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So wurde ein Wurstblatt nie zuvor geschnitten

Digital vernetzt, mit Sensoren und Touch-Terminal: Die Aufschnittmaschinen des Klagenfurter Unternehmens S.A.M. Kuchler sind wahre High-Tech-Geräte.

Angelika Dobernig
Constantin und Valentina Kuchler mit einer der aktuellsten Entwicklungen des Unternehmens: Die vollauto- matische Aufschnitt- und Verpackungsstraße namens „SamPak Factory“ ist weltweit einzigartig.
© Lobitzer Constantin und Valentina Kuchler mit einer der aktuellsten Entwicklungen des Unternehmens: Die vollautomatische Aufschnitt- und Verpackungsstraße namens „SamPak Factory“ ist weltweit einzigartig.

Wie ein Wurstblatt mit High-Tech verbunden werden kann, zeigt S.A.M. Kuchler. Das Klagenfurter Unternehmen hat sich seit 50 Jahren auf die Produktion von Aufschnittmaschinen spezialisiert. Aber nicht irgendwelche: Mit den einfachen Schneidemaschinen, die man landläufig kennt, haben diese vollautomatischen Anlagen kaum etwas gemein. Die S.A.M.-Geräte sind vollautomatische Anlagen, die vernetzt arbeiten und mit der Hilfe von Sensoren auf das Gramm genau schneiden – und das Aufgeschnittene auch gleich verpacken und etikettieren.
Geschäftsführer Constantin Kuchler erklärt: „Wir verkaufen nicht nur Maschinen, wir verkaufen Vertriebskonzepte.“ Dabei steht immer ein Ziel im Mittelpunkt: die ideale Lösung für den Kunden. Der Kunde, das sind vor allem Supermärkte in Europa. Und diese stehen vor großen Herausforderungen, sagt Kuchler: „Der Lebensmittelmarkt ist stark im Wandel. Supermärkte sind einerseits durch Diskonter, andererseits durch den Online-Einkauf unter Druck. Wir versuchen ihnen mit unseren Maschinen dabei zu helfen, sich von der Konkurrenz abzuheben.“
Dafür hat man beispielsweise spezielle Aufschnittmaschinen mit Fertigungsstraßen entwickelt, die über ein Touchscreen-Display bedient werden. Das Prinzip ist einfach erklärt: Vorne wird die Wurst eingelegt, dann die gewünschte Menge angegeben – und hinten kommen die perfekt aufgelegten und verpackten  Wurstblätter heraus. „Das Besondere ist, dass man bei unserem System die gewünschte Menge in Gramm angeben kann.“ Die Anlage berechnet selbst, wie viele Scheiben sie für diese Menge benötigt und in welcher Stärke die Scheiben heruntergeschnitten werden müssen. Das kann keine andere Aufschnittmaschine.

Drei Jahre lang im eigenen Keller getüftelt

Vom ersten Tag an positionierte sich das Unternehmen als Innovationsführer am Markt. Valentina Kuchler, die gemeinsam mit ihrem Bruder Constantin die Geschäfte führt, erzählt: „Unser Vater hat vor 50 Jahren mit der Entwicklung der weltweit ersten elektronisch gesteuerten Schneidemaschine begonnen. Drei Jahre lang hat er im Keller daran gearbeitet, bevor er das Patent dafür angemeldet hat.“
Dieses Patent sollte die Basis für den weiteren Erfolg des Unternehmens werden. Denn der damals weltweit führende Anbieter von Aufschnittmaschinen konnte nicht anders, als sich dieses Know-how aus Klagenfurt zuzukaufen. Und so stieg Fritz Kuchler, der das Unternehmen im Jahr 1963 von seinem Vater übernahm, vom Vertriebspartner zum Innovationslieferanten auf. Bis dahin hatte man nämlich für den Marktführer gearbeitet und dessen Maschinen verkauft. „Unser Vater war viel bei den Kunden und hat gesehen, was man verbessern könnte. Beim Produzenten ist er mit seinen Vorschlägen aber nicht gut angekommen. Da hat es geheißen, er soll sich lieber auf den Verkauf konzentrieren“, so Valentina Kuchler.   

Von der manuellen Aufschnittanlage zur elektronisch gesteuerten

Tat er aber nicht, sondern er änderte sein Geschäftsmodell. Nachdem sein Großvater und Vater 45 Jahre lang als Händler tätig waren, setzte er nun auch auf die Produktion. 15 Jahre lang hatte man dabei den damaligen Marktführer als Partner an der Seite: Für ihn „verwandelte“ man manuelle Aufschnittanlagen in elektronisch gesteuerte. „Sie wurden in Klagenfurt mit der entsprechenden Elektronik ausgestattet und dann wieder zurückgeschickt. Dann hat mein Vater beschlossen, allein weiterzumachen“, sagt Constantin Kuchler. Ab dem Jahr 1986 wurden Geräte der Marke S.A.M. entwickelt, hergestellt und vertrieben. „Es war immer der Anspruch meines Vaters, einen Schritt voraus zu sein. Das ist auch unser Ziel“, sind sich die Geschwis­ter einig. Und so tüfteln sie bereits an den nächsten Innovationen. Eine ist beispielsweise der digitale Einkaufsterminal, bei dem Kunden ihre Bestellungen aufgeben – und wenige Minuten später, wenn sie den restlichen Einkauf erledigt haben, an der Frischetheke abholen können. Oder die vollautomatische Lösung für Online-Shops, bei der Schnittmaschinen direkt mit dem Warenkorb der Kunden verbunden sind. Eine Entwicklung, die Supermärkte schon händeringend gesucht haben, wird übrigens demnächst vorgestellt: Im Herbst wird S.A.M. die erste plastikfreie transparente Verpackung für Wurst auf den Markt bringen.


Sieht aus wie Plastik, ist aber keines

Innovative Bio-Verpa­ckung für Wurst und Käse als neueste Entwicklung.
Haltbar, transparent, plastikfrei: Diese drei Eigenschaften ließen sich für Wurstverpackungen bisher nicht unter einen Hut bringen. „Es ist schwierig, bei Wurst einen Ersatz für Plastik zu finden, weil es ein fettes und feuchtes Produkt ist“, erklärt Constantin Kuchler. Dem Klagenfurter Unternehmen ist es nun gelungen: In wenigen Wochen wird S.A.M. Kuchler ein Material auf den Markt bringen, das Plastik täuschend ähnlich sieht, aber zu 100 Prozent kompos­tierbar ist. „Wir haben jahrelang daran gearbeitet.  Jetzt haben wir eine Verpackung, die ohne Kunststoff, ohne Begasung und ohne Vakuumierung auskommt, aber genauso hygienisch und haltbar ist wie Plastik.“ Die Nachfrage am Markt nach einem solchen Material ist groß, auch aufgrund des künftigen Einwegplastik-Verbots. Deshalb hat das Unternehmen seine Entwicklung mittels Patent schützen lassen. Darin hat man bereits Erfahrung: Vor 48 Jahren meldete Fritz Kuchler sein erstes Patent, die elektronisch gesteuerte Aufschnittmaschine, an. Es folgten 500 Erfindungen, die ebenfalls patentiert wurden. Und die nächsten Innovationen stehen bereits in den Startlöchern.

Die ganze Erfolgsgeschichte lesen Sie in Ausgabe 38 der "Kärntner Wirtschaft".

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