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Schluss mit Abwarten! Tourismus fordert massive Anstrengungen der Landespolitik ein

Zu wenig, zu langsam, zu spät: In Sachen Pandemiebekämpfung gibt es in Kärnten enormen Aufholbedarf. Doch offenbar wird dies von der Landespolitik noch immer nicht erkannt. Um die Sommersaison zu retten, muss der Kurs jetzt drastisch geändert werden!

Seit Wochen sind die Infektionszahlen im Bezirk Hermagor zu hoch. Von der Politik kam dazu bisher aber kaum eine Reaktion.
© AdobeStock/Lena Wurm
Seit Wochen sind die Infektionszahlen im Bezirk Hermagor zu hoch. Von der Politik kam dazu bisher aber kaum eine Reaktion. Weder verschärfte Maßnahmen noch stärkere Kontrollen wurden eingeführt. „Offenbar wurden die Gemeinderatswahlen über die gesundheitspolitischen Anliegen gestellt“, schüttelt Josef Petritsch, Obmann der WK-Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, den Kopf. Einige Tage nach der Wahl kommt nun langsam Bewegung in die Sache. Zumindest wurden Ausreisebeschränkungen für den Bezirk Hermagor angekündigt.

„Insgesamt hat man aber das Gefühl, die Landespolitik setzt nur um, wozu sie vom Bund angehalten wird. Offenbar hat man in Kärnten noch immer nicht erkannt, wie wichtig eine niedrige 7-Tage-Inzidenz für das Land ist. Auch wenn es heißt, diese allein sei nicht aussagekräftig genug und man müsse auch andere Parameter miteinbeziehen, kann ich nur eines sagen: Für den Tourismus-Sommer 2021 ist diese Zahl die einzige gültige Währung!“ Aktuell liegt die 7-Tage-Inzidenz in Kärnten bei 184. „Damit sind wir meilenweit von dem Wert entfernt, der für deutsche Urlauber entscheidend sein wird – nämlich 50“, betont der Spartenobmann.

„Schluss mit Abwarten!“

Um das Ruder noch herumreißen zu können, werde ein gewaltiger Ruck durch das Land gehen müssen. „Der Wahlkampf ist vorbei, und wir wollen jetzt keine Ausreden mehr hören. Sämtliche rechtliche Grundlagen liegen vor. Wir erwarten uns jetzt ein klares Zeichen und intensivsten Einsatz in der Pandemiebekämpfung“, fordert Petritsch. Konkret werden Landeshauptmann Peter Kaiser und Gesundheitslandesrätin Beate Prettner zu einer massiven Änderung ihres Kurses aufgefordert: „Wir können nicht länger abwarten und zusehen. In wenigen Wochen soll die Sommersaison beginnen, doch wir sind weit von den Voraussetzungen für einen erfolgreichen Sommer entfernt!“

Noch immer funktioniere das Contact Tracing in Kärnten schlechter als in anderen Ländern, und noch immer gebe es speziell im ländlichen Raum zu geringe Testkapazitäten und -möglichkeiten. „Wir trommeln seit Wochen, dass es so nicht weitergehen kann. Aber offenbar nimmt die Landesspitze weder die Pandemie noch die Anliegen der Tourismuswirtschaft ernst. Anders ist diese Kopf-in-den-Sand-Politik nicht zu erklären“, ärgert sich Petritsch. Wird weiterhin so zögerlich agiert, müsse für die Tourismuswirtschaft das Schlimmste befürchtet werden. „Wir haben für dieses Abwarten kein Verständnis. Nur durch einen gemeinsamen Kraftakt werden wir die heurige Sommersaison noch retten können“, bringt er es auf den Punkt.

Wie wichtig die Tourismuswirtschaft für Kärnten ist, zeigen die Fakten: Kärntens Tourismus- und Freizeitbetriebe erwirtschaften mit 40.000 Beschäftigten einen Umsatz von 3,7 Milliarden Euro pro Jahr und sorgen für 940 Millionen Euro Nettoeinkommen im Land. Damit sind die Tourismusbetriebe der entscheidende Wirtschaftsmotor für weitere Branchen wie Handel, Dienstleistungen oder Handwerk. „Das bedeutet: Wenn es uns nicht schnell gelingt, diesen Motor wieder zu starten, sind Auswirkungen auf die gesamte Volkswirtschaft zu erwarten. Davor können uns nur deutlich niedrigere Infektionszahlen bewahren“, warnt Josef Petritsch.

Rückfragen
Wirtschaftskammer Kärnten
Fachgruppe Hotellerie
Wolfgang Kuttnig, M.A.S.
T 05 90 90 4-600
E wolfgang.kuttnig@wkk.or.at

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