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1954 gründete der Landwirt Josef Kogler ein Natursteinwerk. Heute steht das St. Urbaner Unternehmen für langlebige Produkte, hohe Servicequalität und stetige Weiterentwicklung. Mitten in der Corona-Pandemie wurde ein neues Projekt realisiert. 

Corina Thalhammer
Geschäftsführer Werner Kogler vor der neu errichteten Nass-Aufbereitungsanlage.
© Kogler Naturstein/Stefan Zoltan Geschäftsführer Werner Kogler vor der neu errichteten Nass-Aufbereitungsanlage.
Als Josef Kogler 1954 das Natursteinwerk „Josef Kogler Natursteinbruch und Schotterwerk“ gründete, waren vor allem der „St. Urbaner Mauerstein“ und Steinplatten, die entlang der Kärntner Seen verlegt wurden, gefragt. Der blaugrüne Carat, ein weltweit seltener Diabas-Naturstein von hoher Qualität, wird seit 1954 im eigenen Steinbruch des Unternehmens in St. Urban bei Feldkirchen abgebaut. Der Carat ist das Herzstück der Produktpalette. „Zuerst sind nur regionale Steine gefragt gewesen“, erklärt Geschäftsführer Werner Kogler, der das Familienunternehmen 1983 übernahm. Mit der Übernahme  erkannte Kogler, dass das gewonnene Gestein für mehr geeignet war. Daher begann er das Angebot auszuweiten. Zunächst richtete sich das Hauptaugenmerk auf die Fertigung von gesägten Platten. 1989 erfolgte der komplette Aus- und Umbau des Werkes. 


Heute werden die Steine nach dem Abbau zu qualitativ hochwertigen Natursteinplatten, Bodenbelägen, Fassadenplatten, Stufenbelägen, Fensterbänke und vieles mehr für den Innen- und Außenbereich verarbeitet. Durch die hauseigene Steinmetzwerkstätte können Sonderbauteile und Küchenarbeitsplatten gefertigt werden. Auch Gesteinskörnungen für den Straßenbau sowie für die Gartengestaltung werden angeboten. 
Seit 2013 arbeitet Kogler auch mit Tumas, einem Unternehmen aus der Türkei zusammen. Da die Türkei weltweit die größten Marmor- und Kalkstein-Vorkommen hat, können durch die Zusammenarbeit umfangreiche Format- und Farbvariationen angeboten werden. 

Um mit der Zeit zu gehen, lässt sich Kogler immer wieder neue Ideen einfallen. In den vergangenen Jahren habe sich die Optik der Häuser verändert und deshalb müssten sich auch die klassischen Hangverbauten anpassen: „Zu den modernen Architektenhäusern passen die groben alpenländischen Steinschlichtungen nicht.“ Seit vergangenem Jahr wird ein Carat-Steinwandsystem angeboten. Ein Verbund aus Beton und Stein, dessen Oberfläche im Vergleich zu den klassischen Hangverbauten ruhiger wirkt. 

Nachhaltigkeit ist für Kogler ein wichtiges Thema. 2019 wurde der Betrieb mit einem Zertifikat für nachhaltige Unternehmensführung ausgezeichnet. Im Betrieb werden entsprechende Maßnahmen gesetzt, so wurde etwa auf Ökostrom umgestellt oder es wurden LED-Lampen eingeführt. „Wenn man einen kleinen Beitrag leisten kann, um zu helfen, dann muss man es einfach machen“, ist Kogler überzeugt. 

Neue Investition trotz Krise

Die Corona-Pandemie habe man gut überstanden, erklärt Kogler. „Wir konnten alle Mitarbeiter halten und durchgehend produzieren, da alle Baustellen weitergelaufen sind.“ Vor kurzem hat der Unternehmer rund eine Millionen Euro in den Bau einer neue Anlage investiert. Dabei kam es zu Verzögerungen aufgrund der Pandemie. Da die Grenzen zu Italien geschlossen waren, konnten die Maschinen nicht zum vereinbarten Zeitpunkt geliefert werden. 
Etwa 1,7 Millionen Tonnen an bislang unverwertbarem Material können durch die neu errichtete Nass-Aufbereitungsanlage aufbereitet und einer Verwendung zugeführt werden. Dadurch werde die über Jahrzehnte entstandene Halde – eine meist künstliche Anhäufung oder Aufschüttung von Material – abgebaut und der Ausschuss minimiert. „Wir haben für die Zukunft einen großen Schritt gemacht, um weitere Produkte in St. Urban zu entwickeln und Ideen weiter voranzutreiben.“ 

Die Installation der Nass-Aufbereitungsanlage biete dem St. Urbaner Unternehmen auch einen weiteren wichtigen Vorteil: Dadurch, dass das Material aufbereitet wird, muss es nicht mehr ­gelagert werden. Fahrleistungen und Transportwege würden dadurch eingespart und auch die Staub- und Lärmbelastungen reduziert. 

Damit sinken auch die Kohlendioxid-Emission: Statt die Umwelt zu belasten und hohe Kosten zu verursachen, stünden nun die wirtschaftliche Verwendung und die langfristige Sicherung der Arbeitsplätze im Mittelpunkt. „Wir haben uns getraut zu investieren und sind sehr froh, dass uns trotz der Krise alles gut gelungen ist“, freut sich Kogler. 

Das Unternehmen hat sich selbst das Ziel gesetzt, 100 Prozent des abgebauten Gesteins zu verwerten. Aus dem bislang unbrauchbarem Halden-Material sollen mehrere verkaufsfähige Produkte geschaffen werden, die heuer beziehungsweise nächstes Jahr auch auf dem Markt kommen sollen. 

Auch in Zukunft sind im St. Urbaner Natursteinwerk viele neue Projekte zu erwarten, denn der Unternehmer ist schon mit der Umsetzung seines nächsten ­innovativen Produktes beschäftigt. 


Dieser "Erfolg aus Kärnten" erschien in Ausgabe 19 der "Kärntner Wirtschaft".

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