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Vom ersten Schnitzel zum 250-Mitarbeiter-Betrieb

Bei Karnerta hat sich seit dem Jahr 1954 viel getan. Gegründet als Genossenschaft für Bauern, ist man heute Arbeitgeber für 250 Mitarbeiter. Die Philosophie blieb aber dieselbe: Man sieht sich als Bindeglied zwischen Landwirt und Konsument.

Mit Fleisch fing bei Karnerta alles an: Vor 64 Jahren wurde das Unternehmen als Genossenschaft der Kärntner Bauern gegründet.
© Karnerta Mit Fleisch fing bei Karnerta alles an: Vor 64 Jahren wurde das Unternehmen als Genossenschaft der Kärntner Bauern gegründet.

Mit Fleisch fing bei Karnerta alles an: Vor 64 Jahren wurde das Unternehmen als Genossenschaft der Kärntner Bauern gegründet. Noch heute ist das Geschäft mit Fleisch- und Wurstwaren das wichtigste Standbein des Unternehmens.

Aber es ist nicht das einzige: Dreißig Jahre nach der Gründung entschied man sich, auch Teigwaren zu produzieren. „Anfangs haben wir die Fleischfülle für einen anderen Produzenten hergestellt, dann haben wir die Nudeln selbst gemacht“, erzählt Geschäftsführer Franz Tremschnig. 15 Prozent des Umsatzes werden jetzt mit Teigwaren erwirtschaftet. Sogar ein paar Prozentpunkte mehr bringt das Geschäft mit Fisch, in das man vor zwei Jahren einstieg. 

Zwischen Globalisierung und Regionalisierung

„Wir wollen unseren Kunden ein breites Sortiment anbieten“, sagt Tremschnig. Eine breite Produktpalette alleine reiche aber nicht, um in dem hart umkämpften Markt erfolgreich zu sein. „Man muss ständig am Puls der Zeit sein und sich an die neuesten Trends anpassen.“ Gerade bei den Gastronomen, die zu den wichtigsten Kunden von Karnerta zählen, müsse man flexibel sein und auf Wünsche reagieren.

Ein solcher ist beispielsweise jener nach küchenfertigen Spezialitäten. „Das ist auch eine Folge des Fachkräftemangels in der Gastronomie: Viele Wirte brauchen Zutaten, die sie schnell verarbeiten können. Wir bieten deshalb vorgefertigte Produkte, die noch verfeinert werden können.“ Eine große Herausforderung sei es, „Globalisierung und Regionalisierung unter einen Hut zu bringen“, wie es Franz Tremschnig beschreibt. So werde die Nachfrage nach regionalen Produkten immer größer, andererseits seien internationale Angebote wie argentinische Steaks ebenfalls gefragt.

Um den Spagat zu schaffen, setzt man bei Karnerta auf regionale Sortimente und kleine Zerlegebetriebe in den Bundesländern. „Wir haben Außenstellen in Graz, Wien, Salzburg, Innsbruck, Osttirol und Bludenz. Die Kunden wollen dort genauso ein regionales Angebot wie hier in Kärnten. Und weil es unsinnig wäre, die Ware quer durch Österreich und wieder zurück zu transportieren, haben wir regionale Stützpunkte.“ Insgesamt sind bei Karnerta 250 Mitarbeiter angestellt, etwa die Hälfte davon werden in Klagenfurt beschäftigt. Weitere 50 Mitarbeiter sind mit den firmeneigenen Lkw in ganz Österreich unterwegs, um die Waren auszuliefern. „Wir beliefern österreichweit etwa 5000 Betriebe. Zu den meisten fahren wir selbst, nur in ein paar Regionen lassen wir Partner ausliefern, weil sich das sonst nicht auszahlen würde“, so Tremschnig.

Außerhalb Österreichs werden übrigens nur Teigwaren verkauft, hier liegt der Exportanteil bei mittlerweile 25 Prozent. Mit Fisch und Fleisch wolle man sich aber weiterhin auf den österreichischen Markt konzentrieren. „Unsere Strategie ist es, uns in Zukunft noch stärker um unsere Stammkunden zu bemühen.“

Digitalisierung zieht in die Fleischproduktion ein

Während man bei Wirten noch auf Telefonverkauf setzt, vernetzt man sich mit den IT-Systemen von Großkunden.

