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Spürbarer Aufschwung im Kärntner Gewerbe und Handwerk

Der wirtschaftliche Aufschwung kommt endlich auch bei den Kärntner Gewerbe- und Handwerksbetrieben an. Die bessere Auftragslage kurbelt zusätzlich den Jobmotor an und da sind vor allem gut ausgebildete Fachkräfte gefragt.

WK-Spartenobmann Klaus Kronlechner und WIFI-Geschäftsführer Andreas Görgei sehen in der Modernisierung der Lehre die Antwort auf den Fachkräftemangel.
© WKK/Helge Bauer WK-Spartenobmann Klaus Kronlechner und WIFI-Geschäftsführer Andreas Görgei sehen in der Modernisierung der Lehre die Antwort auf den Fachkräftemangel.

Die positive Konjunkturentwicklung ist nunmehr auch im Kärntner Gewerbe und Handwerk nachhaltig angekommen. „Einige Anzeichen weisen darauf hin, dass sich dieser Trend auch im nächsten Quartal fortsetzten wird“, stellte WK-Spartenobmann Klaus Kronlechner zur aktuellen Konjunkturlage der mitgliederstärksten Sparte fest. Die Konjunkturumfrage der KMU Forschung Austria kommt zu dem Ergebnis, dass im Durchschnitt die Auftragseingänge im ersten Quartal 2018 gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahres um 0,9 Prozent gestiegen sind. Auch im zweiten Quartal wird die Geschäftslage positiv beurteilt, sodass per Saldo die Betriebe mit guter Geschäftslage mit elf Prozent Punkten überwiegen.


  
Die bessere Auftragslage kurbelt auch den Jobmotor an, weshalb die Kärntner Gewerbe und Handwerksbetriebe wieder mehr Mitarbeiter einstellen werden: „16 Prozent der Unternehmen planen ihren Beschäftigtenstand zu erhöhen, unter der Voraussetzung geeignete Fachkräfte zu finden“, weiß Kronlechner

Positiver Trend bei den Lehrstellen

Erfreulich ist auch der positive Trend bei den Lehrlingszahlen. „Kärnten führt diese Trendwende bei den neuen Lehrstellen mit einem Plus von 6,5 Prozent sogar an“, freute sich der Spartenobmann über die Entwicklung. Betrachtet man die Ausbildung in den klassischen Lehrbetrieben (ohne überbetriebliche Ausbildungseinrichtungen wie WIFI oder BFI), so zeigt sich ein noch positiveres Bild: Nämlich ein Plus von 9,2 Prozent im ersten Lehrjahr.
 
Das Gewerbe und Handwerk bildet knapp 45 Prozent der Kärntner Lehrlinge aus. Gegenwärtig sind das circa 2830 junge Menschen. Im ersten Lehrjahr waren mit Stichtag 30.6.2018 um 7,5 Prozent mehr Lehrlinge als im Vergleich zum Vorjahr gemeldet. Da die Lehrverträge traditioneller Weise erst am Ende eines Schuljahres abgeschlossen werden, wird sich dieser positive Trend in den nächsten Wochen sogar noch verstärken. „Die Chancen auf eine Lehrstelle im Gewerbe und Handwerk waren noch nie so gut wie heute“, meinte Klaus Kronlechner, der in seinem Betrieb auch Lehrlinge ausbildet. Standen im März 2017 noch 1,5 Lehrstellensuchende einer sofort verfügbaren Lehrstelle gegenüber, so ist es aktuell nur mehr ein Lehrling.

„Lehre nach der Matura“ als Antwort auf den Fachkräftemangel

Ein wesentlicher Eckpfeiler der Bemühungen ist es, bestimmte Zielgruppen verstärkt für die Lehre zu begeistern. In Österreich/Kärnten absolvieren nur zwei Prozent der Maturanten nach ihrer schulischen Ausbildung eine praxisorientierte Lehrausbildung und machen sich auf diese Art fit für das Berufsleben. Wie groß das Potenzial dieses Karrierewegs sein könnte, zeigt die Tatsache, dass sich in Deutschland über 20 Prozent der Abiturienten für eine duale Ausbildung entscheiden. „Die Wirtschaftskammer Kärnten setzt sich gemeinsam mit dem Kärntner Landesschulrat aktiv und nachhaltig für die Schaffung und Gestaltung eigener Berufsschulklassen für Maturanten ein, um insbesondere Absolventen von allgemeinbildenden höheren Schulen von den Vorzügen dieser Ausbildungskombination zu überzeugen“ führte Andreas Görgei, WIFI-Geschäftsführer und bildungspolitischer Leiter in der Wirtschaftskammer Kärnten, aus. In der Berufsschule St. Veit/Glan gibt es bereits eine Klasse für Maturanten, die den Beruf „Pharmazeutisch kaufmännische Assistenz“ erlernen möchten. Laut Görgei sollen demnächst fünf weitere Berufe folgen.
 
