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Vom ersten Ölfilter auf dem Weg zur E-Mobilität

Vor 50 Jahren fand der Spatenstich für das Mahle-Werk in St. Michael ob Bleiburg statt. Heute sind dort 2300 Mitarbeiter auf einem 222.000 Quadratmeter großen Firmengelände beschäftigt.

Angelika Dobernig
In jedem Produkt steckt Hightech.
© Mori

Filter sind seit fünf Jahrzehnten das Erfolgsprodukt des Südkärntner Mahle-Werks. Die Öl-Anschraubfilter, mit denen Standortgründer Franz Mlinar das Unternehmen groß gemacht hat, werden auch heute noch produziert. „Die Nachfrage ist zwar nicht mehr so groß wie früher, dennoch gibt es immer noch ausreichend ältere Fahrzeuge, die sie benötigen“, sagt Thomas Berg, der seit 2015 die Geschäfte führt. Die breite Produktpalette gehört zum Erfolgsrezept des Bleiburger Werks: „Weit über 6000 Artikel“ gehören laut Berg zum aktuellen Portfolio, darunter Ölfilter­module, Zylinderkopfabdeckungen und Kraftstofffilter. Eines haben die Produkte gemeinsam: Sie werden rund um die Luft-, Öl- oder Kraftstofffilterung für Motoren benötigt. Damit blieb man der Gründungsidee aus dem Jahr 1969 treu, wenn auch die Produkte und deren Herstellung sich zwischenzeitlich völlig verändert haben. „Es ist ähnlich wie bei den Motoren: Früher war alles noch einfacher, heute steckt in jedem Produkt Hightech.“ Das sieht man auch in der Fertigung: Gearbeitet wird an modernsten Maschinen, die auf das Tausendstel genau fertigen. Um den Anforderungen der Automobilindustrie gerecht zu werden, gibt es sogar einen ­eigenen Reinraum. „Wir passen uns an die Wünsche unserer Kunden an“, erklärt Berg pragmatisch.

"Niemand kann mit Sicherheit sagen, wo der Markt in fünf Jahren sein wird."

Was einfach klingt, ist eine der größten Herausforderungen für das Unternehmen: Denn welche Produkte die Automobilindustrie in einigen Jahren benötigen wird, weiß niemand mit Sicherheit. „Es geht alles sehr schnell. Früher dauerten Innovationszyklen fünf bis zehn Jahre, heute sind zwei bis drei Jahre schon eine lange Zeit“, so Berg. Weiter in die Zukunft zu denken, sei wie „der Blick in die Glaskugel“. „Niemand kann mit Sicherheit sagen, wo der Markt in fünf Jahren sein wird.“
Vor allem die Frage, ob und wie schnell sich Elektroautos durchsetzen werden, ist für Mahle entscheidend. „Hier sind noch viele Fragen offen, das reicht von der Verfügbarkeit von Rohstoffen für Batterien bis hin zu einem Ladenetz für die Fahrzeuge. Von einem internationalen Fahrplan für die E-Mobilität ganz zu schweigen“, erklärt der Betriebsleiter. Diese Ungewissheit mache es für Unternehmen schwierig, die richtigen Investitionsentscheidungen zu treffen. „Das ist sicher eine unserer wichtigsten Aufgaben: Wir müssen die richtigen Entscheidungen treffen. Das ist unser Job“, sagt er. Und in dem Bleiburger Werk hat man sich entschieden: In den kommenden drei Jahren wird man in die Optimierung des Materialflusses und in Entwicklungsarbeit rund um die E-Mobilität investieren. Während das Ziel beim Materialfluss klar ist – nämlich eine geringere Lagerhaltung und die bessere Abstimmung mit Lieferanten –, setzt man bei der E-Mobilität auf Forschung und Entwicklung.

Heute fressen die Schnellen die Langsamen


„Wir konnten bereits zwei E-Mobilitätsprojekte für unseren Standort gewinnen, bei denen wir mit Partnern an neuen Technologien arbeiten. Und wir arbeiten daran, noch weitere zu akquirieren.“ Obwohl man nicht wisse, wie sich der Markt der Elektromobilität entwickeln werde, sei rasches Handeln nötig. „Früher hat man gesagt: Die Großen fressen die Kleinen. Heute fressen die Schnellen die Langsamen. Es passiert immer wieder, dass sich Große ihrer Sache zu sicher waren und sich dadurch nicht weiter­entwickelt haben. Mit dem Ergebnis, dass das Business an ihnen vorbeigezogen ist.“ Die Quintessenz sei deshalb: „Stillstand ist Rückschritt. Das gilt heute mehr denn je. Man muss permanent investieren und am Puls der Zeit bleiben, sonst kann es schwierig werden.“ 

Dieser Artikel erschien in der KW Ausgabe 10.

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