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Sie kümmern sich um das Gold der Zukunft

Den Mitarbeitern von MTA Messtechnik fließt Wasser durch die Adern: Das Team aus St. Veit lebt weltweit für die Optimierung und Inspektion von Rohrleitungen jeder Art.

Marko Taferner ist in Sachen Wasser Experte. Bevor er die MTA Messtechnik GmbH gründete, war er in Schweden selbstständig.
© Peter Just Marko Taferner ist in Sachen Wasser Experte. Bevor er die MTA Messtechnik GmbH gründete, war er in Schweden selbstständig.

Von Chile bis nach Brisbane, von der kleinen Kommune bis zur Großstadt mit Millionen Einwohnern – eines haben alle Menschen gemeinsam: Sie brauchen Trinkwasser und erzeugen Abwasser. Liter für Liter fließt durch die Rohre, doch was passiert, wenn die Leitung leckt? Wasserrohrbruch, eine ganze Stadt in Aufruhr. Für solche Fälle oder eher damit es nicht soweit kommt, ist Marko Taferner da. Er erobert von St. Veit aus den Weltmarkt und kümmert sich um die Optimierung hydrotechnischer Systeme, deren messtechnische Überwachung, Ortung und Reinigung. Kurz gesagt, zeigt er auf, wo es läuft oder auch nicht läuft. „Mit unseren Produkten werden Wasserleitungen auf ihren Zustand und Leckagen geprüft. Der Kunde erhält von uns dann einen ausgewerteten Bericht“, erklärt Taferner. Der gelernte Gas-, Wasser- und Heizungstechniker, Technische Zeichner sowie Mess- und Wartungstechniker arbeitet sein Leben lang in der Trinkwasserbranche. „Ich war immer an Problemen interessiert, bei denen man mit konventionellen Methoden ansteht.“ Bereits in den 1990ern machte sich Taferner in Schweden selbstständig. 2002 eröffnete er in St. Veit die MTA Messtechnik. 

Von Leitungen und Patenten

Vorwiegend werden Wasserleitungen geprüft, aber auch Öl- oder Gasleitungen sowie große Kraftwerksleitungen standen schon auf der Liste von MTA Messtechnik. „Wasser ist das Gold der Zukunft“, betont Taferner. Auch in Washington D.C., Regierungssitz und Hauptstadt der Vereinigten Staaten von Amerika, werden täglich mehr als 680.000 Einwohner mit Trinkwasser versorgt. Dazu kommen rund 16 Millionen Besucher pro Jahr sowie 450.000 Beschäftigte, die täglich in die Stadt pendeln. Die Wasser- und Abwasserbehörde des District of Columbia, DC Water, setzt bei der Überprüfung ihrer Leitungen auf das Know-how der St. Veiter. Kabellos werden mögliche Lecks geprüft und der allgemeine Zustand der ältesten Teile des Wasserleitungssystems ermittelt. 670 Meter Leitungen sind es genau, die das Kärntner Unternehmen rund um Taferner nun überprüft. Undichte Kupplungen, eine der Hauptursachen für Verlus­te in älteren Hauptleitungen, seien schwierig zu lokalisieren, da viele Wasserleitungen der Stadt schwer zugänglich unter Straßen verlegt wurden, in nächs­ter Nähe zahlreicher anderer erdverlegter Leitungen und Kabel. „Die Entscheidung, den MTA Pipe-Inspector einzu­setzen, fiel, nachdem Mitarbeiter von DC Water 2017 auf uns aufmerksam geworden waren und sich von den Möglichkeiten der kabellosen Videoinspektion mit integrierter akustischer Leckortung beeindruckt zeigten“, erklärt Taferner. Die Entwicklung des MTA Pipe-Inspector, eines von sechs Patenten der MTA Messtechnik, ermöglicht die kabellose Zustandserfassung und -bewertung von Rohrleitungen.

Weltweit das Wasser im Blick

Der Arbeitsplatz des Unternehmens ist die ganze Welt, immerhin in 45 Ländern ist das St. Veiter Unternehmen aktiv. 2017 wurde MTA Messtechnik dafür mit dem Kärntner Exportpreis ausgezeichnet. „In Singapur steht etwa eine Reinigungsanlage für das gesamte Wassernetz oder wir prüfen Fracking-Leitungen in Texas“, erzählt der Geschäftsführer.