Wer an eine Fleischwarenproduktion denkt, hat dabei wohl vor allem Menschen mit weißen Schürzen und scharfen Messern vor seinem inneren Auge. Und das ist auch nicht falsch: „Unsere Arbeit ist nur schwer automatisierbar. Bei uns kommt es nach wie vor auf Handarbeit an“, sagt Franz Tremschnig, der gemeinsam mit Reinhard Fritz die Geschäfte führt.

Neben dieser körperlichen Arbeit spielt aber auch die Digitalisierung eine wichtige Rolle im Unternehmen. So ist man bereits mit den IT-Systemen mehrerer Großkunden verbunden. Bestellungen gehen direkt ins IT-System und werden an Produktion, Einkauf und Logistik weitergeleitet.

„Im Business-to-Business-Bereich ist Digitalisierung ein wichtiges Thema, beim Endkunden weniger“, erzählt Tremschnig. Mit dem Klinikum Klagenfurt läuft die Zusammenarbeit folgend: Bis Mittag am Vortag gehen die Bestellungen über das IT-System ein. „Das können dann beispielsweise 1450 Stück von 120-Gramm-Schnitzeln sein.“ In wenigen Stunden wird die Bestellung dann abgearbeitet und ausgeliefert. 

Nicht alle Bestellungen auf Knopfdruck

Per Knopfdruck laufen aber nicht alle Bestellungen ab. Oft ist es auch das Ergebnis des aktiven Telefonverkaufs. „Zu unserer Arbeit gehört es, Gastronomen über neue Produkte zu informieren. Wir müssen täglich aufs Neue um Aufträge kämpfen, denn unsere Kunden können sich auch täglich für einen neuen Lieferanten entscheiden“, gibt Tremschnig einen Einblick in die Arbeit.

Strategie wird ständig überarbeitet

Damit die Bestellungen auch weiterhin zahlreich eintrudeln, überarbeite man Angebot und Strategie ständig. „Wir müssen jede Woche strategisch arbeiten und uns kritisch hinterfragen: Was können wir noch besser machen? Was wünschen sich unsere Kunden? Nur so können wir uns erfolgreich vom Mitbewerb abheben“, sagt der Geschäftsführer. Sich auf den Erfolgen der Vergangenheit auszuruhen, „können wir uns nicht leisten. Das könnte gerade in unserer Betriebsgröße mit 250 Mitarbeitern gefährlich sein.“

Karnerta-Geschäftsführer Franz Tremschnig
© Karnerta Karnerta-Geschäftsführer Franz Tremschnig

„Kärntner Wirtschaft“: Was sind die größten Gefahren fürs Unternehmertum?

Franz Tremschnig: Wir haben mit einigen Themen zu kämpfen. Was besonders auffällt: Dass es immer schwieriger wird, junge Menschen für die Selbstständigkeit zu begeistern. Wir sehen das in der Gastronomie. Viele Betriebe schließen, weil es keine Nachfolger gibt.

Wie sollte die Politik hier entgegenwirken?

Mit den richtigen Rahmenbedingungen. Wir müssten etwas dagegen tun, dass so viele gut Ausgebildete das Land verlassen. Wir brauchen gute Köpfe im Land. Ich denke, wir sind in Kärnten auf einem guten Weg, aber es muss noch vieles getan werden.

Was muss getan werden?

Für uns ist die Infrastruktur ein wichtiges Thema. Da wir eng mit dem Tourismus verbunden sind, spielt auch die Frage, ob es einen Flughafen in Klagenfurt gibt, für uns eine Rolle. Auch die Digitalisierung stellt uns vor Herausforderungen. Wir brauchen gute Internetverbindungen im ganzen Land.

Wie bringen Sie sich in der Region ein?

Wir sehen uns als Bindeglied zwischen Landwirtschaft und Konsument. Unser Ziel ist es, regionale Bio-Produkte zu einem leistbaren Preis anzubieten. Nachhaltigkeit ist uns ein großes Anliegen, wir brauchen eine intakte Landwirtschaft und regionale Produzenten. Das ist auch etwas, das sich die Gäste vom Urlaubsland Kärnten erwarten.

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