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Schmiel: "Gefühle sind der Motor unserer Motivation"

Was Manager über Mitarbeiter wissen müssen und warum Motivation Chefsache ist, erzählt Motivationsexperte Rolf Schmiel

Schmiel Motivation Psychologe
© KK/WIFI/Speakers Excellence Motivationspsychologe Rolf Schmiel weiß, was die Mitarbeiter motiviert und welche Rolle Vorgesetzte dabei haben.

Warum ist Motivation Chefsache?

Rolf Schmiel: Weil ich nur dann  jemanden motivieren kann, wenn ich selber Freude an dem habe, was ich mache. Wenn ich als Führungskraft angespannt bin, darf ich mich nicht wundern, dass  auch das Engagement der Mitarbeiter zurückgeht. Eine Grundvoraussetzung, um erfolgreich führen zu können, ist, dass ich gerne mit Menschen zusammenarbeite. Auch Ziele sollten klar an die Mitarbeiter kommuniziert werden. Ein Appell an die Führungskräfte lautet auch, wertschätzender mit sich selbst umzugehen. Hier sind Frauen begabter als Männer.

Welche Rolle spielen die Werte eines Betriebes?

Wir leben in einem globalen Dorf. Wenn es früher in einem Unternehmen zu einem Fehlverhalten kam, blieb das in der Abteilung. Heute kann ein Fehltritt den Markenwert nachhaltig schädigen, weil im Zuge der Digitalisierung jeder sofort darüber Bescheid weiß. Ein Praktikant hat zum Beispiel den cholerischen Anfall seines Chefs gefilmt und bei Facebook gepostet. Wir können es uns einfach nicht mehr leisten, nach außen hin die schönsten Werte auf Plakate zu schreiben und sie selber in der Chefetage nicht zu leben. Wer nur mit Zahlen führt, ohne den Menschen zu sehen, vergisst, dass wir durch den demografischen Wandel nur mehr wenige junge Leute haben. Und die lassen sich vorzugsweise über eine gute Stimmung, sinnvolle Tätigkeiten, Entwick-lungsmöglichkeiten oder Ähnliches locken. Daher werden wir die Renais-sance einer humanistischen Füh­r­ung erleben.

Wie kann ich mich selbst motivieren?

Die Arbeit sollte einem Freude machen, einen Sinn ergeben und die Stimmung im Team passen. Wenn aber der Vorgesetzte mich nicht wertschätzt, mich die Kollegen mobben und mir die Arbeit keine Freude macht, dann bin ich in der Verantwortung, den Beruf  zu wechseln. Steht eine belas­tende Zeit bevor, kann man diese mit einer positiven Belohnung wie einem Urlaub verknüpfen und  so die Motivation stärken.  

Was sind die häufigsten Motivationsfehler?

Der häufigste Fehler ist, dass wir uns nicht individuell um den Mitarbeiter kümmern. Für viele Mitarbeiter ist die Landingpage von Amazon besser auf sie zugeschnitten als das, was sie von ihrem Chef hören. Das zweite Problem ist die fehlende Glaubwürdigkeit. Wenn mich der Chef einmal belogen hat, verzeihe ich ihm. Beim zweiten Mal lasse ich ihn reden, mache aber nur mehr Dienst nach Vorschrift. Ein drittes Problem ist eigene fehlende Klarheit darüber, wo es langgeht.

Wie können aus Rückschlägen Erfolge entstehen?

Wir wissen aus der therapeutischen Forschung, dass der Mensch an der Krise wächst, einerlei ob es private Rückschläge sind oder auch Krisen im Unternehmen. Immer wenn es uns zu gut geht, sehen wir nicht mehr genau hin. Eine Krise macht wach, sie schärft die Aufmerksamkeit und weckt die tieferliegenden Potenziale.

Es gibt drei Strömungen: Einmal die bereits erwähnte Individualisierung, dann die Emotionalisierung. In vielen Unternehmen heißt es immer noch, wer professionell sein will, muss sachlich argumentieren. Menschen werden aber über Emotionen abgeholt. Die dritte Strömung ist Simplifizierung. Die Welt wird aktuell von 140 Twitterzeichen regiert. Das ist entsetzlich, spiegelt aber die Realität wider. Auch wir müssen Slogans simpel machen.

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