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Warum der Wald Mensch und Wirtschaft gut tut

Über 60 Prozent des Landes sind mit Bäumen bewachsen. Damit spielt der Wald nicht nur als Erholungsraum für Einheimische und Touristen eine wichtige Rolle, sondern er sichert auch Arbeitsplätze und Wertschöpfung.

Wald, Kärnten, Wirtschaft
© Fotolia/Guenter Albers Der Wald ist nicht nur Lebensplatz vieler Tiere und Entspannungsort für viele Menschen, sondern bringt zahlreichen Unternehmen Geschäfte.

Lebensraum, Luftreiniger, Sehnsuchtsort, Schalldämpfer, Trinkwasserbewahrer und Wirtschaftstreiber – der Wald übernimmt vielfältige Aufgaben. Doch nach wie vor ist vielen die Kraft der Bäume gar nicht bewusst. 

Die Holzbranche ist für Kärnten besonders wichtig. Rund 160 Säge- und holzverarbeitende Betriebe schaffen etwa 2900 Arbeitsplätze. Dazu kommen mehr als 200 Zimmerei- und Holzbaubetriebe und rund 700 andere Betriebe, die mit Holz arbeiten. Der Produktionswert der Holzwirtschaft beträgt knapp eine Milliarde Euro in Kärnten.

Rund 1,4 Millionen Kubikmeter des jährlichen Holzuwachses werden nicht genutzt. Potenzial wäre vorhanden, aber nicht immer leicht zu bergen. Zum einen ist der Waldbesitz eher kleinstrukturiert. Zum anderen seien Voraussetzungen für die Nutzung faire Preise für das Rohmaterial, eine leistbare Bringung und eine gesteigerte Wertschätzung für den Bau- und
Energiestoff Holz, meint Ulrike Kavalar aus Bodensdorf. In Sachen Bewusstseinsbildung muss weiterhin noch etwas getan werden, um den natürlichen Rohstoff aus dem Wald zu stärken, bestätigt Georg Hubmann, Landesinnungs­meis­ter des Holzbaus.

Der Zirben-Boom der vergangenen Jahre hat einiges in Bewegung gebracht. Aber auch anderen heimischen Hölzern wie der Lärche sagen Holzkenner eine große Zukunft voraus. Vor allem kleinere Betriebe können hier mit Nischenprodukten und Sonder­anfertigungen punkten. Gastronomie und Hotellerie gehen als Vorbild voran und bauen mit Holz – oder zeigen Gästen bei speziellen Führungen die beruhigende Wirkung des Waldes. Das tut der Gesundheit gut. Denn in der Natur helfen Bäume bei der Reduktion von CO2-Emissionen und lassen Menschen so wieder tief durchatmen. 


Stimmen aus den Unternehmen

Wir bringen das Rundholz aus dem Wald zu den Sägewerken. Für mich ist der Holztransport das Schönste, weil jeder sein eigener Chef ist und in der Natur arbeiten kann. Aber als Holzfrächter hat man es nicht leicht. Es gibt weniger große Abnehmer und starke Auftragsschwankungen. Dabei hat Holz aus Kärnten noch viel Potenzial.
Martin Glantschnig, Glantschnig Trans, Völkermarkt
Mich fasziniert, dass Holz ein lebendiger Baustoff ist, der natürlich gewachsen ist und ein Gefühl der Gemütlichkeit und Wärme vermittelt. Viele Menschen, die mit Holz arbeiten, sind erdige, naturverbundene Persönlichkeiten, die ihren Werkstoff lieben und auch über Jahrzehnte der Branche treu bleiben. Ich persönlich habe bei meiner Arbeit ein gutes Gewissen, denn mein Werkstoff ist CO2-neutral, kann mehrmals verwendet werden und gibt im Endverbrauch noch Bioenergie ab.
Ulrike Kavalar, Zimmerei Kofler und Kavalar, Bodensdorf
In unserem Sägewerk verarbeiten wir hauptsächlich Fichte, Lärche und Zirbe aus den Nockbergen. Kleine regionale Kreisläufe bedeuten kurze Transportwege und damit geringere Umwelt­belastung. Eine Steigerung des Holzverbrauches wäre durchaus möglich, Potenzial sehe ich auch für die Lärche, etwa für Fassaden oder Terrassen. Als kleiner Betrieb ist es wichtig, in einer Nische zu arbeiten, um sich von den Großen abzuheben.
Alfred Seebacher, Seebacher Säge- und Hobelwerk, Gnesau
Holz ist im Trend. Es wird immer öfter verwendet. Die Kunden fragen bereits gezielt nach der Herkunft des Holzes. Dieses Bewusstsein muss weiter gestärkt werden. Dabei ist auch die Politik gefordert. Holz sollte verstärkt in Planungen und Fördermodellen einbezogen werden. Durch Holzbauten bleibt die Wertschöpfung zu 100 Prozent in Kärnten. In den Tälern können Arbeitsplätze geschaffen und so die Abwanderung gestoppt werden.
Georg Hubmann, Holzbau Hubmann, Weißbriach
Wir sind sehr naturverbunden und wissen, wie gut ein Spaziergang durch den Wald tut. Man beruhigt sich, kann wieder richtig durchatmen und entdeckt immer wieder Neues. Da wir sehr darauf bedacht sind, dass sich auch unsere Gäste bestens erholen, bringen wir ihnen gemeinsam mit einer Waldexpertin die Magie des Waldes näher. Unser Küchenteam hat sogar ein eigenes Waldmenü kreiert. Was man aus dem Wald alles in der Küche verwenden kann, ist faszinierend und einfach zugleich.
Sonja Moser, Wander- und Wohlfühlhotel Landhof Irschen


Interview mit Beststellerautor und Förster Peter Wohlleben

Wohlleben, Wald, Förster, Wirtschaft, Autor
© KK/Wohlleben Peter Wohlleben schrieb das Buch „Der Wald - ein Nachruf“ und zeigt darin, wie ökologische Waldbewirtschaftung gelingt.

Was können Menschen von Bäumen lernen?

Peter Wohlleben: Gemeinschaftlicher Zusammenhalt und Geduld. Wir haben gelernt, dass Bäume nicht eng zusammenstehen sollten und ausgelichtet werden müssen. Das stimmt aber nicht. Bäume mögen die enge Gemeinschaft und helfen anderen ihrer Art bedingungslos aus. Schwache Mitglieder werden unterirdisch über die Wurzeln mit Nährstoffen unterstützt. Das gehört zum Wesen der Bäume dazu, dass sie teilen – und zwar vorbehaltlos.

Was überrascht noch an den Fähigkeiten der Bäume?

Über Jahre hinweg können sie sich an schlimme Ereignisse erinnern. Das wirft die Frage auf, wo merken sie sich das. Sie haben ja kein Gehirn im menschlichen Sinn.

Stört der Mensch im Wald?

Als Spaziergänger stört der Mensch im Wald nicht. Man muss auch nicht leise sein. Im Gegenteil, wenn man sich laut unterhält, wissen die Wildtiere, dass kein Jäger kommt. Wir gehören auch dazu, daher können wir den Wald ohne schlechtes Gewissen genießen. Problematisch wird es nur, wenn Biker querfeldein fahren. Weil sie schnell und leise sind, erschrecken die Tiere häufig. 

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