th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home
news.wko.at

Was in Zukunft auf den Tellern serviert wird

Entspannter Ausgleich statt lästiger Verpflichtung: Beim Kochen spielt der bewusste Umgang mit frischen Lebensmitteln eine immer größere Rolle. Händler werden zu Essdienstleistern und Gastronomen zu Gestaltern von Geschmackserlebnissen.

© Fotolia/Jürgen Fälchle Es gibt Trends, die kommen und gehen. Manche verändern aber die Wirtschaft langfristig und sind im aktuellen „Foodreport“ nachzulesen. Wer davon profitieren möchte, sollte seinen Blick auf gute, gesunde und genussvolle Esskultur lenken.

Industrie, Handel, Gastronomie: Die Food-Branche ist im Umbruch.  Wer in Zukunft Erfolg haben will, braucht mehr als ein Schnitzel mit Ketchup. Gute Köche und hohe Lebensmittelqualität sind nur die Ausgangsbasis. Gastronomen brauchen ein Gesamtkonzept, heißt es im „Foodreport 2017“ des Zukunftsinstituts. Design, Materialien, Farben und Gewicht von Besteck und Tellern beeinflussen die Geschmackswahrnehmung. Genuss will inszeniert werden.

Trend 1: Regionalität boomt weiter

Konsumenten denken um. Laut der GfK-Studie über die Ernährungsgewohnheiten der Österreicher bevorzugen mittlerweile mehr als die Hälfte der Befragten Bio-Produkte. Und sind auch bereit, dafür mehr Geld auszugeben. Saisonalität und Regionalität sind gefragt, weil sie die Sehnsucht nach Ursprünglichkeit, Authentizität und Nähe stillen. Außerdem kommen Lebensmittel, zu denen Menschen einen Bezug haben, ihnen automatisch gesünder vor. Aktuell entwickelt sich der Trend vom lokalen Essen immer mehr in Richtung „Hyper Local Food“. Das heißt, die Menschen achten verstärkt darauf, dass das Essen aus ihrer nächsten Umgebung kommt. Im Idealfall sogar aus
dem eigenen Garten.

Trend 2: Innovatives aus dem Wasser

Der Hunger nach Fisch wächst. In Zukunft werden davon vor allem auch ökologische Produzenten profitieren. Die Zukunft der Ernährung soll im Wasser liegen. Neben Insekten sind Algen auf dem Vormarsch. Deren Einsatzgebiet wird immer vielfältiger. Mittlerweile gibt es sogar schon Brat- oder Curry-Algenwürste. „Powerfood“ aus dem Meer hat großes Potenzial. Vielleicht auch Innovatives aus den alpenländischen Seen und Flüssen? Potenzial wäre vorhanden, wie Winfried Süßenbacher aus Launsdorf bestätigt. Auch in anderen Bereichen. Dafür bräuchte nicht viel Neues erfunden werden. In Kärnten ist sehr viel Wissen vorhanden, es müssten nur vorhandene Pfade verlassen werden. Dass das funktioniert, beweist Alexandra Riepl mit der Entwicklung eines natürlichen Colas aus einem Kräuterstrauch

Trend 3: Leichter Geschmack mit Genuss

Fleisch verliert  seinen Status als Leitprodukt der europäischen Esskultur. Es ist selbstverständlich geworden, dass mehr Menschen nach Alternativen greifen. Leichte Küche ist im Alltag wichtig. Am Klopeiner See gibt es eine der ersten veganen Pensionen. „Das Konzept wird außerordentlich gut angenommen und wir haben viele treue Stammgäste gefunden“, verrät Mark Gessat vom „Loving Hut“. Die Auswahl der Speisekarte sei umfangreich und gehe auf Kundenwünsche ein.

Die Genusskultur verändert sich. Konsumenten möchten mehr über Lebensmittel wissen – auch wie diese sinnlich wahrgenommen werden können. Kärnten geht dabei mit der „Slow-Food-Region“ in die richtige Richtung.

Tipp: Der „Foodreport 2017“ kann unter www.zukunftsinstitut.de bestellt werden.


