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Vom Spittaler Gefängnis zur Kastanie am Tisch

Ein Mausoleum, ein Hochofen zum Entspannen, ein Showroom für eine Nacht oder Bier, das direkt neben der Thai-Straßenküche gebraut wird – im Erlebnishotel Post und Restaurant Zellot in Spittal findet man alles, was man sich wünscht oder auch nicht wünscht.

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© Patrick Sommeregger-Baurecht Josef Nothegger und Christine Paier führen das Erlebnishotel Post und das angeschlossene Restaurant Zellot seit vielen Jahren gemeinsam.

Hinter schwedischen Gardinen – und damit sind nicht Vorhänge aus einem berühmten schwedischen Einrichtungshaus gemeint – endet ein Tag im Erlebnishotel Post in Spittal. Jedenfalls, wenn man eine Nacht authentischen „Hausarrest“ gebucht hat. „Die Gefängnismöbel haben wir von der Justizvollzugsanstalt Klagenfurt abgekauft. Das Justizministerium fand unsere Anfrage nach Möbeln für ein Gefängnis-Hotelzimmer so skurril, dass sie zugestimmt haben“, erzählt Geschäftsführer Josef Nothegger. Gemeinsam mit seiner Frau Christine Paier führt er das Familienhotel.

Und die „buchbare“ Gefängniszelle im ersten Stock ist nicht das einzige Zimmer, das das Hotel in der Spittaler Innenstadt zu einer Besonderheit macht. Vom „Mausoleum“ für Paare, die ein paar ruhige Stunden genießen wollen, bis hin zu Partnerzimmern, die von Unternehmen aus der Region gestaltet wurden, findet man kaum ein Standardzimmer, das aussieht wie das Zimmer nebenan. In den 38 Zimmern bleiben viele eine Nacht. „Klassische Gäste sind Radfahrer vom Drauradweg, Geschäftsreisende oder Kultur-Fans, die nahe am Schloss Porcia nächtigen.“ Das Pharmaunternehmen Merck, die Holzprofis von Hass­lacher oder auch Lindner Recyclingtech haben eigens gestaltete Zimmer im Erlebnishotel Post – inklusive Tablettenbetten, Holzverkleidungen und recycelten Möbeln. „Die Unternehmen empfangen ihre Geschäftsgäste in standesgemäß eingerichteten Zimmern und wir freuen uns über eine gute Auslastung“, erklärt der gebürtige Tiroler, der in seiner Heimat nebenbei auch noch Chef eines Busbetriebs ist.

Kreativität mit viel Flair

Dass die beiden heute Hoteliers sind, ist eher Zufall. „Unser Res­taurant Zellot ist bereits seit vier Generationen im Besitz meiner Familie. Das Gebäude stammt aus dem 15. Jahrhundert“, sagt Chris­tine Paier. „2008 haben wir das Hotel übernommen, weil unser Nachbar keinen Nachfolger gefunden hat.“ Bis heute sehen sich beide eher als Wirte denn als Hoteliers. Was sie aber sicher sind: kreativ. Und auf der Agenda stehen noch einige Dinge. Nothegger: „Bald bekommen wir drei Showrooms von Unternehmen der Möbelindustrie – dort können potenzielle Kunden sozusagen die Möbel testen. Alle drei Zimmer werden barrierefrei und sollen eine Mischung aus Möbelhaus und Hotel mit viel Flair werden.“ Geplant ist auch ein „Lavarinth“, ein öffentlicher Waschsalon und ein Hausmeisterzimmer, in dem Handwerker im Sinne von „Work and Travel“ ihre Dienstleistungen gegen ermäßigte Zimmerpreise eintauschen können.

Auch im Zellot wird ausgebaut. „Für einige Unternehmen schaffen wir eigene Skyboxen für ihre Geschäftsessen. Und auch das Angebot wird erweitert.“ Von der originalgetreuen thailändischen Straßenküche über selbstgebrautes Bier und eigens geröstetem Kaffee bis hin zum riesigen Kas­tanienbaum mitten im Raum kommt man als Gast aus dem Schauen und Staunen kaum heraus. Gesetzt wird auf regionale und qualitativ hochwertige Produkte.

Grenzen setzt den Unternehmern nur der Platz, aber auch der wird bis aufs Letzte gewinnbringend genutzt. Aus einem verwinkelten Bereich des Hauses wurde so kurzerhand die Wellness-Oase „Hochhofen“ mit Sauna, Infrarot und allem Drum und Dran. Gemeinsam mit Handwerkern aus der Region wird dann zurechtgerückt und Möbelstücke werden umfunktioniert. Ganz im Sinne des Sprichwortes: „Was nicht passt, wird passend gemacht.“


Interview mit den Geschäftsführern, Christine Paier und Josef Nothegger

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© Patrick Sommeregger Baurecht Christine Paier hat den Betrieb ihrer Eltern übernommen.
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© Patrick Sommeregger Baurecht Josef Nothegger ist Wirt, Hotelier und Busunternehmer.

Für welche Werte sollte ein Unternehmen stehen?

Josef Nothegger: Ehrlichkeit und Of­fenheit sind uns in jeder Zusammenar­beit wichtig – sowohl mit externen Handwerkern als auch mit unseren Mitarbeitern. Als Unternehmer braucht man in Kärnten außerdem viel Idealismus und Durchhaltevermögen. 

Was macht erfolgreich gelebtes Unternehmertum aus?

Christine Paier: Bei uns sollen die Gäste und Mitarbeiter zufrieden sein. Teamwork steht im Vordergrund. Da springt auch mal der Chef als Abwäscher ein.

Josef Nothegger: Deswegen wünschen wir uns auch für unsere Mitarbeiter Verbesserungen – das Restaurant wird beispielsweise im Angebot geschärft. Wir wollen noch regionaler werden.

Leiden Sie unter dem oft diskutierten Fachkräftemangel?

Christine Paier: Ja, im Tourismus leiden alle darunter. Es gibt zahlreiche Arbeitslose, aber kaum Fachkräfte. Und oft scheitert es auch an dem Willen, früh morgens, abends oder am Wochenende zu arbeiten. Hätten wir mehrere Mitarbeiter, wäre die Einteilung einfacher. Die Wertigkeit der touris­tischen Lehrberufe ist ein großes Problem – sowohl in Küche als auch im Service.

Josef Nothegger: Ideal wäre es, wenn die oft üblichen geteilten Dienste nicht mehr nötig wären. Das wünschen wir uns für unsere Mitarbeiter. Nicht jeder kann und sollte ein Studium beginnen. Leider denkt die Gesellschaft aber in weiten Teilen
noch immer, dass ein Studium mehr wert oder besser ist als eine Lehre. Das spiegelt sich am Arbeitsmarkt wider.

Welche Bedrohung sehen Sie für mittelständische Unternehmen?

Josef Nothegger: Die Bürokratie ist eine große Belastung.

Wollten Sie immer Unternehmer werden?

Josef Nothegger: Das war bei uns beiden eher Zufall, wir haben die elterlichen Betriebe übernommen.

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