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Wer übernimmt die Arbeit der Kammern?

Die Diskussion um die Mitgliedschaft in den Kammern hat in den vergangenen Wochen ihren Höhepunkt erreicht und war voll von emotionalen Ausbrüchen und sachlichen Irrtümern. Doch was würde wirklich passieren, wenn es keine Kammern mehr gäbe? Profil ist dieser Frage in der aktuellen Titelstory "Kammerflimmern" nachgegangen.

Wirtschaftskammer Kärnten Außenansicht
© WKK

Das Kammersystem in Österreich war in den vergangenen Wochen Gegenstand zahlreicher, teilweise auch hitziger Diskussionen. Vor allem die Pflichtmitgliedschaft für Unternehmer, Landwirte, Ärzte, Arbeitnehmer und viele andere Bevölkerungsgruppen ist dabei in den Fokus geraten. Auch die politischen Parteien, die derzeit in Koalitionsverhandlungen an einer neuen Regierung arbeiten, haben dieses Thema auf der Agenda. Die Kammern sind so zur Verhandlungssache, zum Faustpfand und zum Zankapfel zugleich geworden. Eine Schwächung der Sozialpartner scheint verlockend, um den politischen Einfluss zu erreichen, der bisher auf demokratischen Weg nicht möglich war. In den seltensten Fällen sind sich die Befürworter einer Abschaffung des Kammersystems jedoch im Klaren, was passiert, wenn es die Kammern nicht mehr geben würde.

Denn bei aller Emotionalität bleibt die Frage, wer denn die Aufgaben, die momentan von den Kammern erledigt werden, im Falle einer Abschaffung übernehmen würde. Einzige mögliche Alternative dafür ist der Staat, was zu einer weiteren Frage führt. Ungeklärt ist, ob diese Aufgabenübertragung für die Betroffenen, nämlich heimische Unternehmen und Arbeitgeber, im Endeffekt nicht sogar teurer und bürokratischer werden und ob die Fülle der Serviceangebote nicht teilweise oder gänzlich dem Rotstift zum Opfer fallen würde. Dieses Szenario ist weder unmöglich noch unwahrscheinlich, steht die öffentliche Hand doch nicht in dem Ruf, besonders flexibel, effizient oder sparsam zu sein. 

Profil hat sich des Themas Pflichtmitgliedschaft unter dem Titel "Kammerflimmern" angenommen, beleuchtet das Für und Wider einer Kammerabschaffung und kommt zu dem Schluss, dass im Kammersystem und der Sozialpartnerschaft bei weitem nicht alles schlecht ist, was schlecht geredet wird. Und dass die Kammern einen durchaus wichtigen Zweck haben. Überraschendes Fazit im Profil: „Im Zweifel für die Kammern.“

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