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WK startet neue Kampagne: „Mittelstand – fit fürs Land“

Rechtzeitig vor dem „Tag der Arbeit“ am 1. Mai macht die Wirtschaft Kärnten heuer zum bereits fünften Mal mit dem „Tag der Arbeitgeber“ am kommenden Sonntag klar, wer dazu vonnöten ist: Nur Unternehmer schaffen Arbeitsplätze, bieten Einkommen und halten die Menschen im Land. Mit einer großangelegten Kampagne will die WK in den nächsten Wochen auf die Bedeutung des Mittelstands hinweisen.

Mittelstand Mandl Voithofer Al-Hosini Ronge Wirtschaftskammer Kärnten
© WKK/fritzpress Peter Voithofer, Direktor der KMU Forschung Austria, WK-Präsident Jürgen Mandl und die Unternehmer Sarah Al-Hosini und Franz Ronge sind fit fürs Land.

Die aktuell anziehende Konjunktur ist höchst erfreulich und wird für viele Unternehmen ein leises Aufatmen nach schwierigen Jahren bringen. Auch für den Arbeitsmarkt erhofft sich die Wirtschaftskammer Kärnten eine entsprechende Belebung und wieder mehr Jobchancen für viele Menschen. Präsident Jürgen Mandl: „Aber dieses Mailüfterl sollte uns nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir wieder mehr verinnerlichen müssen: Wer nicht sät, der wird nicht ernten. Und ohne Unternehmen gibt es keine Jobs, keine Einkommen, keinen Wohlstand und letztlich auch keinen Staat.“

Stimmt die Grundhaltung? 

Diese schlichte Erkenntnis ist angesichts der oft zumindest unternehmerunfreundlichen Ideen in der Politik oder des Videospots der Arbeiterkammer Oberösterreich, in der die Unternehmer als selbstverliebte Ausbeuter dargestellt und lächerlich gemacht werden, oder in Anbetracht der Steuerbelastung der Mittelschicht in der Bevölkerung generell offenbar in Vergessenheit geraten. Mandl: „Ich habe ab und zu Zweifel, ob hier die grundsätzliche Einstellung unserer Gesellschaft zum Thema Arbeit und Leistung noch stimmt.“ 

Kampagne für den Mittelstand

Deshalb hat sich die Wirtschaftskammer Kärnten vorgenommen, die wahre Bedeutung des Mittelstands und der leistungsbereiten Menschen für Gesellschaft und Wohlstand wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken. Die bunte Start-up-Szene genießt ebenso wie die zunehmende Zahl an Ein-Personen-Unternehmer viel politische und mediale Aufmerksamkeit, die Industrie ist aufgrund ihrer Bedeutung immer präsent. Mandl: „Und im Hintergrund und abseits des Blitzlichts arbeitet und schafft der Mittelstand mehr als 70 Prozent der Arbeitsplätze in Kärnten und drei Viertel der Wertschöpfung. Wir wollen mit einem Bündel an Maßnahmen die Wertschätzung erhöhen für die Verdienste der mittelständischen Unternehmen in der Kärntner Bevölkerung, bei Politik und Medien, aber auch bei den Unternehmen selbst. Warum der Mittelstand? Weil die KMU in Österreich und in Kärnten die Hidden Champions unseres Wohlstands sind.“ 

Mittelstand – fit fürs Land

Diese oft eigentümer- und familiengeführten Betriebe will die WK mit der multimedialen Kampagne „Mittelstand – fit fürs Land“ vor den Vorhang holen. Mandl: „In den kommenden Wochen werden wir mit Inseraten, in Medienkooperationen und mit Veranstaltungen die Bedeutung des Mittelstands für Kärnten darstellen und auch professionell in Form eines Kärntner Mittelstandsreports von der KMU-Forschung Austria untersuchen lassen.“ Zu den Highlights der Kampagne aus der Feder von Tom Ogris zählen auch Inseraten- und Plakatsujets mit Kärntner Unternehmerinnen und Unternehmer sowie ein emotionales Kurzvideo, realisiert mit der mehrfach ausgezeichneten Firma Intermedia.

