th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home
news.wko.at

Sie schneidert die Traumroben

Von „Doren Design“ anstatt von der Stange: Renate Schein setzt seit bald zwanzig Jahren in ihrem Atelier in Kleinedling in Wolfsberg maßgeschneiderte Maßstäbe für den schönsten Tag im Leben.

Renate Schein Doren Design
© KK Aus der Rohware, die Renate Schein (Mitte) in Frankreich selbst einkauft, wird Stich für Stich eine Traumrobe. Nach einem Erstgespräch wird eine Skizze angefertigt.

Um die Schneiderin eines Brautkleides ranken sich seit jeher viele Bräuche und Sagen. Es soll Unglück bringen, wenn die Braut ihr eigenes Hochzeitskleid näht. Das wusste auch Renate Schein und hat sich dieses von einer Kollegin anfertigen lassen. Lediglich der Entwurf kam von ihr.
Das Thema Hochzeit hat die Lavanttalerin bis heute nicht losgelassen. Seit 1985 entwirft sie unter dem Label „Doren Design“ Hochzeitskleider für Kunden aus ganz Europa. Aber auch Abend- und Festtagsmode – wohlgemerkt für Damen, Herren und auch Kinder – kann man bei ihr maßschneidern lassen. „Wir kleiden vermehrt auch Männer ein, die das Außergewöhnliche suchen und den schöns­ten Tag in ihrem Leben nicht mit einem Anzug von der Stange verbringen möchten.“

Was mit einem kleinen Atelier begann, wuchs in den vergangenen Jahren stetig, so dass mittlerweile sieben Mitarbeiter jährlich rund 15.000 Meter feinsten Zwirn vernähen. Kundinnen, die sich ein Brautkleid schneidern lassen möchten, rät sie nicht zu früh, aber auch nicht zu spät zu kommen. „Perfekt ist ein Zeitraum zwischen drei und sechs Monaten.“ Vier bis sechs Anproben sollte Frau einplanen, bis das Kleid fertig ist. „Manche kommen mit genauen Vorstellungen und bringen Fotos mit.“

Woher die Naturliebhaberin ihre Inspirationen für all die Entwürfe nimmt? „Aus Büchern, Zeitungen, Filmen und Museen, aber ich bin auch eine stille Beobachterin auf der Straße. Besonders wichtig sind die Gespräche mit den Kunden.“ Diese kommen mittlerweile längst nicht nur mehr aus dem Raum Kärnten und der angrenzenden Steiermark, sondern reisen sogar auch aus dem Norden Deutschlands an. Da für diese Klientel oft Zeit ein kostbares Gut ist, hat Renate Schein vor einigen Jahren gemeinsam mit der Fachhochschule Niederrain eine eigene Maßtechnik entwickelt. „Anhand von zwei Fotos kann ich über 100 Maße digital ablesen, einen Schnitt zeichnen und beginnen, das Kleid zu nähen. Sie erhalten dann innerhalb eines Tages das fertige Kleid.“

Vom Stoffballen zum fertigen Kleid

Ehe die Stoffe, die sie allesamt in Frankreich bei einer Fachmesse einmal im Jahr ballenweise als Rohware einkauft, verarbeitet werden können, werden diese von Hand und mit viel Liebe zum Detail veredelt. Zwischen 20 und 200 Arbeitsstunden stecken in einem Kleid. „Wir färben und besticken sämtliche Stoffe im Haus. Die zarten Spitzen stellen wir selbst her. Steine oder Perlen werden erst beim Ausfertigen der Modelle vor Ort aufgenäht.“ Auch wenn in der Schneiderei Stickmaschinen stehen, mit denen sie ganze Stoffbahnen mit selbst designten Mustern besticken kann, legt sie sehr großen Wert auf das klassische Schneiderhandwerk und gibt ihr Wissen auch an Lehrlinge weiter.

Sogar Gatte Peter ist mittlerweile im Unternehmen tätig. „Er lebt für die Kleider und hat sich vor drei Jahren entschlossen, beruflich umzusatteln.“ So ist er nun, vom Metallbau kommend, vorwiegend für die Herstellung der Stickereien verantwortlich.

