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Weiterentwicklung bringt Hufnagel Vorreiterrolle ein

Von der Fäkalienentsorgung zum Bekiesen von Flachdächern: Weiterentwicklung hat den Reinigungsdienst Hufnagel aus Wernberg zum Vorreiter werden lassen.

Ines Tebenszky
Zum 50-Jahr-Jubiläum erhielten sie und ihr Mann Martin Hufnagel einen Mini-Supersauger.
© WKK/Lobitzer Zum 50-Jahr-Jubiläum erhielten sie und ihr Mann Martin Hufnagel einen Mini-Supersauger.

Wenn Martin Hufnagel vom Supersauger zu erzählen beginnt, fängt es in seinen Augen zu glitzern an. Und das aus gutem Grund – schließlich ist es der Supersauger gewesen, der dem Wernberger Reinigungsdienst Hufnagel ein völlig neues Geschäftsfeld eröffnet hat. Der Supersauger ist ein Hochleistungsfahrzeug, das nasse wie trockene Materialien einsaugen kann – Abwasser, Fette oder Schlamm ebenso wie Sand, Erde oder Granulate. „Vergleicht man einen einfachen Kanalwagen mit einem Supersauger, ist der Unterschied so groß wie zwischen einem Einfamilienhaus und einem 14-stöckigen Hochhaus“, erklärt Martin Hufnagel.

Er hat das Unternehmen, das sein Vater vor 50 Jahren gegründet hat, im Jahr 2000 übernommen und seitdem sukzessive weiterentwickelt. Mittlerweile sind neben drei Kanalwagen, einem Ölwagen, einem Transporter, einem Kipper mit Kran und einem Bagger fünf Supersauger im Einsatz und verrichten das Hauptgeschäft in Wien. „Unsere 20 Mitarbeiter sind die ganze Woche unterwegs. In Wien kümmern sie sich ausschließlich um Flachdächer, Bauschutt wird hingegen nur in Kärnten abgesaugt, weil es auf diesem Gebiet auswärts viele Mitbewerber gibt.“ Aber auch die klassischen Geschäftsfelder wie Kanalräumungen, das Entleeren von Fett- und Ölabscheidern oder das Entsorgen von Fäkalien werden nach wie vor bedient. „Gerade im Kanalsektor gibt es aber viele Mitbewerber, mit dem Supersauger haben wir in Kärnten aber ein Alleinstellungsmerkmal“, betont Hufnagel stolz.

Dafür, dass es so gut funktioniere, sei viel Entwicklungsarbeit nötig gewesen, räumt Hufnagel ein. Bei den ersten Baustellen sei immer wieder etwas danebengegangen, „aber wir haben aus unseren Fehlern gelernt“. Wichtig sei für Hufnagel, dass man nie stehen bleibe und sich und das Unternehmen ständig weiterentwickle. So habe er in vielen Bereichen eine Vorreiterrolle einnehmen können. Kurz nach der Übernahme hat er etwa den ersten Kanalwagen mit eingebautem Wasserrecycling in Betrieb genommen und schon 2001 den ersten Supersauger gekauft. „Damals war die Vorstellung, mit so einem Wagen Kies zu saugen, so unvorstellbar, dass die Bank die Finanzierung zuerst abgelehnt hat. Erst als ich erklärt habe, dass man damit auch Jauche führen kann, hat die Bank eingelenkt“, erinnert sich Hufnagel.

Heute schmiedet der Unternehmer bereits neue Pläne für die Zukunft. „Wir wollen den Supersauger künftig zum Freilegen von Rohren einsetzen. Das geht viel schneller, schonender und sauberer als mit dem Bagger.“ Einzelne Versuche dazu seien bereits geglückt. In der Umsetzung seiner Pläne wird Hufnagel von seiner Frau Gabriele unterstützt, die sich vorwiegend um die Büroarbeit kümmert, während er selbst Einsatzpläne erstellt oder in der Kundenakquise tätig ist. Ob die beiden Söhne Lukas und Sebastian das Unternehmen einmal fortführen, ist ungewiss, aber so schnell denkt Hufnagel ohnehin nicht ans Übergeben. „Und wenn es soweit ist, müssen sie mir wahrscheinlich die Schlüssel wegnehmen“, lacht der Unternehmer.


Dieser Artikel erschien in der Kärntner Wirtschaft, Ausgabe 50/51.

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