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WK fordert strengere Kontrollen und Strafen bei Krankenstandsmissbrauch!

Mit einer Kündigung im Krankenstand können gesetzliche Entgeltfortzahlungsansprüche nicht umgangen werden, stellt die WK Kärnten klar. Viele Krankenstände sind aber auch für die Unternehmen ein Ärgernis. 

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© WKÖ

Abgesehen von vereinzelten Negativbeispielen würden Kärntens Betriebe viel Verständnis für ihre Mitarbeiter zeigen, große Geduld auch bei Fehlverhalten aufbringen und sich eine etwaige Kündigung sehr gut überlegen, erklärte heute Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl zu diesbezüglichen Medienberichten. Kein Unternehmen trenne sich gerne und ohne triftigen Grund von guten Mitarbeitern und nehme damit auch die teure und zeitaufwendige Suche nach Ersatz auf sich. Mandl: „Natürlich kommt es bei rund 185.000 privatwirtschaftlich Beschäftigten in Kärnten hie und da zu Komplikationen. Daran sind aber ganz sicher nicht nur ein paar Unternehmer schuld; die schwarzen Schafe grasen bei den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern genauso.“

Schwierige Ausgangslage für die Unternehmen

Die Rechtslage, die nach wie vor wirtschaftlich angespannte Situation und der nach wie vor zu häufige Krankenstandsmissbrauch machen vielen Betrieben zu schaffen. Was die Unternehmen besonders irritiert, sind unerklärliche und nicht nachvollziehbare Krankschreibungen oder eigentümliche Verhaltensweisen im Krankenstand. Mit diesem Fällen ist die Rechtsabteilung der Wirtschaftskammer mehrmals täglich konfrontiert: „Wird ein Urlaub nicht gewährt oder ist ein Dienstnehmer mit seiner zugewiesenen Arbeit nicht zufrieden, werden immer wieder kuriose Krankenstandsfälle an uns herangetragen“, erklärt die Arbeitsrechtsexpertin der WKK, Katharina Kircher. Einmal sei eine Dienstnehmerin von einem Arzt sogar nach 26 Tagen rückwirkend für nur einen Tag krankgeschrieben worden, um ihr Fernbleiben im Nachhinein zu rechtfertigen. Und als fünf Arbeiter mit ihrem Partieführer nicht einverstanden waren, legten sie die Arbeit nieder und ließen sich vom selben Arzt für die gleiche Dauer krankschreiben. „Da muss man schon auch den Unternehmer verstehen, der sich über solche Verhaltensweisen mehr als wundert“, betont Kircher.

Party während des Krankenstands?

Doch nicht nur die Krankschreibepraxis mancher Ärzte, auch die Verhaltensweisen der Patienten während des Krankenstandes führen regelmäßig zu Unverständnis auf Arbeitgeberseite: Wer wirklich krank ist, soll sich auskurieren - dafür haben die Betriebe volles Verständnis. Kircher: „Deutlich weniger tolerant sind Unternehmer aber, wenn ihr kranker Mitarbeiter an rauschenden Partys oder ausgelassene Hochzeitsfeiern teilnimmt und die Fotos auch noch auf Facebook postet.“ Auch Kuraufenthalte, die schon lange feststehen und den Dienstnehmern bekannt sind, werden oft erst am Tag des Kurantrittes gemeldet. „Das schafft natürlich besonders bei kleinen Unternehmen Probleme bei der Planung“, sagt Kircher. Die WK verlangt daher von den Ärzten eine korrekte medizinische und berufskundige Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit des Mitarbeiters, bei Verstößen soll es auch entsprechende Sanktionen für die Mediziner ebenso wie die Beschäftigten geben.

WK-Präsident Mandl: „Wir schlagen schon seit Jahren vor, dass die ersten beiden Tage des Krankenstands vom Dienstnehmer selbst getragen werden sollten. Da würden sich viele Krankenstandtage ganz von selbst erledigen.“ Auch die lange Entgeltfortzahlung bei Freizeitunfällen ist der Wirtschaft ein Dorn im Auge, streicht Mandl heraus: „Warum soll der Betrieb 42 Tage lang das volle Entgelt weiterzahlen, weil sich ein Mitarbeiter in seiner Freizeit beim Klettern, Motorrad fahren oder Drachenfliegen verletzt hat?“ Die Wirtschaft schlägt seit langem die Einführung von verpflichtenden privaten Unfallversicherungen vor, um für diese Situationen vorzusorgen.

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