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Spanien vor Zerreißprobe

Die Katalonien-Krise erschüttert Spaniens Politik und hinterlässt auch in der Wirtschaft spuren.

Spanien, Katalonien, Wirtschaft, Wirtschaftskammer
© Fotolia/alexlmx Macht sich Katalonien von Spanien unabhängig und welche Folgen hätte das für die Wirtschaft? Fragen, die sich auch Unternehmen aus Österreich stellen, die in Spanien tätig sind oder eine Zusammenarbeit anstreben.

Große Unsicherheit herrscht derzeit bei allen Unternehmen, die in der spanischen Region Katalonien tätig sind. Wenn die Katalanen sich von Spanien unabhängig machen, dann fällt Katalonien aus der EU heraus, aus dem Schengen-Raum, aus der Euro-Zone und kann die Personen-, Kapital- und Güterverkehrsfreiheiten nicht mehr nützen.

Der katalonische Ministerpräsident Carles Puigdemont hat es verabsäumt, die eingefahrenen Fronten zwischen Barcelona und Madrid durch Neuwahlen aufzuweichen. Nun hat die spanische Regierung die Entmachtung der katalonischen Regionalregierung eingeleitet und Neuwahlen für den 21. Dezember ausgerufen.

Michael Spalek, Wirtschafts­delegierter in Madrid, sieht die Entwicklung noch gelassen: „Eine Krise ist für den Wirtschaftsstandort natürlich nicht förderlich, noch es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage entwickeln wird.“ Auch österreichische Betriebe, die in Katalonien ansässig sind, machen sich Sorgen und spielen mit dem Gedanken, den Standort aufzugeben. „200 österreichische Unternehmen, von KTM bis Swarovski, sind in Spanien angesiedelt, rund die Hälfte davon in ­Katalonien. Viele Unternehmen bearbeiten von Katalonien aus den spanischen und darüber hinaus den lateinamerikanischen Markt“, erzählt Spalek. 

Ein „Plan B“ kann nicht schaden

Vor überstürzten Handlungen rät der Wirtschaftsdelegierte ab. Sinnvoller sei es, weiterzuarbeiten wie bisher, aber vorsichtiger bei Investitionen zu sein. Katalonien ist zwar ein wirtschaftlich starker Markt, der für ein Fünftel des spanischen BIP und für ein Viertel der spanischen Exporte verantwortlich ist. Je nachdem, wo sich die Hauptkunden befinden, schade es aber nicht, einen „Plan B“ zu entwickeln, vor allem, wenn von Katalonien aus der gesamte spanische Markt bearbeitet werde. Denn bis Katalonien nach einer Unabhängigkeit wieder ein EU-Mitglied wäre, können Jahre vergehen.

Interview mit dem Wirtschaftsdelegierten in Spanien, Michael Spalek

Michael Spalek, Wirtschaftsdelegierter, Madrid
© WK/Valerie Angelov Michael Spalek, Wirtschaftsdelegierter in Madrid, hofft auf eine rasche Lösung.

Die Krise in Spanien bereitet Unternehmen Sorgen, weiß Wirtschaftsdelegierter Michael Spalek in Madrid.

Wie schätzen Sie die Situation in Katalonien ein?

Jede Krise eines Landes beunruhigt immer auch die Wirtschaft, doch ich denke, man sollte die Entwicklungen vorerst abwarten. Eine Abspaltung Kataloniens halte ich für eher unwahrscheinlich. Die EU wird alles daran setzen, Nachahmer­effekte zu verhindern.

Hat sich Spaniens Wirtschaft von der Krise 2011 bereits erholt?

Ich würde sagen, es geht wieder aufwärts. Die Wirtschaft wächst, die Arbeitslosigkeit geht zurück und viele Firmen, auch aus Österreich wie Kapsch oder Voest, haben größere Summen inves­tiert. Vor allem im Exportsektor und Tourismus gibt es positive Tendenzen.

Welche Märkte sind für Kärntner Betriebe interessant?

Gute Exportchancen bieten Maschinen, Anlagen und Dienstleistungen, Zulieferungen für die Kfz-Industrie und pharmazeutische Erzeugnisse. Österreichische Firmen sind auch auf dem Energiesektor (Biomasse) stark vertreten. Es geht darum, Spanien als Sprungbrett in den lateinamerikanischen Markt zu verstehen.

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