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WK gibt Alarm: Scheitert der Ausbau von Breitbandinternet?

Schneckenpost statt Lichtgeschwindigkeit heißt es für viele Kärntner Betriebe im Internet. Doch ohne Datenhighway kein Wirtschaftsstandort, warnten heute die Experten.

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© WKK/Polsinger Martin Zandonella, Obmann der WK-Sparte Information und Consulting, Gerhard Oswald, Bezirksstellenobmann Wolfsberg, und Marc Gfrerer, JW-Vorsitzender, starten gemeinsam eine landesweite Initiative, um Betrieben den besten Weg zu Breitband zu zeigen.

"Wenn die Infrastruktur nicht passt, werden die neuen Jobs im Rahmen der Digitalisierung nicht bei uns entstehen." Klare Worte fand heute IKT-Experte Martin Zandonella, Net4You-Chef und Obmann der WK-Sparte Information und Consulting, zum Auftakt einer Serie von regionalen Weckrufen in Wolfsberg. Denn Kärnten ist beim Ausbau von Breitband-Internet via Glasfaserkabel drauf und dran, den Anschluss zu verlieren. "Es ist nicht fünf vor zwölf; es ist zwölf“, unterstrich Zandonella die Dringlichkeit, vor allem in den Kärntner Regionen entschlossene Maßnahmen zur Errichtung der notwendigen Infrastruktur zu setzen und seitens des Landes die erforderlichen Mittel dafür zur Verfügung zu stellen: "Da tut sich in Österreich nichts und in Kärnten noch viel weniger."

Österreich liegt bei Glasfaserinternet weit hinten

Seine eindringliche Kritik untermauerte Zandonella mit harten Zahlen: So liege Österreich mit einem Anteil an Glasfaserverbindungen am bestehenden Breitband-Internet von 1,3 Prozent (laut RTR Telekom-Monitor 1/2017) weit abgeschlagen nicht nur hinter dem weltweit führenden Japan (71,5 Prozent), sondern auch deutlich hinter Ländern wie Italien (3,0 Prozent), Chile (3,8 Prozent), der Schweiz (9,0 Prozent), Ungarn (15,7 Prozent) oder Slowenien (21,5 Prozent). Und in Österreich sei Kärnten bei der Frage nach der Verfügbarkeit ausreichender Breitbandanbindungen mit 62 Prozent Ja- und 25 Prozent Nein-Antworten Schlusslicht unter den Bundesländern. Kein Wunder: "Kärnten hat von der vielgepriesenen Breitbandmilliarde des Bundes so gut wie nichts abgeholt. Hier wurden fünf Projekte eingereicht, österreichweit waren es 216 – das sind zwei Prozent für Kärnten", kritisiert Zandonella. Wie ernst man das Zukunftsthema seitens des Landes nehme, zeige schon das Breitbandbüro Kärnten, das eine "One-Man-Show" sei. Zandonella: "Man sollte damit einmal das Personal vergleichen, das sich mit den Kärntner Straßen beschäftigt. Aber der Datenhighway ist ebenso wichtig!" 

Wer kein Breitband hat, hat den Zug verpasst!

Warum Glasfaser und nicht Kupfer? Die Breitbandstrategie des Landes sehe ein Datenvolumen von 100 Megabit symmetrisch – also im Down- und Upload – vor. „Aber es gibt keine Technologie auf den vorhandenen Kupferkabeln, die das kann“, so der IT-Experte. Hier würde die Leistungsfähigkeit der Lichtwellenleiter beginnen, sie könnten aber auch das Zehn- und Hundertfache an Daten transportieren und wären damit auch für die absehbare Zukunft gerüstet. Marc Gfrerer, Vorsitzender der Jungen Wirtschaft in Kärnten, bringt es auf den Punkt: „Wer kein Breitband hat, hat den Zug verpasst. Und die jungen Menschen werden anderswo hingehen.“ 15 Millionen Euro verlangt die Junge Wirtschaft daher pro Jahr für den Glasfaserausbau vom Land, die Gemeinden sollten dazu angehalten werden, die notwendigen Masterpläne – die ohnehin zu 75 Prozent gefördert werden – sofort ausarbeiten zu lassen. 

Test im Bezirk bringt Ernüchterung

Ein Test der Wirtschaftskammer Wolfsberg bei einigen namhaften, international tätigen Unternehmen aus der Region zeigt die Dimension des Problems eindrucksvoll: acht, zehn, zwölf Mbit leisten ihre Internetanbindungen im Expertentest. Gerhard Oswald, erfolgreicher Unternehmer und Obmann der WK-Bezirksstelle Wolfsberg: "Man muss rechtzeitig drauf schauen, dass man’s hat, wenn man’s braucht. Wir verlieren im wahrsten Sinn des Wortes den Anschluss – das ist für eine Region wie das Lavanttal, aber auch für Kärnten fatal."

Andere Bundesländer sprinten Kärnten davon

Deshalb kündigte Zandonella eine landesweite Initiative der Wirtschaftskammer an: Man werde die aktuell verfügbaren, tatsächlichen Geschwindigkeiten und Kapazitäten der Internetanbindung in allen Kärntner Bezirken erheben und eine Beratungsschiene entwickeln, um Betrieben den besten Weg zu Breitband zu zeigen. Am "Backbone", der kostengünstigen Glasfaserverbindung der Bezirksstädte, führe aber kein Weg vorbei: "Andere Bundesländer zeigen das vor, setzen 100 Millionen und mehr, um die Regionen und Täler anzubinden – auch dort, wo der Wettbewerb versagt. Diese Verantwortung und Weitsicht ist einzufordern bei jenen, die wir gewählt und eingesetzt haben – und das gilt für den Bürgermeister genauso wie für eine Landeshauptmannstellvertreterin."

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