Von seinen 13 Mitarbeitern, die alle seit Jahren dabei sind, fordert das eine große Reisebereitschaft. Taferner: „Eines der größten Hindernisse in Kärnten ist es, kompetentes Personal zu finden.“ Im Herbst will der St. Veiter den Standort trotzdem ausbauen. „Wir wollen die Produktion hinaufschrauben und neue Arbeitsplätze schaffen.“ Produkte aus dem Hochwasserschutz und Rückstauventile sollen in Zukunft in St. Veit zusammengesetzt werden, die einzelnen Komponenten kommen von österreichischen Zulieferern. „Im Dienstleistungsbereich gibt es immer Schwankungen, bei der Produktion kann man einen Durchschnitt besser halten“, erklärt er.

Das Gold der Zukunft sichern

Damit nicht genug: Große Pläne schmiedet MTA Messtechnik auch auf der anderen Seite des großen Teichs. „Die USA sind ein starker Markt für uns, des­wegen planen wir einen Standort in Florida.“ Drei Jahre sind in das Marketing, Kongresse und Messen geflossen, um sich am Markt zu etablieren. Neben den Vertriebspartnern sollen nun auch Dienstleistungen und ein Lager vor Ort verfügbar sein. Bisher musste von St. Veit aus alles 

bedient werden.

Schulungen für die ganze Welt

Am Standort St. Veit befindet sich seit 2005 auch das European Pipeline Center. „Schulungen sind in der Branche sehr wichtig, in Europa aber immer sehr theoretisch. Wir bieten die weltweit einzigartige Möglichkeit, auf 2500 Meter Rohrleitung über- und unterirdisch Rohrbrüche oder Lecks zu simulieren und Produkte zu testen“, erzählt Taferner.
Kooperationen mit Dachverbänden und Universitäten brin-gen Schulungsteilnehmer aus
der ganzen Welt nach St. Veit. Außerdem veranstaltet Taferner im Zweijahresrhythmus die Europäischen Rohrleitungstage.


Interview mit Geschäftsführer Marko Taferner

Marko Taferner ist sein Leben lang in der Wasserbranche. Seit 2002 mit der MTA Messtechnik GmbH.
© Peter Just Marko Taferner ist sein Leben lang in der Wasserbranche. Seit 2002 mit der MTA Messtechnik GmbH.

Was macht erfolgreich gelebtes Unternehmer­tum aus?

Marko Taferner: Man darf die Freude nicht verlieren an dem, was man tut. Der Erfolg ist ein Antrieb. In jedem Unternehmerleben gibt es gute und schlechte Zeiten. Oft sind gerade die schlechten Zeiten voller Ideen und Innovationen und man kommt gestärkt daraus hervor.

Warum sind Unternehmerpersönlichkeiten so wichtig für das Land und die Gesellschaft?

Die Kärntner Klein- und Mittelbetriebe beschäftigen die meisten Menschen im Land. Außerdem ist der Export für eine kleine Region wie Kärnten besonders wichtig. Österreichweit stehen wir gut da, wir könnten aber noch viel mehr machen. Kärnten muss die Scheu vor fremden Märkten verlieren.

Für welche Werte hat ein Unternehmen zu stehen?

Qualität und Zuverlässigkeit stehen an erster Stelle. Ein Unternehmen sollte außerdem Visionen und einen Plan für die Zukunft haben. Das gibt den Mitarbeitern Sicherheit und spornt an.

Wird die Bedeutung des Unternehmertums auch in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen?

Die Einstellung der Bevölkerung ist oft schräg: Der Unternehmer verdient sich auf Kosten der Mitarbeiter eine goldene Nase. Da erkennt man leider die „kleine Kärntner Neidgesellschaft“.

Welche sind die größten Gefahren für den Mittelstand?

KMU müssen sich breit aufstellen. Ist man von nur einem Kunden oder Auftrag abhängig und dieser bricht weg, bedroht das den Betrieb. Wir sind deswegen in 45 Ländern unterwegs. Unsicherheiten sehe ich auch durch Strafzölle und deren Folgen für den Weltmarkt. Ich würde jedem KMU empfehlen, sich im Ausland in Sachen Bezahlung gut abzusichern.

Ihr wichtigster Wunsch an die politischen Entscheidungsträger?

Ich würde mir den Fortbestand des Flughafens Klagenfurt wünschen. Für Kunden ist Kärnten schwierig erreichbar, die Verbindungen ab Klagenfurt oft unsicher. Eine Hauptverbindung nach Frankfurt fehlt dringend.

In meinem nächsten Unternehmerleben würde ich ...

... das Gleiche wieder machen. Wasser bedeutet für mich Leben.


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