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Als „Architekten des Transports“ sieht Speditions-Unternehmer Martin Cancola sein Unternehmen Max Cancola. Er führt den Betrieb in St.Marein/Lavanttal in dritter Generation und sieht die Zukunft gesichert. 

Claudia Blasi
Ein eingespieltes Team: Martin Cancola mit Tochter Ulla. Sie unterstützt den Betrieb als  Disponentin  international und Prokuristin.
© Polsinger Ein eingespieltes Team: Martin Cancola mit Tochter Ulla. Sie unterstützt den Betrieb als Disponentin international und Prokuristin.
Seit über 30 Jahren ist Martin Cancola „im Geschäft“. Eine Zeit,  die er nicht missen, aus der er sich aber langsam zurückziehen möchte. 1994 übernahm er von seinem Vater, der ihm immer mit Rat und Tat zur Seite stand, das Transportunternehmen Max Cancola. Von ihm habe er den „richtigen Riecher“ für Investitionen. Eine entscheidende Eigenschaft, um als Unternehmer erfolgreich zu sein. Ebenso wie ein Alleinstellungsmerkmal, das ein Unternehmen von anderen Mitbewerbern unterscheidet. Diese Kombination, gepaart mit zufriedenen und motivierten Mitarbeitern, hat dazu geführt, dass Cancola wachsen konnte. Von Transporten innerhalb des Lavanttales über den Sammelverkehr zwischen Kärnten und der Steiermark bis hin zur Übersiedelung 2006 auf das neue Firmengelände mit Lagerhalle nach St. Marein im Lavanttal. Zeitgleich wurde das Geschäftsfeld auf Internationale Transporte erweitert. Die Schwerpunkte liegen somit im nationalen und internationalen Transport, der Luft- und Seefracht, Verzollung sowie Lagerlosgistik. 


Was die Kunden betrifft hat Cancola ein eigenes Verständnis: „Der Kunde ist König, aber nicht Kaiser“. Es sei gefährlich, sich von großen Kunden abhängig zu machen. Nur etwa sechs Prozent des Umsatzes kämen von Großkunden, der Rest sei gut verteilt, auch europaweit. Die stärkste Zusammenarbeit bestehe zwischen Ungarn und Italien. „Aber auch mit heimischen Unternehmen gibt es spannende Projekte, wie etwa die Verladung der Stahlteile von Haslinger-Stahlbau aus Feldkirchen für den Bau der Elbphilharmonie in Hamburg oder der Sicherheitssysteme von Alpina aus Steindorf für Weltcuprennen, Moto-GP und Formel 1“, berichtet Cancola.


Die Corona-Krise habe den Kundenstamm nicht erschüttert, sich  aber in den vier Geschäftsbereichen unterschiedlich ausgewirkt. Der Transport habe einen „Streifschuss“ abbekommen, die Lagerung hingegen sei so gut wie nicht betroffen. Viel schwerer traf das Unternehmen die Wirtschaftskrise 2008. „Da reifte in mir auch der Gedanke, ‚Was wäre, wenn es das Unternehmen morgen nicht mehr gibt?‘“ Doch auch diese Herausforderung konnte gemeistert werden. Als vor zwei Jahren Martin Cancolas Ehefrau Jutta bei einem Unfall ums Leben kam, wartete erneut eine harte Prüfung auf den Unternehmer und seine vier Töchter. „Solche Einschnitte lassen dich umdenken“, erzählt er heute aus einer positiven Perspektive. Der Plan für die Zukunft laute mehr Leben und der großen Leidenschaft, dem Reisen, nachgehen. Von Uganda bis Kirgisistan habe er schon viel gesehen, doch vieles warte noch darauf, entdeckt zu werden. Für das Weiterbestehen von Max Cancola seien die Weichen gestellt und noch während des Interviews ereilte uns die Bestätigung für den Bau einer weiteren Lagerhalle. 

Dieser Artikel erschien in Ausgabe 16 der "Kärntner Wirtschaft".

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