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Von der Billigproduktion zum Leitbetrieb Kärntens

Es begann mit der verlängerten Werkbank, heute ist man Vorreiter für die Industrie 4.0: Infineon Austriain Villach hat sich von der einfachen Fabrik zum Hightech-Unternehmen entwickelt.

Infineon Villach
© KK/Infineon Mensch und Maschine arbeiten direkt nebeneinander: Seit acht Jahren setzt Infineon kollaborative Roboter ein. Sie übernehmen die Be- und Entladung von „Wafern“ aus Boxen in Produktionsanlagen.

Billig zu produzieren: Das war das Ziel der Diodenfabrik, die 1970 in Villach eröffnet wurde. In den ers­ten Jahren ging dieser Plan auch auf. Doch heute würde es den größen privaten Arbeitgeber Kärntens wohl nicht mehr geben, hätte man neun Jahre später nicht die ersten Schritte in Richtung Zukunft gesetzt. Damals begann man, den Weg der billigen Produktion zu verlassen und ein Entwicklungszentrum für Mikroelektronik in Villach zu errichten.

Seitdem hat sich Infineon Aus­tria zu einem der forschungsstärks­ten Unternehmen Österreichs entwickelt, allein im Jahr 2016 wurden rund 400 Millionen Euro in die Forschung investiert. Und es werden Maßstäbe gesetzt – wie zum Beispiel im Jahr 2009, als Infineon die ersten kollaborativen Roboter in der Produktion einzusetzen begann und damit Pionierarbeit leis­tete. Es handelt sich dabei um ­Roboter, die in demselben Raum wie Menschen arbeiten und nicht hinter einem Schutzzaun. Damals gab es zwar schon erste Technologien für diese Roboter, aber noch kaum Erfahrungswerte und Umsetzungen in der Praxis. Heute ist die Arbeit mit kollaborativen Robotern eine Selbstverständlichkeit im Unternehmen. Ein weiterer Meilenstein war der Bau einer neuen Halle – ganz auf die Bedürfnisse der Industrie 4.0 zugeschnitten. Kollaborative Roboter arbeiten hier im Reinraum direkt neben Menschen. Die Roboter übernehmen die Be- und Entladung von „Wafern“ aus den Boxen in die Implantationsanlagen, während die Mitarbeiter die Tätigkeiten der Roboter am PC kontrollieren und steuern. 

Eine der größten Herausforderungen dabei ist es, auf System­unterbrechungen zu reagieren: Störungen müssen so schnell als möglich behoben werden, damit die Produktion weiterlaufen kann. Im Normallfall zeigt der Roboter auf seinem Display an, was getan werden muss. Ist das Problem komplexer, müssen die Mitarbeiter in der Lage sein, einem Techniker zu schildern, wie es zu der Störung gekommen ist und wo das Problem liegen könnte.

Industrie 4.0 bringt neue Jobs

Diese Veränderung der Arbeitswelt hat natürlich Auswirkungen, sagt Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende von Infineon Austria: „Industrie 4.0 bedeutet nicht, dass es künftig menschenleere Hallen geben wird, aber Arbeitsplätze für ein sehr geringes Ausbildungsniveau werden weniger. Jede große technologische Innovation hat dazu geführt, dass es schlussendlich mehr Arbeitsplätze gegeben hat – aber es waren andere, meist hochwertigere Jobs.“

Darauf hat Infineon auch bei der Lehrlingsausbildung reagiert. Aktuell gibt es 49 Lehrlinge im Unternehmen, die ideal auf die Arbeitsanforderungen der Zukunft vorbereitet werden: Eine Doppellehre Mechatronik/Elektrotechnik wird mit Robotik-Schulungen – und oft auch mit dem Matura-Abschluss – verbunden.

Gleichzeitig steigt die Akademikerquote im Unternehmen kontinuierlich. „Etwa 50 Prozent unserer Mitarbeiter haben eine akademische Ausbildung. Bei Leuten, die wir neu anstellen, sind es 70 Prozent. Gerade bei Indus­trie 4.0 brauchen wir Leute, die diese Systeme programmieren und steuern, die den gesamten Prozess überblicken und weiterentwi­ckeln“, so Herlitschka, die Wissen als „entscheidende Ressource im globalen Wettbewerb“ bezeichnet. Digitalisierung sieht sie als große Chance für Österreich: „Intelligente Fabriken sind die Basis dafür, dass man in Hochlohn­regionen wie Österreich weiter unter finanzierbaren Bedingungen produzieren und Arbeitsplätze schaffen kann.“


Interview mit der Chefin des größten privaten Arbeitgebers in Kärnten, Sabine Herlitschka

Herlitschka Infineon Villach
© KK/Infineon Sabine Herlitschka ist seit 2014 die Vorstandsvorsitzende der Infineon Technologies Austria AG.

Was macht erfolgreich gelebtes Unternehmertum aus?

Sabine Herlitschka: Erfolgreiches Unternehmertum bedeutet für mich, den Mut, die Begeisterung und die Ausdauer zu haben, um Dinge in die Hand zu nehmen und offensiv zu gestalten. Das bezieht sich nicht nur auf wirtschaftliches Unternehmertum im engeren Sinn. Es ist vielmehr eine Geisteshaltung, die sich in allen Systemen positiv auswirkt: Nämlich gestalten zu wollen, zu können und es auch erfolgreich zu tun.

Warum sind Unternehmerpersönlichkeiten wichtig für die Region?

Weil sie vorzeigen, wie man Visionen in die Realität umsetzt. Damit geben sie Beispiel für einen positiven und proaktiven Umgang mit Herausforderungen.

Wie bringen Sie sich in Ihrer Region ein?

Wir sind der größte private Arbeitgeber in Kärnten und unterstützen eine Vielzahl von regionalen Bildungsprojekten. Vergangenes Jahr haben wir mit Kärntner Unternehmen ein Integrationsprojekt für jugendliche Flüchtlinge mit Asylstatus initiiert. 

Für welche Werte hat ein Unternehmen zu stehen?

Grundsätzlich bin ich der An-sicht, dass man für ein erfüll-
tes Berufsleben seine Talente dafür nutzen sollte, dass die Welt ein bisschen besser wird. Gestaltungswille muss daher mit Verantwortungsbewusstsein einhergehen. Das bedeutet beispielsweise einen sorgsamen Umgang mit Ressourcen sowie ein auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes Handeln.

Was sind die größten Missverständnisse bei der Rolle des Unternehmertums?

Es ist ein häufiges Missverständnis, dass unternehmerisches Handeln nur auf Unternehmen beschränkt wird. Wir benötigen generell eine stärker unternehmerische Gesellschaft, in der alle gerne etwas beitragen, gestalten und ermöglichen wollen.

Was sind die größten Gefahren für das Unternehmertum?

Überregulierung, das Abgelenktsein vom Wesentlichen, in zu kleinen Kategorien denken und zu langsame Prozesse.

Wie lautet Ihr wichtigster Wunsch an die politischen Entscheidungsträger?

Dass wir angesichts der Digitalisierung noch stärker auf Innovation als Chance im globalen Wettbewerb setzen. Dafür benötigen wir eine erstklassige Infrastruktur, ein ausgezeichnetes Bildungssys-tem, innovationsfördernde Rahmenbedingungen und „last but not least“ Unternehmergeist.

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