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Treichl: "Schwirrende Gedanken zu Papier bringen"

Probleme löst man nur, wenn man seine alten Denkmuster verlässt. Autor und Coach Hannes Treichl macht süchtig nach „Andersdenken“.

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© KK/Werner Musterer Eines macht Hannes Treichl besonders gern: Den Status Quo in Frage stellen und verändern, was ist. „Weil gleiches Denken zu immer gleichen Lösungen führt – oder zu gar keinen“, sagt er.

Sie öffnen K(n)öpfe. Warum sind die Knöpfe auf unseren Köpfen oft so fest, dass es schwierig ist, sie zu lockern und Mus­ter zu verlassen?

Hannes Treichl: Denkmuster sind etwas ganz Praktisches. Man muss nicht mehr denken, sondern man automatisiert sehr vieles, was ja auch sehr wichtig ist. Man kann ja nicht über alles nachdenken. Die Knöpfe sind deshalb da, um bewusst zu machen, dass wir bestimmte Denkmuster dadurch nicht erkennen und hinterfragen.

Ist das schlecht?

Wenn man irgendwo zurückgezogen abgeschottet lebt, muss man nichts hinterfragen. Schon Einstein hat gesagt, dass man ein Problem nicht mit dem gleichen Denken lösen kann, mit dem es entstanden ist. Man sollte das Problem aus einer anderen Perspektive ansehen. Dann kann man es auch lösen.

Wie kann man die Hindernisse, die solche Prozesse oft blockieren, überwinden?

Es ist wichtig, sich alles aufzuschreiben, um sich beim Denken nicht in einen Kreis zu verstricken. So hat man eine andere Art der Reflexion und ist offener, sich in andere Perspektiven hineinzudenken. Es ist meistens nicht immer alles so schlecht oder alles so gut, wie man am Anfang denkt.

Gehen also Menschen, die Tagebuch schreiben, mit einem kleineren Rucksack durch das Leben?

So verallgemeinern würde ich es nicht. Es ist gut, wenn man sich Dinge notiert. So lange man
sie nicht aufschreibt, schwirren die Gedanken in unserem Kopf herum. Schreibt man sich etwas auf, hat man es vor sich, es wird greifbarer und man hat einen anderen Bezug dazu.

Warum sollen private und berufliche Veränderungen einhergehen?

Ich würde Veränderungen gar nicht so trennen. Unser Beruf ist ein Werkzeug für unser Leben. Wir machen im Beruf alles, damit es uns privat besser geht. Normalerweise wäre der umgekehrte Schritt der richtige. Wir haben ein Leben und unser Beruf ist das Werkzeug, damit wir unser Leben besser gestalten können. Deshalb sollte man immer vom privaten und nicht vom beruflichen ausgehen. Es ist ein ganz anderer Antrieb dahinter, wenn man etwas mit Leidenschaft macht.

Welche Signale weisen darauf hin, dass es an der Zeit ist, Arbeitsprozesse zu überdenken?

Wenn man Signale erkennt, ist man schon zu spät dran. Man steht unter Druck, hat ad hoc nicht viele Ideen und es stehen einem meist auch nicht mehr so viele Möglichkeiten offen. Wenn man aber regelmäßig überlegt, ob und wo man etwas verändern kann, kann man selber entscheiden, wie man dies verändern möchte.

Wir werden im Arbeitsleben vom Faktor Zeit getrieben.

Der Erfolgsdruck kommt daher, dass uns im Leben irgendetwas fehlt, wir suchen Bestätigung. Wenn wir sie im Beruf nicht haben, dann suchen wir diese woanders. Man will anderen und sich damit etwas beweisen.

Kann man innovatives Denken erlernen?

Man kommt aus seinem Alltag und seinen Denkmustern heraus, man schaut sich etwas Neues an. Es bringt allerdings auch nur dann etwas, wenn ich das Wichtigste erhalten kann: Die Neugier eines Kindes.


Aufgepasst! Hannes Treichl kommt mit der Roadshow "Meuterei des Denkens" nach Kärnten. Infos und die Termine gibt es hier.

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