Wie die Hochzeitsmode, so hat sich auch die Art und Weise, wie gefeiert wird, verändert. „Es ist kein traditionelles Fest mehr, wie es noch vor einigen Jahren war. Es ist ein Event, bei dem ein Paar ein individuelles, noch nie dagewesenes Fest ausrichten möchte“, weiß die Modedesignerin. So unterschiedlich die Vorstellungen der Kunden in puncto Schnitt und Ausführung der Roben sind, so verschieden sind auch die Orte, an denen der schöns­te Tag des Lebens gefeiert wird. Ob am Strand in fernen Ländern, am Schiff, Gletscher, Berg oder doch zuerst am Standesamt und dann in einer Kirche – das Brautkleid muss immer individuell sein. „Der Reiz des Entwerfens liegt im Detail. Ob Steine, Perlen, Glas, Metall, Kunststoff oder Swarovski-Steine, es ist immer wieder eine Herausforderung, einen Stil zu kreieren, der zur Braut passt.“ Ausgehend von Haut, Haare und Augenfarbe analysiert die Designerin den Farbtyp, anhand der Figur wird der ideale Schnitt ausgewählt.

In letzter Zeit ist die Nachfrage nach Kleidern aus Baumwolle angestiegen. „Der Stoff, der direkt auf der Haut getragen wird, ist aus Baumwolle, jener, der das ganze festlich umhüllt, kann Chiffon, Organza, Seide oder Tüll sein.“

„Was sich in all den Jahren am meisten verändert hat, ist das Alter der Braut. Es gibt nicht mehr die typische junge Braut.“ Die „reifste“ Braut, der sie ein Kleid auf den Leib geschneidert hat? „Sie war 82 Jahre alt und hat für ihr Alter himmlisch ausgesehen.“ Dass man sich im Leben bekanntlich zweimal über den Weg laufen kann, das kommt auch in ihrem Geschäft vor: Entweder weil nun die Kinder festlich eingekleidet werden. Oder aber weil sich die Braut ein zweites Mal traut. 


Schein Renate
© KK Modedesignerin Renate Schein schneidert seit 20 Jahren für Bräute, Maturantinnen und viele andere.
Was macht gelebtes Unternehmertum aus?

Renate Schein: Wenn alles rund läuft und ich die Vorstellungen der Kunden mit meinen Mitarbeitern ausführen und durchführen kann. Wir mussten schon viele Wünsche im Modehimmel erfüllen, sonst könnten wir uns auf diesem schmalen Parkett nicht halten.

Warum sind Unternehmer wichtig für eine Region?

Jeder einzelne Unternehmer in unserer Region ist ein wichtiger Arbeitgeber für die Menschen, die hier wohnen. Würde es keine Unternehmer geben, würde sich nichts bewegen.

Für welche Werte hat ein gestandenes Unternehmen zu stehen?

Verlässlichkeit und Erreichbarkeit. Wir müssen tagtäglich gute Arbeit liefern und für jeden Stich geradestehen.

Wen würden Sie gerne einmal einkleiden?

Eine echte Prinzessin, aber all meine Bräute sind Prinzessinnen. Es ist auch nach so vielen Jahren immer ein wunderschönes Gefühl, etwas Spezielles zu entwerfen. Das Lächeln und Strahlen zu sehen, wenn sie das Haus verlassen, zeigt mir immer wieder, dass uns mit unserer Handarbeit etwas Wunderbares gelungen ist.

Das könnte Sie auch interessieren

  • Erfolg aus Kärnten
Newsportal Sie rocken ihr Backwerk ohne Chemie

Sie rocken ihr Backwerk ohne Chemie

Ob Semmeln, Weckerln oder Plundergebäck, ob frisch oder schockgefroren: Reine Naturprodukte ohne künstliche Zusatzstoffe sind Bestandteil der Unternehmensphilosophie der Naturbäckerei Lagler. mehr

  • Erfolg aus Kärnten
Newsportal Augmensys bringt Ordnung ins Datenchaos

Augmensys bringt Ordnung ins Datenchaos

Die Augmensys GmbH aus Klagenfurt sorgt dafür, dass Unternehmen den optimalen Nutzen aus Daten ziehen können: Ihre Software analysiert alle vorhandenen Informationen und optimiert so die Abläufe im Betrieb. mehr

  • Unternehmer 2017
Newsportal Immobilien selbst verwalten war gestern

Immobilien selbst verwalten war gestern

Sie kennen das: Nebenkosten abrechnen, den Eingang der Mietzahlungen überprüfen, Handwerker bestellen und Jahresabrechnungen machen. Diese und viele weitere Aufgaben sind das tägliche Brot von Immobilienbesitzern. Dass es leichter und vor allem stressfreier geht, weiß Mag. Angela Picej-Müller aus jahrelanger Erfahrung als Immobilienverwalterin. mehr