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Wenn die Ortskerne wieder pulsieren

Auch wenn vielen Kärntner Gemeinden die Einwohner ausgehen, die Unternehmensgründungen sind stark gestiegen. Kommunen und Wirtschaftstreibende kooperieren miteinander und sorgen für die Stärkung des ländlichen Raumes.

Birgit Sacherer
Erfolgreich mit einer Kooperationslehre: Harald Lientschnig von Landmaschinentechnik Lientschnig“, Lehrling Niklas Lapper, Erich Kessler, Bürgermeister von Arnoldstein, und Wirtschaftshofleiter Gernot Pipp.
© Marktgemeinde Arnoldstein Erfolgreich mit einer Kooperationslehre: Harald Lientschnig von Landmaschinentechnik Lientschnig“, Lehrling Niklas Lapper, Erich Kessler, Bürgermeister von Arnoldstein, und Wirtschaftshofleiter Gernot Pipp.

Viele Kärntner Ortszentren drohen zu verwaisen. Regelmäßig liest man über dieses Phänomen. Auch wenn immer mehr Bewohner den ländlichen Raum verlassen, um fernab von zuhause meist eine neue berufliche Heimat zu finden – die Anzahl jener Menschen, die ein Unternehmen in der Region, in der sie leben, gegründet haben, ist im Zeitraum zwischen 2003 und 2018 in allen Kärntner Bezirken stark gestiegen (siehe Tabelle in der aktuellen Ausgabe LINK). Viele dieser Wirtschaftstreibenden haben als Ein-Personen-Unternehmen gestartet und konnten im Laufe der Jahre Arbeitsplätze schaffen. Es ist auch ihr Verdienst, dass die Nahversorgung im ländlichen Raum großteils aufrechterhalten werden konnte. Doch: Mit „Nahversorgung“ ist längst nicht nur mehr der Greißler ums Eck gemeint. Nahversorgung bedeutet fernab der Ballungszentren auch Arbeits- und Ausbildungsplätze zu schaffen.

Dass eine Ausbildung eine klare Bindung zur Heimatgemeinde und zur Region herstellt, davon ist Erich Kessler, Bürgermeister der Marktgemeinde Arnoldstein, überzeugt. Er bietet seit dem Jahr 2005 mit Unterstützung von fünf Betrieben jungen Menschen die Gelegenheit, eine Kooperationslehre in Arnoldstein in unterschiedlichen Berufsbildern zu absolvieren. Neben Landmaschinentechniker sind dies Kfz-Techniker, Tischler und Kfz-Nutzfahrzeugtechniker mit Hochvoltanlagen. „Bis zum heutigen Tag wurden in dieser Ausbildungsform durch unseren Wirtschaftshof acht Jugendliche ausgebildet, zwei davon wurden in ein Dienstverhältnis zur Marktgemeinde Arnoldstein übernommen. Die verbleibenden Jugendlichen sind derzeit größtenteils in ihren erlernten Berufen tätig“, unterstreicht Kessler. Es ist eine Win-win-Situation. Die Vorteile dieser Kooperationsausbildung liegen für alle drei Beteiligten, also für den Lehrling, den Betrieb und die Gemeinde, klar auf der Hand. Der Lehrling erfährt ein breiteres Spektrum an Ausbildung und der Betrieb sowie die Gemeinde ergänzen sich hinsichtlich fehlender Ausbildungsmöglichkeiten. Zusätzlich lässt sich der Ausbildungszeitraum im Betrieb dahingehend festlegen, dass sogenannte „Spitzenzeiten“ optimal abgedeckt werden können.

Ein Unternehmer, der diese Kooperationslehre von Beginn an unterstützt, ist Harald Lientschnig, Firmenchef von Landmaschinentechnik Lientschnig. „Wir brauchen Fachkräfte und es ist wichtig, Jugendlichen eine fundierte Ausbildungsmöglichkeit vor Ort zu geben.“ Auch wenn die Unternehmer den Lehrling nach der Lehre nicht immer im Betrieb weiterbeschäftigen können: Die Marktgemeinde Arnoldstein und die Betriebe setzen mit ihrer Kooperation ein Zeichen. „Wir bilden Fachkräfte für den Arbeitsmarkt aus. Wir übernehmen somit eine wichtige soziale Verantwortung. So können Unternehmer, denen es nicht möglich ist, Lehrlinge auszubilden, auf bestens ausgebildete Fachkräfte zurückgreifen.“ Nur so könne man langfristig den ländlichen Raum stärken.

Den gesamten Artikel finden Sie in Ausgabe 16/17 der "Kärntner Wirtschaft".

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