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Wie digital ist die Welt von morgen?

Die einen packen es bereits an, die anderen warten noch ab: Beim Thema Digitalisierung setzen Kärntens Unternehmer auf unterschiedliche Zugänge.

© WKÖ Die Digitalisierung bringt viele Chancen aber auch Unsicherheiten für die Kärntner Unternehmer mit sich.

Die Stimmung ist vergleichbar mit jener nach einer Unwetterwarnung: Man weiß, etwas ist im Anmarsch. Aber nicht, wie groß es wird. Auch die Digitalisierung kommt mit großen Schritten auf uns zu. Experten werden nicht müde, die damit verbundenen Chancen zu betonen. Von mehr Flexibilität, geringeren Kosten und zufriedeneren Kunden ist die Rede. Das sehen auch viele Kärntner Unternehmen so, die sich bereits intensiv mit dem Thema beschäftigen. Und das sind einige: 500 österreichische Klein- und Mittelunternehmen wurden vom Wirtschaftsprüfungsinstitut Ernst & Young befragt, wie weit sie bei der Digitalisierung sind. Dabei gaben 56 Prozent an, dass digitale Technologien für ihre Arbeit eine mittelgroße bis große Rolle spielen. Das hat im vergangenen Jahr 48 Prozent in die Digitalisierung des eigenen Geschäfts investieren lassen. Weitere 13 Prozent wollen in den kommenden Monaten investieren.

Das bedeutet aber auch, dass sich ein großer Teil der Unternehmen noch nicht mit dem Thema beschäftigt. Andere wiederum wissen, was zu tun wäre, scheitern bei der Umsetzung jedoch an der Finanzierung sowie an der generellen Frage, wie man das Ganze anpacken soll. Apropos Anpack: Dieser wird auch in Sachen Infrastruktur nötig sein. So wurde vor wenigen Tagen der Digitalisierungsindex 2017 der EU-Kommission veröffentlicht. Er stellt Österreich ein wenig berauschendes Zeugnis aus: Beim Breitbandausbau liegen wir im EU-Vergleich auf Rang 15 (von 27 Ländern) – hinter Litauen oder Malta und weit weg vom Spitzenreiter, den Niederlanden. Das ist eine Verschlechterung um einen Rang im Vergleich zum Vorjahr.


Unternehmer über die Digitalisierung der Wirtschaftswelt

In fünf Jahren arbeiten wir mit 3D-Druckern. Dass diese Technologie kommt, wissen wir – aber nicht,  wie wir unsere Mitarbeiter darauf vorbereiten sollen. Es gibt derzeit einfach zu wenig Weiterbildungsangebote in diesem Bereich.
Joachim Augustin,Filli Stahl, Klagenfurt
Buchungsportale haben sich zu einem wichtigen Thema für uns entwickelt. Mit ihnen kann man neue Gäste viel schneller erreichen. Den Wartungsaufwand darf man aber nicht unterschätzen: Die Preise müssen tagesaktuell angepasst und Anfragen in kürzester Zeit beantwortet werden. Auch das eigene Buchungs­system muss immer über die neues­ten Daten verfügen.
Elisabeth Heiß, Gasthof Post, Rennweg
Für uns ist es nicht immer rentabel, Bücher kostenlos zu versenden. Aber wir müssen mit den großen Internetportalen mithalten, wenn wir eine Chance haben wollen – und die Online-Umsätze steigen ständig.
Helmut Zechner, Buchhandlung Heyn, Klagenfurt
Viele Industriebetriebe investieren aktuell in die Digitalisierung. Das ist auch dringend nötig: Wirmüssen uns dieser Herausforderung stellen, wenn wir international konkurrenzfähig bleiben und uns weiterentwickeln wollen. Wir stehen in einem globalen Wettbewerb und dürfen den Anschluss nicht verlieren.
Alexander Bouvier, Treibacher Industrie, Althofen
Qualitätssicherung ist entscheidend für unseren Erfolg. Deshalb haben wir eine große Summe in computergesteuerte Anlagen investiert. Optische Sensoren überprüfen bei jeder einzelnen Flasche, ob sie vollkommen sauber ist. Wenn etwas nicht passt, wird das Befüllen sofort abgebro-chen. Außerdem werden alle Etiketten mit Datum und Uhrzeit versehen, damit wir jede Flasche nachverfolgen können. Wir werden weiter in diese Richtung gehen – als nächstes kommt die ISO-Zertifizierung.
Adolf Unterlerchner, Apo Fruchtsäfte, Millstatt


Innovation ist bei unserer Arbeit wichtig. Man muss immer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft sein. Seit drei Jahren beschäftigen wir uns intensiv mit mobilen, webbasierten IT-Lösungen für den Krankenhaus- und Pflegebereich und haben dafür ein eigenes Unternehmen gegründet. Das haben wir auch deshalb getan, weil wir denken, dass die Landschaft an Privatanstalten in Österreich gesättigt ist. Es ist Zeit, neue Wege zu gehen.
Johannes Eder, Humanomed, Klagenfurt, Villach, Althofen


Interview mit dem deutschen Arbeitsmarkt-Professor Enzo Weber

Weber Digitalisierung
© KK Enzo Weber vom deutschen Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung erforscht die Jobs der Zukunft.

Wie viele Jobs werden durch die Digitalisierung wegfallen?

Enzo Weber: Unterm Strich fallen wenige Jobs weg. Unsere Berechnungen haben ergeben, dass ebenso viele wegfallen wie neu entstehen werden. Hunderttausende Beschäftigte werden sich aber beruflich neu orientieren müssen. Da kommt erheblich was in Bewegung.

Welche Jobs fallen weg?

Betroffen werden vor allem viele Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe sein, da wird es ein großes Minus geben. Nicht bei den Hilfskräften, von denen gibt es ohnehin nicht mehr so viele, sondern vor allem bei den klassischen Facharbeitern, etwa in der Maschinensteuerung. Viele werden sich fortbilden müssen, um einen neuen Job zu finden.

Welche Art der Fortbildung?

Wir werden Mitarbeiter mit IT-Kenntnissen brauchen, die in der Lage sind, innovativ und in übergreifenden Prozessen zu denken. Die klassische duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule ist dafür eine sehr gute Basis. Sie muss allerdings an die digitalisierte Arbeitswelt angepasst werden. Wir brauchen künftig viele Leute, die die digitale Welt mit der realen Welt in den Werks­hallen zusammenbringen.

Was wird passieren, wenn uns das nicht gelingt?

Es wäre fatal, die Möglichkeiten der Digitalisierung ungenutzt zu lassen. Produktionsrückgänge und zusätzliche Arbeitslosigkeit wären die Folgen.

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