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Von Weltraumbestattung bis Schockfrieren: Wie Trends die Bestattungskultur verändern

Die Möglichkeiten der Beisetzung sind in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Die Kärntner Bestatter helfen dabei, den idealen Weg in dieser Gratwanderung zwischen Altbewährtem und Modernem zu finden.

Von Weltraumbestattung bis Schockfrieren: Wie Trends die Bestattungskultur verändern
© KK

Asche, die zu einer Schallplatte gepresst oder in einen Diamanten umgewandelt wird. Organe, die stufenweise eingefroren werden (Kryonik) oder die Konservierung einzelner Organe (Plastination). Bei der Bestattung gilt: (Fast) nichts ist mehr unmöglich. Doch nicht alles ist in Österreich erlaubt, denn bei uns gilt die Bestattungspflicht. Das bedeutet, jede Leiche muss bestattet werden. Derzeit mögliche Formen einer Bestattung sind die Feuerbestattung und die Erdbestattung. Wer sich dennoch für eine der vielen neuen Beisetzungsarten entscheiden will, kann diese gesetzliche Regelung umgehen, indem er/sie ein Bestattungsunternehmen dazu beauftragt, die Urne ins Ausland zu schicken. In manchen Ländern kann die Asche dann aus einem Heißluftballon oder über dem Meer verstreut werden, in anderen ist es möglich, den Körper schockgefrieren und zerfallen zu lassen (Promession). Insgesamt werden bereits 17 verschiedene Beisetzungsarten angeboten.
 
Handelt es sich dabei bereits um einen Trend oder nur um ein zusätzliches Angebot, das bald wieder in Vergessenheit geraten wird? „Genaue Zahlen gibt es nicht“, sagt  Gerhild Ertl, die sich als Mitglied des Landesinnungsausschusses der Kärntner Bestatter intensiv mit dem Thema Trauerbegleitung beschäftigt. Die Geschäftsführerin der Bestattung Weißensee weiß aber, dass die Zahl jener, die sich dafür interessieren und es hinterfragen, wächst. „Ich kenne einige Hinterbliebene, die sich bereits für die eine oder andere ‚moderne‘ Beisetzungsart entschieden haben“, so Ertl. Individualität und Selbstbestimmung werden damit einer traditionellen Form der Bestattung vorgezogen.
 
Dies sei grundsätzlich kein Problem, aber eine Entscheidung, die man sich gut überlegen sollte. Sie rät: Bevor man eine der neuen Bestattungsvarianten wählt, sollte man in sich gehen und sich fragen, ob dieser Weg für den Umgang mit der eigenen Trauer hilfreich ist. „Die Bestattungskultur hat sich stark verändert. Mittlerweile gibt es viele verschiedene Varianten der Bestattung – von der Urnenbeisetzung bis zur Weltraumbestattung. Oft wird dabei aber vergessen, dass wir Menschen auch einen Ort brauchen, an dem wir Trauerarbeit leisten können.“ Sie rät den Hinterbliebenen deshalb dazu, die Vor- und Nachteile von modernen und traditionellen Beisetzungsarten abzuwägen. „Wir leben in einer Zeit, in der Traditionen und überlieferte Rituale nicht mehr gerne angenommen werden. Jeder möchte seinen individuellen Weg gehen. Das ist auch gut so, aber gerade beim Thema Tod helfen Rituale. Rituale geben uns Halt und weisen uns den Weg. Oft erkennt man als Hinterbliebener aber erst viel später, wie wichtig diese Rituale für die Trauerarbeit gewesen wären.“ Bei dieser Entscheidung helfen die Kärntner Bestatter, die für Hinterbliebene mehr als Dienstleister sind: Sie stehen ihnen beratend zur Seite und helfen auch bei der Trauerbegleitung.
 
Deshalb ist es der heimischen Bestattungsbranche auch ein Anliegen, diese Trends zu hinterfragen und kritisch zu beleuchten. Denn nicht alles, was im ersten Moment nach einem idealen Weg klingt, ist es dann auch. Einen geliebten Verstorbenen als Diamant ständig bei sich zu tragen, bedeute nämlich auch, den Abschied zu erschweren. „Trauerschmuck aus Asche zu produzieren, ist mittlerweile relativ unkompliziert, aber ich rate eher zu einem fixen Ort. Ich bin überzeugt, dass es den Menschen besser geht, wenn sie einen Ort haben, an dem sie trauern können. Gerade zu Allerheiligen sieht man, wie wichtig es ist, wenn man sich an einem Ort der Besinnung wie dem Friedhof treffen kann.“
 
Entwicklungen im Kärntner Bestattungswesen:

  • In Kärnten ist die Zahl der Feuerbestattungen stark im Steigen und liegt mittlerweile bereits bei über 50 Prozent (im Vergleich zu Erdbestattungen). Gerhild Ertl rechnet damit, dass die Erdbestattungen auch in den kommenden Jahren weiter zurückgehen werden.
  • Der Großteil der Urnen ist auf den Kärntner Friedhöfen in Kolumbarien, Grabstellen oder Urnenstelen zu finden.
  • Auch Naturbestattungsanlagen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Dabei handelt es sich um nicht eingefriedete Waldstücke, in denen die Asche an den Wurzeln eines Baumes beigesetzt wird.
  • In Kärnten außerdem stark steigend sind die Bewilligungen für Sonderbestattungsanlagen, also die Beisetzung von Urnen auf privaten Grundstücken.
  • Um dieser Nachfrage nach naturverbundenen Beisetzungsarten gerecht zu werden, geht man am Weißensee neue Wege: Vor wenigen Tagen wurde eine Naturbestattungsanlage errichtet, die einem Bachbett nachempfunden ist. Hier sind anonyme Bestattungen ebenso möglich wie halbanonyme Bestattungen (Gravur der Namen auf flache Steine). „Wir brauchen auch heute, wo so viele Formen der Bestattung angeboten werden, eine Bestattungskultur mit ihren Ritualen. Rituale helfen uns dabei, die Verstorbenen würdig zu verabschieden und beizusetzen – egal, für welche Bestattungsform wir uns entscheiden“, sagt Gerhild Ertl.
 
Rückfragen:
Wirtschaftskammer Kärnten
Landesinnung der Bestatter
Dr. Georg Lamp
T 05 90 90 4 - 100
Egeorg.lamp@wkk.or.at

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