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Seppele gibt Holzspänen ein zweites Leben

Als Peter Seppele vor 21 Jahren die erste Pelletier­anlage Kärntens errichtete, galt dies als großes ­Wagnis. Doch die Rechnung ging auf: Heute ist das Familien­unternehmen, das in dritter Generation ­geführt wird, der größte Pelletshersteller Kärntens.

Angelika Dobernig

Peter Seppele junior vor einem Teil seiner Lkw-Flotte. Rund 90 der 200 Mitarbeiter sind mit den orange­farbenen Silopumpwägen, Kastenwägen, Lkws und „Mülltaxis“ täglich unterwegs.
© Oskar Höher Peter Seppele junior vor einem Teil seiner Lkw-Flotte. Rund 90 der 200 Mitarbeiter sind mit den orange­farbenen Silopumpwägen, Kastenwägen, Lkws und „Mülltaxis“ täglich unterwegs.

Im Jahr 1998 war Kärnten noch ein „Öl-Land“: Heizöl war der mit Abstand meist eingesetzte Energieträger in den heimischen Haushalten. Dass kleine, stabförmige Holzpresslinge in den kommenden Jahren einen beträchtlichen Marktanteil erobern würden, ahnte damals noch kaum jemand. Peter Seppele, der Vater des heutigen Geschäftsführers, erkannte aber das Potenzial und entschied sich, die erste Pelletieranlage Kärntens in Feistritz an der Drau zu errichten. Eine wahre Pionierarbeit war das, erinnert sich Peter Seppele junior: „Wir mussten erst recherchieren, wie eine solche Anlage überhaupt funktioniert. Es gab in Kärnten niemanden, der uns dabei helfen hätte können.“ Davon ließ sich Familie Seppele nicht aufhalten, ein halbes Jahr später stand die Anlage.

Der Mut zur Innovation sollte sich lohnen: Heute ist das Unternehmen der größte Holzpelletserzeuger in Kärnten. Aktuell werden rund 20.000 Haushalte mit einem Gesamtvolumen von 110.000 Tonnen „Heizinos“, wie Seppele seine Pellets nennt, versorgt. Produziert wird mittlerweile in zwei Werken: Neben dem Hauptsitz in Feistritz an der Drau wurde vor 15 Jahren ein weiteres Holzpelletswerk in Sachsenburg errichtet.

Hier profitiert man von der Nähe zu einem wichtigen Rohstofflieferanten. Die Holzspäne, die im Hasslacher-Werk als Nebenprodukt anfallen, werden nur wenige Meter entfernt zu Holzpellets verarbeitet.

Die Frage, wie man aus vermeintlichen Abfällen etwas Nützliches herstellen kann, beschäftigt Familie Seppele bereits seit langem: Noch bevor man die Entscheidung für die Pelletieranlage traf, wurde mit der Produktion von Dämmstoffen aus Tageszeitungen begonnen. Und auch hier erkannte man einen Trend. Denn der Einblasdämmstoff aus Zellulosefaser, der aus sortenreinem Papier von Tageszeitungen hergestellt wird, eignet sich ideal für die Dämmung von Niedrigenergie- und Passivhäusern. „Zusätzlich zur Dämmung punktet ‚Thermofloc‘ mit Schallschutz und kühlenden Eigenschaften im Sommer“, erklärt der heutige Geschäftsführer. Häuslbauer und -sanierer in 18 europäischen Ländern verwenden den Dämmstoff mittlerweile.

Der Export spielt für das Oberkärntner Unternehmen insgesamt eine wichtige Rolle. So wird etwa  die Hälfte der Pellets in Kärnten verkauft, die andere Hälfte in ­Italien. Aber mit Unterschieden: Während es die „Heizinos“ in Italien ausschließlich in abgepackten Säcken im Handel zu kaufen gibt, setzt man in Kärnten auf die Auslieferung an den Endkunden. Die Seppele-Silopumpwägen sind im ganzen Land unterwegs, um Haushalte mit Pellets zu versorgen. „Der direkte Kontakt zum Kunden ist uns sehr wichtig. Das funktioniert aber nur in einem gewissen Radius, weitere Entfernungen rentieren sich in dem Bereich nicht“, so Seppele.

Die gesamte Geschichte lesen Sie in Ausgabe 14 der "Kärntner Wirtschaft".

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