Vorkrisenniveau nicht erreicht

Dass der Kärntner Mittelstand mehr Aufmerksamkeit braucht, beweisen die Zahlen: „Wir sehen eine solide Ausgangsbasis, aber kaum Wachstum“, erklärte Peter Voithofer, Direktor der KMU Forschung Austria. In Kärnten sei der Mittelstand im weiteren Sinne (Unternehmen zwischen 0 und 500 Beschäftigten) mit rund 99,9 aller Betriebe noch ausgeprägter als im österreichischen Durchschnitt, in seiner Entwicklung aber schwächer. Voithofer: „Während sich die Zahl mittelständischer Unternehmen sowie deren Bruttowertschöpfung nach krisenbedingten Rückgängen wieder erholt haben, konnte der Mittelstand in Bezug auf Umsatz, Beschäftigung sowie insbesondere in Hinblick auf die Bruttoinvestitionen das Vorkrisenniveau des Jahres 2008 bislang nicht wieder erreichen.“ Die Ursachen liegen für Voithofer in der unterschiedlichen Wirtschaftsstruktur - weniger hochprofitable IKT-Unternehmen, mehr schwächerer Tourismus – und in der Bürokratie: „Berufliche Selbstständigkeit kann man heute ohne juristischen Begleitschutz kaum mehr ausüben. Seit 2006 hat es beispielsweise 70 Änderungen alleine im Arbeitsrecht gegeben – das ist ein Fortsetzungsroman, den jeder Arbeitgeber lesen sollte.“ 

Stimmen des Mittelstands

„Ich bin ein EPU und zähle mich auch zum Mittelstand“, erklärt die Klagenfurter Jungunternehmerin Sarah Al-Hosini (Sarah sagt) ihre Unterstützung der Kampagne. „Wir sind die fleißigen Bienen, die ihren eigenen Arbeitsplatz schaffen und wenn möglich auch noch weitere. Eigentum, Leistung und Risiko – das ist meine persönliche Work-Life-Balance, auch wenn es Tage gibt, die eine Katastrophe sind“, schildert Al-Hosini lächelnd ihren Unternehmeralltag. Den kennt auch Franz Ronge bestens, der 2004 nach einer Laufbahn bei internationalen Unternehmen als Geschäftsführer zum Wellpappeproduzenten Tewa kam und das Unternehmen 2012 übernahm. „Mit 52 war ich damals sicher der älteste Jungunternehmer zumindest in Feldkirchen“, erinnert sich Ronge. Er wünscht sich von der WK-Kampagne, nicht nur den Mittelstand zu präsentieren, sondern auch die Themen anzusprechen, die dem Mittelstand das Leben schwermachen, wie die Lohnnebenkosten oder die allgegenwärtige Bürokratie: „Andere Wirtschaftsbereiche können sich da vielleicht besser helfen. Aber wir haben andere Gene als ein Konzernmanager, der Entscheidungen trifft, die in einem Familienbetrieb zu 1000 Prozent anders fallen würden.“

Was wäre der Tag der Arbeit…

…ohne Arbeitgeber? Auch der „Tag der Arbeitgeber“ übermorgen am 30. April dient dem Ziel, auf die besondere gesellschaftliche Bedeutung des Unternehmers hinzuweisen. Diese Würdigung gilt natürlich gleichwertig für die steigende Zahl an Ein-Personen-Unternehmen, denn sie haben ebenfalls bereits einen besonders wichtigen Arbeitsplatz geschaffen: ihren eigenen. Die Tradition, den Tag der Arbeit am 1. Mai mit dem Aushängen der österreichischen Fahne zu untermalen, hat die Wirtschaftskammer auch heuer auf den Tag der Arbeitgeber tags zuvor ausgedehnt und alle Unternehmer und öffentlichen Institutionen Kärntens ersucht, es ihr gleichzutun. Am 1. Mai bleiben dann die Fahnen zu Ehren der Mitarbeiter und des Feiertages selbstverständlich gehisst.

Ludwig-von-Mises-Journalistenpreis

„Die moderne Zivilisation steht und fällt mit der Person des Unternehmers, das hat schon der große österreichische Ökonom Joseph Schumpeter zu Beginn des 20. Jahrhunderts festgestellt. Mit der seitdem enormen wirtschaftlichen Entwicklung ist diese Erkenntnis noch viel wahrer geworden“, so Mandl. Um diesen Zusammenhang wieder stärker zu verankern, schreibt die Wirtschaftskammer auch heuer wieder den Ludwig-von-Mises-Journalistenpreis aus, der journalistische Arbeit auszeichnet, die diese besondere Rolle des Unternehmers für die Allgemeinheit verdeutlichen. Die Einreichfrist endet im Oktober.

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