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Wenn das Kleinvieh Mist macht

Während das Leben im ­ersten Corona-Lockdown heruntergefahren wurde, gab es in der Gedankenwelt von Christina Hirm und Sebastian Prutej Hochkonjunktur – die Idee zum eigenen Unternehmen war rasch geboren.

Erwin Figge
 veroplant/Saras Photography/Sara Tomic
© veroplant/Saras Photography/Sara Tomic Christina Hirm und Sebastian Prutej haben ihr Unternehmen „veroplant“ im vergangenen Jahr gegründet.

Gut ein Jahr später ist ihr Produkt schon in den Regalen einschlägiger Händler zu finden. Jetzt warten die beiden Unterkärntner schon gespannt auf das Kundenecho, das in den nächsten Wochen reichlich eintreffen sollte, denn ihre Ware ist ein typisches Saisonprodukt: Naturdünger aus Putenmist. Gewonnen zu 100 Prozent aus natürlichem Rohstoff regionaler Herkunft, rechnen die Einsteiger mit guter Nachfrage, zumal die Coronazeit eine starke Hinwendung zum Leben zu Hause, zu bewussterer Auseinandersetzung mit der Natur, zu Hausgarten oder Kräuterbeet als erfreuliche Begleiterscheinungen mit sich gebracht hat.

Im „Hauptberuf“ sind die Macher von „veroplant“ Studierende an der Technischen Universität Graz. Der erste Lockdown vor gut einem Jahr führte sie für längere Zeit an den elterlichen Bauernhof Prutejs in der Nähe von Bleiburg und dort begannen die Gedanken des Pärchens zu kreisen. Zwischen coronabedingten Lebensstiländerungen und dem Bedürfnis nach Selbstständigkeit, zwischen dem elterlichen Puten-Mastbetrieb und dem offensicht­lichen Mangel an natürlichem Dünger. Und weil das Kleinvieh zuverlässig Mist macht und das Wachstum im Garten fördert, war die Idee für die natürliche Art zu düngen geboren.
Christina Hirm berichtet von umfangreicher Recherchearbeit zu Beginn des unternehmerischen Projekts. „Ein Blick auf den Markt hat gezeigt, dass viele organische Dünger intensiv riechen und nicht unbedingt umweltfreundlich hergestellt sind.“ Dem halten sie und ihr Partner mit Truthahnmist als Ausgangsmaterial entgegen – in Unterkärnten ein altbewährter Dünger, der schon lange auf den Feldern ausgestreut wird. 

Sebastian Prutej begann sich mit dem Rohstoff aus artgerechter Haltung detaillierter zu beschäftigen, tüftelte, forschte und maß auf der Suche nach olfaktorischer Verträglichkeit und Eignung für den Handel. Hunderte Stunden Arbeitszeit und Eigenleistung waren notwendig, dazu noch Inves­titionen von rund 30.000 Euro. Zusätzlich machten sich die Einsteiger bei einer „Gründergarage“, einem Gründerprogramm der Universität in Graz, unternehmerisch fit. 
Die Lösung fanden die beiden in der Pelettierung des Putenmistes. So kommt es zur natürlichen Sofort- und Langzeitwirkung, die Nährstoffe werden kontinuierlich an die Pflanzen abgegeben. Liest sich einfach, war aber erst durch viele Experimente und ein hohes Maß an Geduld möglich. Sebastian Prutej, der neben einer eigenen Trocknung auch die Pellets-Maschine umgerüstet hat, erinnert sich: „Trocknung ist das Um und Auf, bei der Feuchtigkeit gibt es nur eine Toleranz zwischen ein und zwei Prozent, sonst wird das nix.“

In umweltfreundlichen Kartonverpackungen zwischen 0,75 und vier Kilogramm hat der Dünger den Weg in die Regale bei ausgesuchten Gärtnern und Lagerhäusern gefunden. Ihre Zukunft als Düngerproduzenten sehen Hirm und Prutej zuversichtlich. Der Zeitgeist mit mehr Häuslichkeit und Rückbesinnung auf das Ursprüngliche würde dafür sprechen. Das Produkt gelte es jetzt weiterzuentwickeln und den Markt weiter auszubauen.


Dieser Artikel erschien in Ausgabe 7 der Kärntner Wirtschaft. 

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