 28.000 Teilnehmer, 2.500 Kurse, 8 Standorte: 50 Millionen Euro investierte die WK mit Hilfe von Mitgliedsbeiträgen. Vierfach wurde das WIFI mit dem Staatspreis für Unternehmensqualität ausgezeichnet. 
  • Test- und Ausbildungszentrum (TAZ)
    Das TAZ ist ein europaweit einzigartiges Testcenter für Stärken- und Talentechecks. Seit der Eröffnung 2012 wurden 20.000 Jugendliche getestet (80% aller Jugendlichen in Kärnten, 3.700 pro Jahr).  
  • Talenteakademie
    Diese Initiative nach dem Vorbild des ÖSV betreut 89 zukünftige Staats-, Europa- und Weltmeister. Auch der „Lehrling des Jahres“ und “Mentor des Jahres“ werden von der Talenteakademie organisiert.
  • Meisterprüfungs- und Lehrlingsstelle
    4.000 Lehrverträge pro Jahr, 3.200 Lehrabschlussprüfungen pro Jahr - die Meisterprüfungs- und Lehrlingsstelle ist die erste Beratungs- und Servicestelle für alle Fragen rund um 150 verschiedene Lehrberufe und wickelt auch die Lehrbetriebsförderung des Bundes mit jährlich rund 11.000 Förderfällen und einem Fördervolumen von zehn Millionen Euro vorwiegend für heimische Betriebe ab.
  • Internationale Schule
    Die WK unterstützt die Internationale Schule mit rund 400.000 Euro pro Jahr.
  • Volkswirtschaftliche Gesellschaft
    Sie organisiert jährlich 12 öffentliche Vorträge mit über 1.200 Teilnehmern und hält mehr als 100 Schulvorträge. 25 „Juniorfirmen“ wurden von über 400 Schülern gegründet. 

Die Lehre – ein ewig junger Megaerfolg

Wohlstand entsteht durch Unternehmer. Die Basis für das Unternehmertum ist die duale Ausbildung: Etwa die Hälfte der heute tätigen Unternehmer hat ihre Laufbahn mit einer Lehre begonnen. Derzeit werden in Kärnten knapp 7.000 Lehrlinge in 2.100 Ausbildungsbetrieben und 150 verschiedenen Lehrberufen ausgebildet. Während das österreichische Bildungssystem im öffentlichen Sektor laut Pisa-Studien und OECD-Vergleichen bestenfalls durchschnittlich ist, verdient die duale Ausbildung – umgangssprachlich als „Lehre“ bekannt – das Prädikat „Weltspitze“. WIFI-Geschäftsführer und Bildungsexperte Andreas Görgei: „Unser Land führt die Medaillenstatistik der Berufseuropameisterschaften ‚EuroSkills‘ an und war auch bei den jüngsten ‚WorldSkills‘ in Abu Dhabi mit vier Goldmedaillen erfolgreich.“ Nach den bisher fünf Beteiligungen an EuroSkills kann Österreich ein beachtliches Ergebnis vorweisen: 154 Teilnehmer haben insgesamt 90 Medaillen (75 in Einzelbewerben und 15 in Teambewerben) gewonnen sowie 24 Leistungsdiplome „Medallion for Excellence“ erreicht.

Schon heute sei die Lehre nicht nur ein traditioneller Bestandteil der Identität, sie sichere wie kein anderes Bildungsmodell den Wohlstand und den Erfolg unseres Landes und sei auch die einzige wirkungsvolle Strategie, um den Herausforderungen der sich stetig verändernden Arbeits- und Wirtschaftswelt zu begegnen. „Deshalb soll die duale Ausbildung der zentrale Bildungsstandard in Österreich werden“, schlägt Görgei vor.

Nach den Vorstellungen der Wirtschaft könnte Kärnten demnach die österreichische Modellregion für die „Lehre nach der Matura“ werden. Görgei lud alle Beteiligten und Interessierten im Kärntner Bildungswesen ein, gemeinsam einen Neuentwurf der Berufsschullandschaft zu wagen. Derzeit beginnen nur rund 2% oder rund 50 Maturanten in Kärnten eine Lehre. In Deutschland steigen 18% der Jugendlichen mit Abitur in die duale Ausbildung ein und erlernen einen Lehrberuf. Görgei: „Für die geringe Zahl an Maturanten, die sich für Lehrberufe interessieren, ist das fehlende zielgruppengerechte Angebot an Berufsschulausbildungen verantwortlich.“

Um eine Verbesserung zu erreichen, müssten eigene Berufsschulklassen für Maturanten geführt werden. Eine großangelegte Imagekampagne und eine Vielzahl von Maßnahmen der Berufsorientierung werden benötigt, um in Österreich den Anteil der Maturanten unter den Lehrlingen auf zumindest 6% zu erhöhen. Diese Anstrengung ist in Kärnten besonders sinnvoll, da das Missverhältnis zwischen Studierenden und akademischen Abschlüssen besonders hoch ist. Kärnten weist mit 33,5% inländischen Studierenden bezogen auf die Einwohner im Alter von 18 - 25 nach Wien die zweithöchste Studierendenquote auf. Trotz dieser hohen Quote ist der Anteil der Personen mit Tertiärabschluss im Bundesländervergleich leider unterdurchschnittlich. Im Jahr 2014 hatten in Kärnten 14% der Bevölkerung im Alter von 25 bis 64 Jahren einen Tertiärabschluss, in Gesamtösterreich waren es 16%.

