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Sprache als Werkzeug für Lehrlinge

Native Speaker bringen die Sprachausbildung von der Schulbank an die Werkbank. Kärntens Lehrlinge erhalten Englisch-Unterricht direkt im Lehrbetrieb.

Corina Thalhammer
Native Speakerin Freda Humphreys mit den Lehrlingen Leo Toppinger, Anastasia Fischer und Nico Koberer im Chemielabor der Treibacher Industrie.
© KK/Thalhammer Native Speakerin Freda Humphreys mit den Lehrlingen Leo Toppinger, Anastasia Fischer und Nico Koberer im Chemielabor der Treibacher Industrie.

Reagenzgläser, bunte Flüssigkeiten und Bunsenbrenner gehören zur Grundausstattung eines jeden Chemielabors. Kürzlich wurde der Bestand im Labor der Treibacher Industrie AG um ein Vokabelheft erweitert. Dank der Arbeit des Carinthian International Club, kurz CIC genannt, hat es nun seine Berechtigung im Chemielabor. In Zusammenarbeit mit dem Land Kärnten wurde ein österreichweit einzigartiges Ausbildungsprogramm ins Leben gerufen.

„English as a tool“ wurde gegründet, um den Auszubildenden die fachspezifischen Begriffe direkt an der Werkbank zu erklären. Der Ablauf des Unterrichts gestaltet sich für die Firmen einfach: Die internationalen Sprachtrainer kommen zweimal in der Woche direkt in den Betrieb und unterrichten im gewohnten Umfeld. Um die Angst vor dem Sprechen zu nehmen, wird während der Stunde ausschließlich Englisch gesprochen.

Die Lehrlinge der Treibacher Industrie AG (TIAG) üben seit über zwei Monaten mit ihrer Native Speakerin Freda Humphreys. Gemeinsam wurden ein Chemiebuch mit Arbeitsanweisungen übersetzt und ein Vokabelheft angefertigt. Das Potenzial, das diese Sprachausbildung mit sich bringt, wurde bereits von anderen Firmen entdeckt. Daher nehmen auch Lehrlinge aus anderen Betrieben am Sprachunterricht in der TIAG teil.

Die größte Herausforderung sei es, auf die unterschiedlichen Sprachniveaus einzugehen, erklärt Humphreys. Zu sehen, wie die Lehrlinge Englisch sprechen und Spaß am Lernen haben, erfülle sie mit Stolz, betont Humphreys. Das kann auch Lehrling Nico Koberer bestätigen. Es sei eine tolle Gelegenheit, um die fachspezifischen Vokabel zu lernen und sich mit den Kollegen auszutauschen. Das Üben verlaufe spielerisch und die Zeit vergehe daher immer wie im Flug, sagt Koberer. 

Fremdsprache im Beruf

In Zeiten der Internationalisierung stellt die Sprachausbildung einen wichtigen Punkt bei der Fachkräfteausbildung dar. In international tätigen Firmen mit Sitz in Kärnten erfolgen die interne und externe Kommunikation in englischer Sprache. Es fange schon bei den einfachen Sachen an, sagt Humphreys. Bedienungsanleitungen von Maschinen zu lesen oder sich mit Kollegen zu unterhalten, wird ohne die entsprechenden Sprachkenntnissen zur Herausforderung.

Der Kurs umfasst 72 Unterrichtsstunden und wird mit rund 2600 Euro vom Land Kärnten unterstützt.

Informationen erhalten Sie unter: www.cic-network.at oder in den Büros des CIC in Klagenfurt und in Villach.


Dieser Artikel erschien in der Kärntner Wirtschaft, Ausgabe 3/4.

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