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Sto hat, was ein Handwerker braucht

Sto mit Österreich-Sitz in Villach ist Technologieführer im Bereich Wärmedämmung und setzt bei seinen Produkten auf Nachhaltigkeit. Von der Draustadt aus werden seit 2015 die Südeuropa-Geschäfte gelenkt. Die gelben Eimer sind das Markenzeichen des Unternehmens.

© Peter Just Sto-Österreich-Geschäftsführer Walter Wiedenbauer mit Ferdinand Sattlegger, „Herr des Lagers“ bei Sto in Villach.

Es herrscht Hochbetrieb im Verkaufscenter von Sto in Villach.  Eine junge Frau lässt sich beraten, welche Farbe für ihr Gartenhäuschen am geeignetsten wäre. Sie steht wahrlich vor der Qual der Wahl. Nicht weniger als 1000 Farben sind im Farbsystem hinterlegt. Hinter ihr wartet geduldig ein älterer Herr mit einem Stück abgebröckeltem Putz in der Hand. Wegen eines Frostschadens
musste er an der Fassade seines Hauses kleine Stemmarbeiten durchführen. Damit die Wandfarbe wieder durchgängig gleich ist, lässt er sich von einem Mitarbeiter exakt den Farbton mixen. Freudestrahlend verlässt der passionierte Hobbyhandwerker mit einem kleinen gelben Eimer das Geschäft.

Wer an Sto denkt, dem fallen vermutlich sofort die gelben Eimer ein. Vermutlich sind es aber auch eben Farben, Dämmstoffe oder Putze, die mit dem Unternehmen in Verbindung gebracht werden. Dass die Erfolgsgeschichte just mit der Produktion des Kunstharzputzes in Weizen in Deutschland ihren Lauf nahm, das wissen die Wenigsten. „Sto war das erste Unternehmen, das einen Fertigputz auf den Markt brachte. Stolit, der Kunstharzputz, mit dem alles begann, ist auch heute noch ein Bestseller“, erzählt Walter Wiedenbauer, seit 2003 Geschäftsführer von Sto Österreich mit Sitz in Villach. Seit 2015 werden von Villach aus die Südeuropa-Geschäfte gelenkt. Wiedenbauers Vorgänger Walter Kuttin sei Dank, dass Sto sich überhaupt für einen Standort in der Draustadt entschieden hat. Kuttin unterschrieb 1970 einen Vertrag zum Vertrieb der Sto-Produkte in Kärnten. In seiner winzigen Garage in Zlan in der Gemeinde Stockenboi startete er. Als seine Räumlichkeiten nicht mehr ausreichten, verkaufte er seine Firma an Sto Österreich und war bis zu seiner Pensionierung deren Geschäftsführer.

Blickt man hinter die Fassade, so reicht das Portfolio von Sto von Fassaden- und Innenfarben, Architekturelementen, Akustik- und Bodenbeschichtungssystemen, über dekorative Innenraumgestaltung, vorgehängten hinterlüfteten Fassadensystemen bis hin zu Produkten für Betoninstandsetzung. Unsere Hauptkunden sind Handwerker, gefolgt von Architekten, Planern und Bauträgern“, erklärt Wiedenbauer. Großen Wert legt das Unternehmen auf die persönliche Beratung eines jeden Kunden. Was Sto von allen anderen Produzenten unterscheidet: Die gelben Eimer sind in keinem Baumarkt gelistet, man kann sie nur direkt bei Sto kaufen. „Für Architekten und Planer haben wir eigens geschulte Außendienstmitarbeiter. Sie haben keine Verkaufsfunktion, sondern sind ausschließlich beratend tätig.“ Neben dem Bürogebäude und dem Verkaufscenter gibt es am Firmengelände auch ein Zelt, das als Lager für Rohstoffe, die nicht kälteempfindlich sind, dient. In einer anderen Halle wiederum stapeln sich meterhoch die gelben 25-Liter-Eimer, in denen Farben, Putze oder Spachtelmasse abgefüllt sind.

Apropos Farbe. Diese wird immer erst kurz vor Auslieferung in die Eimer gemengt. In einem weiteren Gebäude stehen im Obergeschoß drei überdimensional große Mixer, in denen ent-weder Putze, Spachtelmasse oder Farben produziert werden. Der Rohstoff wird im Hauslabor auf seine Qualität getestet, ehe er in eine der Rührschüsseln von einem Silo aus eingeblasen wird. „Einschichtig können wir bis zu 10.000 Tonnen abfüllen“, gibt Wiedenbauer Einblick in den Produktionsablauf. 

Das mit Abstand stärkste Geschäftsfeld des Konzerns ist nach wie vor die Dämmung. Auch wenn in den vergangenen Jahren rund 30 Prozent des Marktanteils verloren gegangen sind – Wiedenbauer blickt sehr optimistisch in die Zukunft: Mit seinem jüngsten Baby, einem neuen Fassaden-Sys­tem, mit dem Sto bereits den europäischen Recyclingpreis gewonnen hat, möchte er umwelt­bewusste Häuslbauer ansprechen. „Nach fünfjähriger Forschungs­arbeit in Kooperation mit der TU Graz bringen wir in den nächsten Monaten eine Fassade auf den Markt, die nicht geklebt, sondern geklettet wird. Das System verzichtet komplett auf Klebstoff, pro Quadratmeter erspart man sich so sechs Kilogramm Kleber.“ Produziert und gefertigt wird fast zur Gänze in Villach. „Das Klettsys­tem kommt von einem deutschen Hersteller, die Endbeschichtung aber wird hier bei uns gemacht.“ In der Einführungsphase sollen Bauprojekte bis zu einer Größenordnung von 300 Quadratmetern realisiert werden.


Interview mit dem Sto-Österreich-Geschäftsführer Walter Wiedenbauer

Walter Wiedenbauer ist seit 2003 Geschäftsführer von Sto in Österreich.
© Peter Just Walter Wiedenbauer ist seit 2003 Geschäftsführer von Sto in Österreich.

Was macht erfolgreich gelebtes Unternehmertum aus?

Walter Wiedenbauer: Mut zu Veränderung. Wenn man unternehmerisch handelt, sollte man nicht an festgefahrenen Bahnen festhalten, sondern den Mut haben, neue Wege zu beschreiten und neue Möglichkeiten auszuloten. Es gehört auch dazu, dass die Mannschaft mitzieht und man als Unternehmer ein vernünftiges Verhältnis zu seinen Mitarbeitern hat.

Warum sind Unternehmer wichtig für die Region?

Unternehmerpersönlichkeiten sind Vorreiter, sie haben neue Gedankenansätze, schlagen neue Richtungen ein und haben auch den Mut, etwas Neues zu probieren. Solche Impulse braucht die Region. Früher waren es oft patriarchalisch geführte Unternehmen, heute sind es Teams, in denen die Verantwortung auf mehreren Schultern lastet.

Was sind die größten Gefahren für ein Unternehmen?

Die größte Gefahr ist, nicht mit der Zeit zu gehen und an alten Strukturen festzuhalten. Veränderungen sind wichtig, man muss aber die Mannschaft immer mitnehmen und sie auch in Zeiten großer Veränderung bei Laune halten.

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