Auch in der Organisation seien laut Görgei Veränderungen nötig: Sei derzeit das Land Kärnten alleiniger Betreiber aller Berufsschulen in Kärnten, könnten künftig auch die Wirtschaftskammer oder andere Organisationen als Betreiber von Berufsschulen tätig werden. Mit einer entsprechenden Änderung der rechtlichen Grundlagen könnte die Möglichkeit geschaffen werden, die Berufsschulausbildung einzelner Lehrberufe an Einrichtungen der Wirtschaftskammer (z.B. WIFI, Innungen) zu übertragen.

Um mit Hilfe der dualen Ausbildung fit für die Zukunft zu werden, muss das bisher traditionell geführte System der schulischen und praktischen Ausbildung auch in anderen Aspekten den neuen Anforderungen gerecht werden:

  • Virtuelle Berufsschullehrgänge
    In Lehrberufen mit geringen Lehrlingszahlen könnte man die Berufsschulausbildung auch in Form von Videokonferenzen und E-Learning-Systemen anbieten. Diese Systeme sind ausgereift und werden beispielsweise im WIFI erfolgreich eingesetzt.
  • Neue Rechtsgrundlagen für Berufsschullehrer
    Die rechtlichen Grundlagen für die Auswahl, die Entlohnung, die Weiterbildung und den Einsatz von Berufsschullehrern brauchen dringend eine Überarbeitung. Besondere Praxisorientierung und der Einsatz von Berufsschullehrern im realen Wirtschaftsleben sollen dadurch sichergestellt werden. Nach dem Vorbild von Fachhochschulen und Bildungseinrichtungen der Erwachsenenbildung soll es möglich sein, dass Lehraufträge breit und flächendeckend an Unternehmer und Lektoren gehen, damit so ein möglichst hoher Praxishintergrund geschaffen wird.
  • Nutzung der Landwirtschaftlichen Fachschulen für das Berufsschulwesen
    Die gut ausgestatteten Landwirtschaftlichen Fachschulen in Kärnten (Drauhofen, Litzlhof, Stiegerhof, Ehrental, Goldbrunnhof, St. Andrä/Lav., Buchhof, Althofen) könnten als regionale Standorte unter gemeinsamer Direktion von bestehenden Berufsschulen insbesondere für die Ausbildung von Lehrberufen mit geringer Lehrlingsanzahl genutzt werden. Die bestehende Infrastruktur der Landwirtschaftlichen Fachschulen (z.B. Internate) ist hervorragend, während dort die Schülerzahlen sinken.
  • Gleichstellung der Lehrlinge
    Lehrlinge sollen während der Berufsschulzeit mit den Schülern von AHS und BHS durch Übernahme der Reise- und Internatskosten durch die öffentliche Hand gleichgestellt werden.
  • Die Lehre als Life Long Learning Bildungsstandard
    Einer der größten Nachfrager von Qualifikation und Bildungsmaßnahmen von Erwachsenen ist das AMS. Allein in Kärnten werden jährlich rund 17 Millionen Euro in die Requalifikation und Weiterbildung von Arbeitssuchenden investiert. Oft enden diese Maßnahmen ohne anerkannten Bildungsabschluss. Die Lehre sollte zum zentralen Bildungsstandard aller AMS Qualifikationsmaßnahmen werden. Ein Lehrabschluss oder ein zusätzlicher Lehrabschluss ist für alle Arbeitssuchenden ein nachweisbarer und nutzenstiftender Kompetenznachweis, der die Chancen am Arbeitsmarkt stark erhöhen kann. 

Die Wirtschaftskammer und das WIFI würden bei einer Reform mit gutem Beispiel vorangehen: „Wir sind die einzigen, die nicht nur kritisieren und fordern, sondern als zweitgrößter Bildungsanbieter nach der Republik auch etwas zu bieten haben. Schon heute geben wir große Beträge aus Mitgliedsbeiträgen für die Bildung der Jugendlichen aus.“ Die traditionell niedrige Jugendarbeitslosigkeit (Österreich derzeit 9,6%, Euro Zone 18,7%) und die kurzen Einführungszeiten neuer Lehrberufsbilder (z.B. eCommerce Handel: ein Jahr) sind weitere Beweise für die unschlagbare Leistungsfähigkeit dieses Ausbildungssystems. Um den Wirtschaftsstandort zu fördern, muss sich Kärnten auf seine Stärken konzentrieren – und die liegen eindeutig im System der Lehre.

EuroSkills 2020 – eine Europameisterschaft vor der Haustüre

Eine seltene Gelegenheit der imagemäßigen Neupositionierung der Lehre sind die EuroSkills 2020 in Graz. Die Berufseuropameisterschaft findet in drei Jahren in der benachbarten Steiermark statt und die WK Kärnten unternimmt große Anstrengungen, um ein erfolgreiches „Team Kärnten“ zu formen, das bei den 40 verschiedenen Bewerben antreten soll. Um unentdeckte Talente zu finden, läuft derzeit eine eigene Kampagne mit dem Titel „Kärnten sucht Europameister“: Ein Team von zehn bis zwanzig kompetenten jungen Menschen soll sich der Herausforderung zur Qualifikation „EuroSkills Graz 2020“ stellen. Dazu ist in der Regel ein Sieg bei den Staatsmeisterschaften im Jahr 2018 notwendig. Aus Kärntner Sicht liegen die Hoffnungen auf Europameisterehren besonders in den Bereichen Tourismus und Schweißen.

Rückfragen:
Wirtschaftskammer Kärnten
Bildungspolitik
Mag. Andreas Görgei
Geschäftsführer WIFI GmbH.
T +43 5 9434 900
Eandreas.goergei@wifikaernten.at

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