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"Tafelbox" statt Straf-Euro bei Kärntens Wirten

Gibt es bald eine Strafe für Gäste, die nicht aufessen? In Kärntens Gastronomiebetrieben nicht: Statt Strafen setzen Kärntens Wirte auf Hinweise für ihre Gäste sowie die neue Initiative "Tafelbox".

Strafgebühren für Gäste, die Essensreste auf ihrem Teller lassen, sind in Kärntens Gastronomiebetrieben kein Thema. "Wir wollen unsere Gäste nicht mit Strafen erziehen. Das ist weder gastfreundlich noch zielführend", sagt Stefan Sternad, Obmann der WK-Fachgruppe Gastronomie. Gute Erfahrungen haben Wirte, die Buffets anbieten, aber mit Hinweisen wie "Lieber Gast, Lebensmittel sind kostbar. Bitte nehmen Sie nur so viel auf den Teller wie Sie essen können" gemacht. Auch der bewusste Umgang mit Lebensmitteln und der Einsatz von hochwertigen, regionalen Produkten führe dazu, dass Gäste wertschätzend mit dem Essen umgehen. Wird das Schnitzel beim Gastro-Diskonter um 3,90 Euro verkauft, gehen die Gäste damit anders um, als wenn sie ein Schnitzel von Kärntner Tieren serviert bekommen.

Die Frage, wie mit Speiseresten sinnvoll umgegangen werden kann, ist generell ein Dauer-Thema. „Es fallen jedes Jahr rund 10.000 Tonnen Speisereste in der Kärntner Gastronomie und Hotellerie an. Der Gegenwert der Lebensmittel und Entsorgung machen pro Gastgewerbebetrieb rund 8.000 Euro aus. Durch eine Reduktion dieser unnötigen Ausgaben könnten Ressourcen gespart und Kosten gesenkt werden“, rechnet Sternad vor. Gleichzeitig müsse man aber auch sagen, dass die Gastronomie nicht der Hauptverursacher ist: Nur 14 Prozent aller weggeworfenen Lebensmittel stammen laut Studie der EU-Kommission aus der Gastronomie, etwa 44 Prozent machen Abfälle aus Produktion und Handel aus, 42 Prozent entfallen auf die Haushalte.

Doch zurück zu den Wirten, denen es bei der Müllvermeidung nicht leicht gemacht wird. So war es bis vor einigen Jahren noch erlaubt, Speisereste an Bauern weiterzugeben, die damit ihre Schweine füttern konnten. Eine Jahrhunderte alte, gelebte Praxis wurde durch EU-Reglementierungen aber verboten – und einer sinnvollen Weiterverwendung von Speisenresten damit ein gesetzlicher Riegel aus Hygienerichtlinien vorgeschoben.

Es wird aber laufend nach neuen Möglichkeiten gesucht, um die Lebensmittelverschwendung einzudämmen. So setzt die WK-Fachgruppe Gastronomie seit zwei Monaten auf die "Tafelbox". Dabei handelt es sich um eine kompostierbare, gut verschließbare Verpackung aus Bio-Kunststoff, in der Gäste die Reste ihrer Mahlzeit mit nach Hause nehmen können. Entwickelt wurde sie von der Organisation „Wiener Tafel“. Wer die Box testen will, kann in der WK-Fachgruppe Gastronomie kostenlose Starterpakete bestellen. Sie bestehen aus 50 Boxen inklusive Hinweismaterial, um die Aktion im Betrieb vorzustellen. Regulär wird eine Box 50 Cent kosten, davon werden 20 Cent gespendet.

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