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Sie stellen wöchentlich Lesevergnügen zu

Mieten statt kaufen: Der Rundblick Lesezirkel mit Sitz in Krumpendorf stellt seinen Kunden seit 67 Jahren Lesemappen mit Runschzeitschriften frei Haus zu, holt sie nach einer Woche wieder ab und stellt neue zu.

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© Lobitzer Georg Helmikg führt den Rundblick Lesezirkel bereits in dritter Generation.

Als das Fernsehen in den 1960er Jahren in die Wohnzimmer einzog, war Georg Helmigks Großvater verunsichert. „Das ist das Aus unserer Firma“, soll Friedrich Helmigk immer wieder gesagt haben. Auch Friedrichs Sohn Heiner bescheinigte seinem Unternehmen das Ende, als das Internet aufkam und manche Printmedien vom Markt verschwanden. Doch weder die Mattscheibe noch die Digita­lisierung verdrängte den Rundblick-Lesezirkel. Im Gegenteil. Seit 1950 sorgt das Unternehmen mit Sitz in Krumpendorf, das nun in dritter Generation geführt wird, für wöchentliches Rauschen im Medien-Blätterwald.

Salzburg und Osttirol folgten einige Jahre später. „Mit der Übernahme des Lesezirkels aus der Steiermark im heurigen Jahr sind wir Ansprechpartner für den gesamten südösterreichischen Raum“, erklärt Georg Helmigk, seit 2007 Inhaber des Familienbetriebes. Die Firma ist dadurch auf die doppelte Größe angewachsen und beschäftigt 30 Mitarbeiter und rund 120 freiberufliche Zusteller.

Begonnen hat die Erfolgsgeschichte in den 1950er Jahren, als Friedrich Helmigk, ein gebürtiger Deutscher, mit seiner Frau Melitta, einer Kärntnerin, nach der russischen Kriegsgefangenschaft als Landarbeiter in Hallegg eine Anstellung fand. Auf der Suche nach einer neuen Existenz kam er auf die Idee, Zeitungen an einen Arzt in Krumpendorf zu vermieten. Die Medien dafür kaufte er in der Trafik. Er entwarf einen Umschlag, lies diesen bedrucken und sortierte die Zeitungen darin ein. Am 31. März 1950 lieferte der Firmengründer mit dem Rad die erste Lesemappe um sieben Schilling und 50 Groschen aus.

Nachhaltige Idee bleibt

Was mit einem Experiment begann, wuchs zu einem erfolgreichen Produkt. Bereits nach fünf Jahren zählte er über 5200 Kunden. Das ursprüngliche Konzept wird auch heute noch angewendet. Der Lesezirkel-Abonnent, der zumindest fünf unterschiedliche Medien bezieht, mietet eine von ihm individuell zusammengestellte Zeitschriftenmappe, die wöchentlich geliefert wird. Nach einer Woche wird diese wieder eingesammelt und gegen neuen Lesestoff ausgetauscht. „Die bereits gelesene Mappe wird im Lager durchgesehen und danach wieder weitervermietet. Und das oft bis zu zehnmal“, verrät Helmigk und erklärt weiters: „Wir beziehen von unterschiedlichsten Verlagen druckfrische Zeitschriften und versehen diese mit unseren Umschlagseiten, die gleichzeitig als Werbefläche dienen. Viele lassen auch Prospekte oder Broschüren zwischen Umschlag und Titelseite binden.“

Beim Arzt, zum Kaffee oder daheim

Rund 120 selbstständige Zusteller verteilen freitags die bestellten Lesemappen in Kärnten, Osttirol, Salzburg und der Steiermark. Hauptabnehmer sind Arztpraxen, Kaffeehäuser und Friseursalons. Aber auch Privathaushalte greifen gerne auf das preisgünstige Leihservice zurück.
Aktuell kann man aus 250 verschiedenen deutschsprachigen Printmagazinen wählen. „Auf Wunsch besorgen wir jedes Medium“, so Helmikg, der bei seinen Abo-Beziehern einen Trend in Richtung Fachmedien feststellt. Am meisten werden aber trotzdem noch immer Klatsch-und-Tratsch-Zeitschriften gemietet.

Der Mietpreis ist nach Erscheinungsdatum gestaffelt. Je älter das Medium, desto günstiger ist das Paket. „Durch die Mehrfachnutzung tragen wir zum nachhaltigen Einsatz von Medien bei. Wir sehen uns als Dienstleister und können unseren Kunden mit unserem Produkt individuelle und attraktive Werbeangebote schnüren.“ Laut Medienanalyse 2016 hat das Unternehmen 771.000 Leser in Österreich.


Interview mit dem Inhaber, Georg Helmigk

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© Lobitzer Georg Helmigk ist seit 2007 Chef.

Was macht erfolgreich gelebtes Unternehmertum aus?

Zusammenhalt, Kommunikation, Ehrgeiz und viele innovativen Gedanken.

Warum sind Unternehmer wichtig für eine Region?

Wir sehen uns als Teil eines Gesamten. Unternehmen bringen Innovationen ein, sie können eine Region bekannt machen und das Netzwerk fördern. Wir unterstützen auch regelmäßig Veranstaltungen in der Gemeinde.

Für welche Werte sollte ein Unternehmen stehen?

Geradlinigkeit und Fairness zu den eigenen Mitarbeitern und natürlich zu den Kunden. Es ist sehr wichtig, dass in einer Firma die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern einerseits und den Mitarbeitern und der Geschäftsführung andererseits funktioniert.

Was verbindet Sie mit Ihrer Arbeit?

In einer Zeitschrift zu blättern, sie zu riechen, die Augen vom digitalen Bildschirm zu entlasten und beim Lesen keiner Strahlung ausgesetzt zu sein, ist für mich, zumindest in der Freizeit, unverzichtbar. 

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