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Wirtschaft begrüßt neues Naturschutzgesetz

Nach jahrelangen Verhandlungen präsentierten heute Umweltlandesrat Holub, Wirtschaftslandesrat Benger sowie die Präsidenten von Wirtschafts- und Landwirtschaftskammer die nächste Phase des Naturschutzes in Kärnten.

Naturschutz Naturschutzgesetz Umwelt Umweltschutz
© WKK

"Ein schönes Kind hat viele Väter." Mit gewohnt kabarettistischem Einschlag präsentierte heute Kärntens Umweltlandesrat Rolf Holub das neue Kärntner Naturschutzgesetz, das nach unzähligen Streitpunkten und jahrelangen Verhandlungen in den kommenden Wochen von Regierung und Landtag beschlossen werden soll. Wirtschaftslandesrat Christian Benger lobte denn das gemeinsame Werk als "ganzheitliches Gesetz", das nicht ein "entweder-oder", sondern ein "sowohl-als-auch" von Wirtschaft und Naturschutz berücksichtige: "Es ist gelungen, den Lebens-, Wirtschafts-, Siedlungs- und Naturraum unter einen Hut zu bringen."

Breiter Konsens für das Naturschutzgesetz

Dass an der Pressekonferenz in den Räumen des Amtes der Kärntner Landesregierung auch die Präsidenten von Wirtschafts- und Landwirtschaftskammer teilnahmen, zeigte den breiten Konsens, auf den sich das neue Naturschutzgesetz stützt. Jürgen Mandl sprach von einem "erfolgreichen Paket", das man auf den richtigen Weg gebracht habe: "Diese Einigung ist der Beweis, dass im Naturschutz - zu dem selbstverständlich auch wir Unternehmer uns bekennen – ein Miteinander möglich ist." Weniger Bürokratie sowie raschere und ausgewogenere Verfahren habe sich die Wirtschaft zum Verhandlungsziel gesetzt und auch erreicht.

Mehr wirtschaftliches Know-how für Naturschutzbeirat

So gebe es künftig deutlich weniger Einschränkungen bei Genehmigungen von Photovoltaikanlagen, Start- und Landeplätzen für Paragleiter und Drachenflieger, Freileitungen (Strom ab 36 kV) und kein Verbot von Singletrails. Darüber hinaus müssen die Mitglieder des Naturschutzbeirates in Hinkunft über den traditionellen fachlichen Hintergrund aus Zoologie, Botanik etc. auch etwas von technisch-wirtschaftlichen Zusammenhängen verstehen, damit sie komplexe Projekte wie etwa Abfallbehandlungsanlagen oder Erweiterungen von Industriebetrieben ganzheitlich beurteilen können. Mandl: "Und mit dem im Schoß der Wirtschaftskammer gegründeten Verein 'Forum Naturschutz und Wirtschaft Kärnten' bewerben wir uns mit ausgewiesenen Umweltexperten um Sitz und Stimme im Naturschutzbeirat."

Künftig Entschädigung bei Nutzungseinschränkungen

Zufrieden mit der neuen gesetzlichen Regelung ist auch Landwirtschaftskammerpräsident Johann Mößler. Er hält das Naturschutzgesetz für eine Weiterentwicklung, die bäuerlichen Betriebe könnten auch künftig regelkonform bewirtschaftet werden. Auf eine wesentliche Neuerung ist Mößler stolz: Künftig gibt es für Grundeigentümer eine Entschädigung für Nutzungseinschränkungen in Natura2000-Gebieten.

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