Nach Matcha Latte steht heuer Kurkuma Latte ganz oben auf der Liste gesunder Trend-Heißgetränke. 2017 ist aber auch das Jahr, in dem wieder unperfekt geratenes Gemüse und Obst, aber auch längst vergessene Gemüsesorten wie Grünkohl und neu entdeckte Getreidesorten wie Teff auf dem Teller landen dürfen. Äußerst gesund ist der Trend zu fermentierten, also milchsauer vergorenen Gemüse- und Kraftsuppen.
Evelyn Klemenz, TCM-Ernährungsberaterin, Klagenfurt
Heimischer Fisch ist gefragter denn je. Die in Kärnten und Österreich gezogenen Fische reichen nicht aus, um den Bedarf an diesem gesunden Lebensmittel zu decken, daher müssen Fische importiert werden. Es gibt also Potenzial nach oben. Aber wegen hoher Kosten in der Aufzucht ist Bio hier nach wie vor eine Nische. Das Interesse an bewusster Ernährung kann auch für Bio-Fische eine Chance sein.
Winfried Süßenbacher, Süßenbacher Fisch, Launsdorf
Die Idee entstand daraus, dass ich vor vier Jahren von heute auf morgen vegan lebte. Damals gab es wenig vegane Angebote. Deshalb eröffnete ich 2015 mein eigenes veganes Café-Restaurant. Weine und Speisekarte sind genau durchdacht, auch hinsichtlich Allergien und Unverträglichkeiten. Von Trends halte ich wenig. Aber ich freue mich, dass mehr darüber nachdenken, woher ihre Lebensmittel kommen.
Dania Sirovica, Trivida – veganes Café-Restaurant, Klagenfurt
Die Idee zum Natur-Cola-Sirup ist eher aus Zufall entstanden. Als Kräuterpädagogin habe ich vieles ausprobiert und nach zweijähriger Entwicklung gibt es den Cola-Sirup aus natürlichen Zutaten im Supermarkt oder direkt bei uns zu kaufen. Die Menschen besinnen sich, leben gesünder und kaufen lieber in der Region ein. Ich bin regional und das ist genial – in diesem Spruch steckt unsere Chance für die Zukunft.
Alexandra Riepl, Natur-Cola-Sirup „Flora Cola“, Völkermarkt
Wir merken stark, dass Gäste auf Qualität und Regionalität achten. Bio und Nachhaltigkeit schätzen sie und dafür sind sie auch bereit, mehr Geld auszugeben. Heuer möchten wir heimische Fische in verschiedenen Geschmacksrichtungen in den Fokus stellen. Auch bei Sushi setzen wir jetzt auf regionalen Fisch und ersetzen zum Beispiel den Butterfisch durch Zander, der diesem in Aussehen und Geschmack ähnelt.
Andreas Hinteregger, Sol Beachclub, Hotel Park’s, Velden


Interview mit Food-Expertin Hanni Rützler

Rützler, Zukunftsinstitut
© KK/Zukunftsinstitut Hanni Rützler führt in Wien das Futurefoodstudio und verfasst mit dem Zukunftsinstitut jährlich den „Foodreport“.

Welche Bedeutung haben Foodtrends?

Hanni Rützler: Food-Trends sind Ausdruck von Lebensgefühl und Sehnsucht. In ihnen spiegeln sich längerfristige gesellschaftliche Veränderungsbewegungen sowie der kulturelle Wertewandel wider. Die Frage, wie wir in den nächsten Jahren essen werden, können wir nur unter dem Gesichtspunkt dieser gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen versuchen zu identifizieren. So lassen sich die Foodtrends auch von reinen Moden oder saisonalen Produkttrends unterscheiden.

Welcher Trend setzt sich im Foodbusiness klar durch?

„Gut und gesund“ wird auch in den nächsten Jahren der wichtigste Trendcluster sein. Gefragt sind natürliche Ausgangsprodukte, möglichst wenig verarbeitet und frisch zubereitet, gepaart mit Genuss in neuen, einfachen Gerichten oder Produkten.

Worauf sollten heimische Wirtschaftstreibende besonders achten?

Essentscheidungen werden immer bewuss­ter getroffen. Regionalität, Saisonalität und Frische der Lebensmittel rücken in den Mittelpunkt. Regionale Lebensmittel boomen gerade deswegen, weil sie uns das Gefühl geben, mehr über unser Essen erfahren zu können

Werden Insekten und Algen künftig die Welt ernähren?

Absolut. Der Großteil der Weltbevölkerung isst Insekten schon längst. Lediglich im Westen haben wir noch ein Problem damit. Und es gibt Studien, die sehen darin den Schlüssel zur Lösung des Ernährungsproblems.

Das könnte Sie auch interessieren

  • WK-News
Newsportal Diesen Frühling wird  Kärnten eCommerce-fit

Diesen Frühling wird Kärnten eCommerce-fit

Das Landesgremium Versand-, Internet- und allgemeiner Handel schnürt ein umfassendes Info-Paket mit dem Schwerpunkt eCommerce, das sich Unternehmen mit Onlineshops & Co. keinesfalls entgehen lassen sollten. mehr

  • WK-News
Newsportal Mütter brauchen  mehr als Blumen

Mütter brauchen mehr als Blumen

WK-Vizepräsidentin und FiW-Landesvorsitzende Sylvia Gstättner: Was Mütter wirklich wollen, ist flächendeckend hochwertige Kinderbetreuung. mehr

  • WK-News
Newsportal Mandl: Gegen Rufmord am Kärntner Tourismus

Mandl: Gegen Rufmord am Kärntner Tourismus

Entgegen den Alternativfakten auf Politstammtischniveau ist die Entwicklung im Kärntner Tourismus durchaus positiv, widerspricht der WK-Präsident. mehr