„Durch die Schaffung neuer, zeitgemäßer Berufsbilder und die Modernisierung einiger bestehender Ausbildungswege soll die Lehre wieder attraktiver gemacht werden. So wird die Digitalisierung in zahlreichen Lehrberufen Einzug halten und somit auch für Maturanten interessanter werden“, ist WIFI-Geschäftsführer Andreas Görgei überzeugt. Und er spricht aus Erfahrung: Das WIFI ist mit 150 Lehrlingen Kärntens größter Lehrlingsausbilder und stets darum bemüht, mit seinem Aus- und Weiterbildungsangebot am Puls der Zeit zu agieren.
 
Wie vielversprechend die duale Ausbildung ist, unterstrich Görgei anhand einiger Zahlen: „Vor drei Jahren hatten wir noch vier Teilnehmer bei den Staatsmeisterschaften, vor zwei Jahren waren es bereits 17 und heuer treten 50 junge Talente unter Kärntner Flagge an. Und auch international sind wir spitze. Immerhin führen wir bei den Berufseuropameisterschaften EuroSkills den Medaillenspiegel an. Wir müssen uns vor Augen führen, dass 80 bis 90 Prozent der Fachkräfte aus der dualen Ausbildung stammen. Dieses System ist ein Schatz für den gesamten Arbeitsmarkt.“

Nach der Lehre zum Meister

Der positive Lehrabschluss kann der Beginn einer erfolgreichen Berufslaufbahn sein - vor allem dann, wenn junge Menschen sich entscheiden im Anschluss daran die Meisterprüfung zu absolvieren. Dieser Entscheidung kommt in Zukunft noch größere Bedeutung zu, da die Meisterausbildung im Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) auf Level 6 gehoben und damit einem Bachelorabschluss gleichgestellt wird. Dies könnte auch für Maturanten interessant werden, die sich nach der Matura für eine praxisbezogene Ausbildung in Form einer Lehre mit anschließender Meisterausbildung entscheiden.

Initiativen der Wirtschaftskammer für die Lehre:

  • 1. Kärntner Lehrlingsmesse
    Ende Jänner/Anfang Februar 2019 findet in der Klagenfurter Messe die erste Kärntner Lehrlingsmesse statt, bei der sich Schüler und Eltern umfassend über die Möglichkeiten in der dualen Ausbildung informieren können.  
     
  • Test- und Ausbildungszentrum (TAZ):
    Über 20.000 Jugendliche (80 Prozent aller Jugendlichen in Kärnten) haben mittlerweile das dreieinhalbstündige Testverfahren durchlaufen, um ihre Stärken und Talente besser kennenzulernen. Unternehmen werden vom TAZ auch bei der Lehrlingsauswahl unterstützt, indem sie ihre Anforderungsprofile an zukünftige Lehrlinge hinterlegen können.
     
  • Lehrlingswettbewerbe und Talenteakademie:
    Zahlreiche Branchen organisieren Lehrlingswettbewerbe, bei denen sich die talentiertesten Lehrlinge beweisen können und eine wichtige Botschafterrolle für einzelne Lehrberufe einnehmen. Allein im Gewerbe und Handwerk waren es im laufenden Jahr schon über 30 Wettbewerbe. Die besten Teilnehmer werden in den Talenteakademie-Kader aufgenommen und bekommen die Chance an Bundeswettbewerben, Staats- oder sogar Europa- und Weltmeisterschaften teilzunehmen.
     
  • Berufsorientierung:
    Die Wirtschaftskammer Kärnten verfolgt auch das Ziel - im Rahmen der Berufsorientierung - den Jugendlichen und deren Eltern das Bewusstsein für die Vorzüge, die Vielfalt sowie die guten Karrierechancen, die eine Lehrlingsausbildung mit sich bringen kann, näher zu bringen. Messeauftritte, Vorträge bei Elternabenden, Informationsveranstaltungen für Berufsorientierungslehrer und verschiedene Imageaktionen sollen dazu beitragen. Zusätzlich startete bereits eine Videoserie auf Facebook, Instagram und YouTube, die diverse Lehrberufe aus dem Gewerbe und Handwerk erklärt.
     
  • Beratung, Unterstützung und Förderung der Lehrbetriebe:
    Die Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer Kärnten bietet aktiven und zukünftigen Lehrbetrieben umfassende persönliche Beratungsleistungen an. Zusätzlich wickelt das Förderreferat die Lehrbetriebsförderung des Bundes ab und zahlt an die Ausbildungsbetriebe jährlich rund zehn Millionen Euro aus.

Rückfragen:
Wirtschaftskammer Kärnten
Sparte Gewerbe und Handwerk
Dr. Georg Lamp
T 05 90 90 4-100
E georg.lamp@wkk.or.at

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