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Tradition und Moderne unter einem Dach vereint

Im Lesachtal vereint Familie Unterüberbacher in ihrer Tischlerei traditionelles Handwerk mit modernster Technik. Seit 1924 ist das Unternehmen in Liesing ­beheimatet und seither in Familienhand. 

Corina Thalhammer
Seniorchef Stefan, Markus, Elisabeth und Firmeninhaber Herwig Unterüberbacher.
© KK/Andrea Knura Seniorchef Stefan, Markus, Elisabeth und Firmeninhaber Herwig Unterüberbacher.
Familie Unterüberbacher aus Lies­ing im Lesachtal führt ihre  Tischlerei mit Leib und Seele und das seit 1924. Seniorchef Stefan Unterüberbacher, Sohn des Gründers, ist mit 93 Jahren im Betrieb immer noch präsent und begrüßt die Richtung, in die sich das Unternehmen entwickelt. 
Denn wer bei der Lesachtaler Tischlerei Stillstand vermutet, der irrt. Man sei bemüht, sich stetig weiterzuentwickeln. So sei etwa der Maschinenpark auf dem aktuellsten Stand und eine neue CNC-Maschine wurde im vergangenen Jahr angeschafft. Neben der Ausstattung der Werkstätte hat sich auch der Beruf des Tischlers im Laufe der vergangenen Jahre verändert. „Vieles hat sich in das Büro verlagert“, weiß Juniorchef Markus Unterüberbacher, der mit seinen Eltern Elisabeth und Herwig im Betrieb arbeitet. Man ist immer bestrebt, das Beste zu machen. Von der ersten Idee über den ersten Entwurf bis hin zum Endprodukt ist der Auftraggeber am Prozess beteiligt. Die Kunden haben etwa die Möglichkeit, ihre Möbel in der Tischlerei beim Fertigungsprozess zu begleiten. „Sie fragen dann, wie es den Möbeln geht und machen sich vor Ort ein Bild“, erzählt Elisabeth Unterüberbacher. Die persönliche Beratung, die Qualität und die Liebe zum Detail werden von der Familie gelebt. Das schafft Vertrauen bei den Kunden. „Sie bringen Vorschläge und fragen, wie würdest du das machen?“, führt Elisabeth Unterüberbacher aus. 


Nach der Fertigstellung der Möbel wartet die nächste Herausforderung: die Montage. Firmenchef Herwig Unterüberbacher begleitet den gesamten Entstehungsprozess bis zur Endabnahme durch den Kunden. „Die Montage vor Ort ist eine große Herausforderung. Hier muss besonders genau gearbeitet werden, damit nichts beschädigt und das Möbelstück exakt eingebaut wird.“ Auch auf die anderen Gewerke müsse geachtet werden, weiß der Unternehmer, der bei Montagen immer persönlich vor Ort ist. Das Angebot des Betriebes ist vielseitig und reicht von Arbeiten im modernen, zeitgenössischen Design bis hin zu Möbel im Landhausstil. Neben Aufträgen aus Österreich und Deutschland gab es 2008 einen besonderen Auftrag aus Japan. Ein Brotbackhaus aus Liesing wurde in der Nähe von Tokio nachgebaut. Brotrahmen, Nudelbrett, Teigschaufel, Backgrutte und Backbrett – alles, was in Kärnten zum Brotbacken verwendet wird – wurde von der Tischlerei angefertigt und nach Japan transportiert. Zehn Jahre später besuchten Herwig und Elisabeth Unterüberbacher das nachgebaute Brotbackhaus in Japan. 

Mit Markus Unterüberbacher ist bereits die vierte Generation voll in den Betrieb eingebunden. Während des Meisterkurses hat sich die Gelegenheit geboten, in einer Tischlerei in New York mitzuarbeiten. Die Ausbildung der Tischler in Amerika sei keinesfalls mit der dualen Ausbildung in Österreich zu vergleichen, merkt er an. „Nachdem man die Lehre in Österreich beendet hat, hat man eine super Ausbildung.“ 
Die Lehrlingsausbildung liegt der Familie besonders am Herzen. 34 Lehrlinge haben in der Firmengeschichte die Ausbildung absolviert. Aktuell gestalte sich die Mitarbeitersuche schwierig, offene Stellen gebe es und auch Lehrlinge werden immer gerne aufgenommen. 

Die Pandemie habe man gut überstanden. Lediglich Lieferengpässe machen momentan Probleme. „Man ist halt ein bisschen verwöhnt“, schmunzelt Elisabeth Unterüberbacher. Doch auch diese Schwierigkeiten werde man durch gute Planung und Zuversicht meis­tern. 


Dieser Artikel erschien in Ausgabe 11 der "Kärntner Wirtschaft".

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