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Vergisst Kärnten auf seine Familien? FiW fordert 100-Euro-Scheck pro Sommercamp

Der Sommer steht vor der Tür – und mit ihm eine nie dagewesene Herausforderung für Selbstständige: Fehlende Betreuungsangebote erschweren die Arbeit speziell in Coronazeiten. Frau in der Wirtschaft Kärnten fordert Unterstützung der Politik.

Sommercamps
© Kärnten Werbung/Edward Gröger
Während die Vorfreude auf die Sommerferien bei Schülerinnen und Schülern steigt, wächst gleichzeitig die Sorge in vielen Betrieben: Nach 16 Monaten, die von Schulschließungen und Lockdowns geprägt waren, sind nicht nur Urlaubstage, sondern auch finanzielle Reserven aufgebraucht. Für Selbstständige heißt es nun, ihre ganze Energie in den Wiederaufbau des Unternehmens zu stecken – was aber kaum möglich ist, wenn in dieser Neustartphase keine oder kaum passende Kinderbetreuung angeboten wird. „Kärntens Unternehmerinnen und Unternehmer stehen vor einer massiven Herausforderung: Genau in jener Zeit, in der die Wirtschaft wieder anspringen soll, können sie sich nicht auf optimale Rahmenbedingungen verlassen. Es scheint, als hätte die Politik auf die Familien vergessen. Ich kann nur ganz klar sagen: Wir brauchen im Sommer dringend bessere und flächendeckende Angebote“, fordert Astrid Legner, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Kärnten und Landesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft (FiW).

Flexiblere Modelle dringend nötig

Aktuell werden in Kärnten zwar diverse Sommercamps und Betreuungsangebote angeboten, aber insgesamt sei das noch viel zu wenig: „Vielen Selbstständigen hilft es nicht, wenn sie ihre Kinder zwei oder drei Wochen lang in ein Sportcamp schicken. Wir brauchen viel flexiblere Modelle, die auch tageweise und an Randzeiten genutzt werden können.“ In anderen Bundesländern werden Tagesbetreuungsangebote bereits seit mehreren Jahren angeboten – und gut genutzt. „Das sind Modelle, bei denen beispielsweise den ganzen Sommer lang ein bestimmter Wochentag gebucht werden kann. Als Unternehmerin kann ich dann meine Termine an diesem Tag bündeln“, erklärt Legner. Vielen Betroffenen wäre damit mehr geholfen als mit einem starren Fünf-Tages-Modell, wie es derzeit in Kärnten üblich ist.

Geld fließt in heimische Wertschöpfungskette

Um das Angebot in diesem Bereich breiter und vielfältiger gestalten zu können, werde es auf Unterstützung der öffentlichen Hand ankommen. Die Gespräche mit Organisatoren von Sommercamps haben gezeigt, dass es derzeit kaum möglich ist, flexiblere Modelle anzubieten, die den Wünschen von berufstätigen Eltern entsprechen. Kostenstruktur und Familienbudgets sind in diesem Punkt kaum vereinbar. „Wir fordern deshalb eine Unterstützung des Landes Kärnten für all jene, die ihre Kinder zu Sommercamps schicken. Konkret sprechen wir uns für einen 100-Euro-Scheck pro besuchtem Sommercamp für Kinder im Alter von bis zu 16 Jahren aus.“ Diese Unterstützung sollte sowohl von unternehmerisch tätigen Eltern als auch anderen Berufstätigen beantragt werden können – und wäre damit nicht nur eine wichtige Entlastung für die Kärntner Familien, sondern würde sowohl Angebot als auch Nachfrage bei Sommerbetreuungsangeboten steigern. Das investierte Geld würde außerdem direkt in die heimische Wertschöpfungskette eingespeist werden. „Von jedem einzelnen Euro profitieren sowohl Betriebe als auch Familien – und damit das ganze Land. So kann es uns gelingen, die Arbeitsleistung wieder anzukurbeln, während die Kinder ihren Sommer genießen. Ich kann mir keine bessere Art der Wirtschaftsförderung vorstellen“, so Astrid Legner über die mehrfache Win-win-Situation.

Rückfragen:
Wirtschaftskammer Kärnten
Frau in der Wirtschaft Kärnten
Mag. Tanja Telesklav
T 05 90 90 4 – 731
Etanja.telesklav@wkk.or.at
W unternehmerin-ktn.at | wko.at/ktn

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