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Wenn die Fassade zum Stromlieferanten wird

Seit 29 Jahren setzt Kioto Solar auf Sonnenkraft. Trotz 180 Mitarbeitern und Marktführerschaft in Österreich lautet das Motto „Klein, aber fein“. Außer bei Energie-Fassaden – da wird das Projekt mitunter auch größer.

Angelika Dobernig
Die beiden Geschäftsführer Peter Prasser und Alfred Mölzer vor einer ihrer neuesten Entwicklungen, dem Sonnentank.
© Peter Just Die beiden Geschäftsführer Peter Prasser und Alfred Mölzer vor einer ihrer neuesten Entwicklungen, dem Sonnentank.

Die Kioto Photovoltaics GmbH ist einer der größten heimischen Photovoltaikanlagen-Produzenten: Der Anteil am österreichischen Markt liegt bei 25 Prozent. Das heißt, jedes vierte Photovoltaik-Modul, das hierzulande montiert
wird, stammt von dem St. Veiter Unternehmen. Trotzdem sieht man sich als „kleinen Fisch“ in einem großen Markt, der von chinesischen Produzenten dominiert wird. „Wir sind nicht die Größten und können keine Massen produzieren, aber das wollen wir auch nicht. Wir wollen die Besten sein“, sagt Peter Prasser, der gemeinsam mit Alfred Mölzer die Geschäfte führt.

Um dem Anspruch des Klassenbesten gerecht zu werden, setzt man vor allem auf Design und innovative Produkte – wie beispielsweise Energie aus der Gebäudehülle. Das Photovoltaikmodul ist dabei kein externes Element
mehr, sondern fügt sich in das Haus ein. Bei Einfamilienhäusern ist dies meist das Dach, bei größeren Objekten kann es aber auch die Fassade sein. „Man sieht der Gebäudehülle dann gar nicht an, dass es sich um eine Photovoltaikanlage
handelt. Es ist eine schöne Glasfassade, die Energie erzeugt“, erzählt Prasser.

Das Ziel müsse sein, künftig so viele südseitige Fassaden wie möglich für die Energienutzung zu verwenden. Das sei auch wesentlich sinnvoller, als große Flächen mit freistehenden PV-Anlagen vollzupflastern. „Wir haben
schon genug verbaute Fläche im Land, die müssen wir nur nutzen“, sagt Mölzer. Anstatt Landschaft für die Energieerzeugung zu verbauen, könne man Photovoltaik schön integrieren – zum Beispiel als Überdachung von Parkplatzflächen.

Volle Auftragsbücher

Um in diesem Bereich weiter wachsen zu können, erweitert sich das Unternehmen vor vier Jahren um einen weiteren Standort: Es wurde ein Betrieb bei Deutschlandsberg übernommen, in dem heute vierzig Mitarbeiter die Glastechnologie für Sonderanwendungen herstellen.

Die Coronakrise hat auf das St. Veiter Unternehmen bisher kaum Auswirkungen gehabt: Die Auftragsbücher sind voll, gearbeitet wird im Drei-Schicht-Betrieb. „Im März wussten wir zwar nicht, wie es weitergehen wird, weil wir einige
Tage auf Rohstofflieferungen warten mussten, aber das hat nur kurz gedauert“, berichten die beiden Geschäftsführer. Auch die hohe Exportquote von rund 50
Prozent habe zu keinen Problemen geführt, erzählt Mölzer: „Nur der italienische Markt war problematisch, diesen Rückgang konnten wir aber in anderen Ländern
wieder auffangen.“

Das bedeutet aber nicht, dass das 180 Mann starke Unternehmen keine Erfahrung mit Krisen hätte. Ganz im Gegenteil: Hinter ihm liegen schwierige Jahre, die von Preisverfall und Verdrängungswettbewerb geprägt waren. Durch gigantische Exportförderungen verschaffte China seiner Photovoltaikindustrie ab 2012 einen Wettbewerbsvorteil, der zum Ende vieler europäischer Hersteller
führte. „Wir haben durchgehalten, weil wir immer mehrere Standbeine hatten. Außerdem produzieren wir selbst und können individuell auf die Wünsche unserer Kunden reagieren. Das hat uns durch diese schwierige Zeit geholfen“,
erzählt Prasser.

Auch die gute Zusammenarbeit mit regionalen Handwerkern habe dazu
beigetragen. So setzte man von Beginn an auf „steckerfertige Lösungen“,
die so einfach wie möglich installiert werden können. Seit etwa einem Jahr verspüre man nun starken Rückenwind, die Stimmung habe sich in Richtung
Sonnenenergie gedreht. „Unser Unternehmen wurde 1991 gegründet, damals waren wir Pioniere.

Lange Zeit hat man gemerkt, dass viele mit dem Thema nichts anfangen konnten, auch die Banken waren skeptisch. Heute ist Sonnenenergie ‚in‘“, sagt der Firmengründer nicht ohne Stolz. Bis Ende nächsten Jahres wird übrigens
kräftig investiert: Zehn Millionen Euro sind für den St. Veiter Standort vorgesehen. „Das werden vor allem Investitionen in Maschinen sein, damit wir auf dem neuesten Stand der Technik bleiben“, so Prasser.

Dieser Artikel erschien in Ausgabe 23 der "Kärntner Wirtschaft".

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